SZ

Burbach-Prozess
Fehlgeburt nur erfunden

tile Siegen. Mit einer kurzen Einlassung begann am Mittwoch der Burbach-Prozess vor der 1. großen Strafkammer des Siegener Landgerichts. Rechtsanwältin Katharina Batz stellte für ihren 41-jährigen Mandanten klar, dass er Ende April/Anfang Mai 2014 nur eine Woche lang in der Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Siegerlandkaserne gearbeitet habe. Er habe von sich aus gekündigt, weil ihm „die gesamte Situation in Burbach nicht gefiel“. Von einem Problemzimmer habe er keine Kenntnis gehabt. Nachfragen wurde keine beantwortet.

Im Anschluss daran wurde, getrennt voneinander, zunächst ein ehemaliges Ehepaar vorgeführt, dass im Sommer 2014 für einige Wochen auf der Lipper Höhe untergebracht worden war. Vor allem der Ex-Ehemann geriet mehrmals mit der Security aneinander.

tile Siegen. Mit einer kurzen Einlassung begann am Mittwoch der Burbach-Prozess vor der 1. großen Strafkammer des Siegener Landgerichts. Rechtsanwältin Katharina Batz stellte für ihren 41-jährigen Mandanten klar, dass er Ende April/Anfang Mai 2014 nur eine Woche lang in der Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Siegerlandkaserne gearbeitet habe. Er habe von sich aus gekündigt, weil ihm „die gesamte Situation in Burbach nicht gefiel“. Von einem Problemzimmer habe er keine Kenntnis gehabt. Nachfragen wurde keine beantwortet.

Im Anschluss daran wurde, getrennt voneinander, zunächst ein ehemaliges Ehepaar vorgeführt, dass im Sommer 2014 für einige Wochen auf der Lipper Höhe untergebracht worden war. Vor allem der Ex-Ehemann geriet mehrmals mit der Security aneinander. In drei Fällen soll er in das sogenannte Problemzimmer gebracht und eingeschlossen worden sein. Besonders drastisch: Nach einem Konflikt mit einem der Wachleute, unter den Bewohnern als „Spanier“ bekannt, der den damaligen Bewohner beleidigt haben soll, sei es beinahe zur Schlägerei gekommen. Bei der Auseinandersetzung soll seine damalige vermeintlich schwangere Ehefrau hinzugekommen und von Wachleuten verletzt worden sein, woraufhin sie ihr Kind verloren habe, bestätigte der Zeuge seine Aussage, die er vor Jahren bereits bei der Polizei zu Protokoll gegeben hatte. Als der „Spanier“ anschließend zu ihm ins PZ gekommen sei, habe er ein Fenster kaputtgeschlagen und gedroht, sich mit einer Scherbe etwas anzutun.

Bereits vor zwei Wochen hatte der mit der Vernehmung des Zeugen beauftragte Polizist ausgesagt, dass man aufgrund dieser Angaben, die von der damaligen Ehefrau gestützt worden war, eine Schweigepflichtentbindung erwirkt hatte, um vom behandelnden Krankenhaus eine Bestätigung für die beendete Schwangerschaft zu bekommen. Indes teilte die Klinik mit, dass die Frau zu diesem Zeitpunkt nicht schwanger gewesen sei und somit keine Fehlgeburt erlitten habe. Während ihr Ex-Mann nun vor der 1. großen Strafkammer an seiner Geschichte festhielt, sagte seine ehemalige Frau gestern aus, sich nicht daran erinnern zu können, eine solche Aussage gemacht zu haben. Sie zu diesem Zeitpunkt nicht schwanger gewesen.

Unklar blieb, ob bzw. wie stark der heute 36-Jährige in der Einrichtung unter Drogeneinfluss stand. Er nahm zu jener Zeit Tabletten, um seine Aggressionen in den Griff zu bekommen. Er habe damals aber auch Marihuana und Haschisch konsumiert.

Am frühen Nachmittag verhandelte die 1. große Strafkammer zudem ein zuletzt abgetrenntes Burbach-Verfahren erstmals weiter. Der Angeklagte war vor zwei Wochen dem Umfangsverfahren in der Siegerlandhalle unentschuldigt fern geblieben und wurde am Mittwoch im Landgericht vorgeführt. Nach den Aussagen zweier mit Vernehmungen im Fall Burbach beauftragten Polizisten, zogen sich Kammer, Verteidigung und Staatsanwaltschaft zu einem Rechtsgespräch zurück. Darin sei keine Einigung über eine Verständigung erzielt worden, teilte Vorsitzende Richterin Elfriede Dreisbach hinterher mit.

Beide Verfahren werden am 11. März fortgesetzt.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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