Feichtenbeiner zeigte Kotula »Rot«

»Großer Knall« bei den Sportfr. Siegen:

Trainer verbannte den Slowaken nach »verbaler Disziplinlosigkeit« in den Oberliga-Kader

rege Siegen. Bei den Sportfr. Siegen hat es am Montagabend einen »großen Knall« gegeben: Trainer Michael Feichtenbeiner hat Jozef Kotula die Rote Karte gezeigt und aus dem Regionalliga-Kader suspendiert. Der Slowake darf momentan nur mit der Reserve-Mannschaft trainieren und wird ab sofort im Oberliga-Team zum Einsatz kommen. Zudem hat der Spieler vom Verein eine schriftliche Abmahnung erhalten und eine Geldstrafe aufgebrummt bekommen.

Für Zündstoff hatte der 26-jährige Mittelfeldspieler am Sonntag beim Auswärtsspiel in München gesorgt, als er den Coach in der Halbzeitpause vor versammelter Mannschaft verbal attackierte. Am Montag kam es dann endgültig zur »Explosion der Bombe«, da Kotula sich bei einem kurzfristig einberufenen Gespräch, an dem neben den beiden Hauptbeteiligten noch der sportliche Leiter Rolf Bleck, Co-Trainer Gerhard Noll und Torwart-Trainer Klaus-Peter Woll teilnahmen, nicht einsichtig zeigte und sich für die Beleidigungen nicht entschuldigte. Daraufhin strich Feichtenbeiner den Osteuropäer aus dem Regionalliga-Kader. Zwischen Fußball-Lehrer und Fußballer herrscht seither Funkstille.

»Ich musste ein Exempel statuieren«

Der Schwabe sah nach den Vorkommnissen in München und dem für ihn völlig unbefriedigenden Gespräch am Montag keinen anderen Ausweg mehr, als Kotula aus der Drittliga-Mannschaft zu verbannen. »Jozef Kotula hat sich mir gegenüber in München eine verbale Disziplinlosigkeit geleistet. Ich habe dann noch einmal eine Nacht darüber geschlafen. Montag Abend haben wir daraufhin ein Gespräch mit ihm geführt. Er war aber nach wie vor uneinsichtig. Anschließend habe ich ihn in Absprache mit unserem Sportlichen Leiter Rolf Bleck aus dem Regionalliga-Kader genommen. Es ist wichtig, dass ich eine klare Linie vorgebe und diese auch einhalte. Das, was Kotula gesagt hat, war sehr heftig, und das kann ich mir als Trainer nicht gefallen lassen. In diesem Fall musste ich hart durchgreifen und ein Exempel statuieren. Ich sehe momentan keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit«, schließt der Trainer eine kurzfristige Aufhebung der Suspendierung aus.

Auch der ins Oberliga-Exil geschickte Jozef Kotula hat kein Interesse mehr an einer Kooperation mit Feichtenbeiner. »Ich habe dem Trainer in München nur meine Meinung gesagt, aber einige hören die Meinung anderer nicht gern. Was ich genau gesagt habe, werde ich jetzt noch nicht öffentlich bekannt geben, aber vielleicht später. Ich lasse mich jedenfalls nicht verarschen und stehe nach wie vor zu dem, was ich in München gesagt habe. An meinem Standpunkt werde ich auch in den nächsten Tagen und Wochen nichts ändern. Deshalb gehe ich davon aus, dass ich in den Planungen von Herr Feichtenbeiner keine Rolle mehr spielen werde«, stellt der Slowake sich auf ein längerfristiges Intermezzo in der Oberliga ein.

»Abstieg« juckt Kotula nicht

Der »Abstieg« in die 4. Liga scheint ihn aber nicht zu jucken. »Ich freue mich jetzt auf meine Einsätze in der 2. Mannschaft. Da hat man wenigstens noch etwas Spaß am Fußball. Den hatte ich in der Regionalliga-Mannschaft zuletzt nicht mehr, und das liegt eigentlich nur am Trainer, denn mit den übrigen Spielern hatte ich keinerlei Probleme«, ist »nur« das Tischtuch zwischen Kotula und Feichtenbeiner zerschnitten – das jedoch richtig. Ob der Slowake den »Sportfreunden« jetzt noch bis Juni 2004 die Treue halten wird, steht in den Sternen. »Mal sehen, vielleicht wechsele ich in der Winterpause zu einem anderen Verein«, möchte der 26-Jährige wohl doch lieber höher als in der Oberliga spielen.

Dass Kotula im »Sportfreunde«-Dress noch einmal in der Regionalliga auflaufen wird, ist nicht auszuschließen, nach derzeitigem Stand der Dinge jedoch sehr unwahrscheinlich. »Grundsätzlich steht die Tür bei mir für alle offen, aber so wie Kotula sich momentan verhält, lege ich keinen Wert mehr auf ihn«, sagte Feichtenbeiner gestern. Rückendeckung erhält der Coach offenbar von den anderen Spielern. »Sie haben Verständnis für meine Entscheidung«, glaubt Feichtenbeiner nicht, dass es nach der Suspendierung Kotulas zu weiteren Querelen kommen wird.

Dennoch ging das Theater auch an übrigen Kickern nicht spurlos vorüber. »Die Dinge um Kotula haben die Mannschaft auf der Rückfahrt von München und am Montag schon sehr beschäftigt. Ich hoffe aber, dass wir jetzt wieder möglichst schnell Ruhe in den Kader bekommen, damit wir uns vernünftig auf das Spiel in Feucht vorbereiten können. Darauf müssen wir uns nun konzentrieren«, möchte Feichtenbeiner nach der erzieherischen Maßnahme gegen Kotula nun schnell wieder zum Alltag übergehen. Aber spätestens bei dem morgen stattfindenden Fanforum wird das Thema »Kotula« wohl noch einmal im Mittelpunkt stehen ...

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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