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Kritik aus der Region an BVMW-Forderung
"Fernab jeglicher Realität": Klares Ja zum Homeoffice

Die Forderung des Mittelstands nach sofortiger Abschaffung der Vorschriften rund um das Thema Homeoffice und Testpflicht in Unternehmen findet in der Region kein positives Echo.
  • Die Forderung des Mittelstands nach sofortiger Abschaffung der Vorschriften rund um das Thema Homeoffice und Testpflicht in Unternehmen findet in der Region kein positives Echo.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

mir Siegen/Daaden/Olpe. Große Freude am Donnerstag in Siegen und Umgebung, der zweite Tag in Folge mit einer Inzidenz unter 50. Alte Freiheiten winken, und das tägliche Arbeiten im Homeoffice ist gar nicht so wild, hat jungen Eltern sogar Vorteile gebracht.
Unverhofft am Morgen diese Nachricht aus Berlin: Angesichts des Impffortschritts fordert der Mittelstand eine sofortige Abschaffung der Homeoffice- und Testvorschriften für Unternehmen. Der Geschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, sagt es so: „Die Unternehmen müssen ab sofort zum Normalbetrieb zurückkehren können.“
Ende des Homeoffice? "Fernab jeglicher Realität"
Was halten die Gewerkschaften davon? Kurze Antwort: gar nichts.

mir Siegen/Daaden/Olpe. Große Freude am Donnerstag in Siegen und Umgebung, der zweite Tag in Folge mit einer Inzidenz unter 50. Alte Freiheiten winken, und das tägliche Arbeiten im Homeoffice ist gar nicht so wild, hat jungen Eltern sogar Vorteile gebracht.
Unverhofft am Morgen diese Nachricht aus Berlin: Angesichts des Impffortschritts fordert der Mittelstand eine sofortige Abschaffung der Homeoffice- und Testvorschriften für Unternehmen. Der Geschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, sagt es so: „Die Unternehmen müssen ab sofort zum Normalbetrieb zurückkehren können.“

Ende des Homeoffice? "Fernab jeglicher Realität"

Was halten die Gewerkschaften davon? Kurze Antwort: gar nichts. „Ich halte Forderungen nach dem Ende von Testpflicht und Homeoffice aktuell für unverantwortlich, nicht nachvollziehbar und fernab jeglicher Realität“, bringt es DGB-Regionsgeschäftsführer Ingo Degenhardt auf den Punkt.
Passend dazu hat Degenhardt ein paar Zahlen zur Hand. Aktuell hätten in NRW rund 44 Prozent der Menschen eine Erstimpfung erhalten, 15 Prozent eine Zweitimpfung. Solange nicht ein Großteil der Beschäftigten voll geimpft sei, „wäre es fahrlässig, Schutzmechanismen abzuwickeln“.

Gerade die Unternehmen ständen in der Pflicht, für einen wirksamen Arbeits- und Gesundheitsschutz zu sorgen, meint der Gewerkschafter. Und dazu gehörten aktuell unbedingt Hygienekonzepte, die Möglichkeit zu Homeoffice und Angebote von Corona-Tests. Wer jetzt den Schutz für Beschäftigte abschwächen wolle, gefährde den gesamtgesellschaftlichen Fortschritt im Kampf gegen die Pandemie.

Auch die IHK Siegen will am Homeoffice festhalten

IHK-Geschäftsführer Klaus Gräbener muss am SZ-Telefon nicht lange nachdenken: „So eine Forderung jetzt zu stellen, ist ein Schnellschuss. Da fehlt mir das Augenmaß.“ Die allermeisten Unternehmen im Kammerbezirk hätten gute Erfahrungen mit Homeoffice gemacht. Zwar leide der Teamgeist, auch fehlten persönliche Kontakte. Zu einem Normalbetrieb alter Art sollten seiner Ansicht nach die Unternehmen erst dann zurückkehren, „wenn die Pandemie besiegt ist. Alles andere birgt die Gefahr eines Jo-Jo-Effekts und macht viel zu viel wieder kaputt.“

Noch eine Aussage des IHK-Chefs lässt aufhorchen: „Der Industrie geht es gut, die Auftragseingänge sind erfreulich“, sagt Gräbener, der eigentlich für seine Zurückhaltung bekannt ist. Seiner Meinung müsse der Staat dort sofort helfen, wo die Not am größen sei, nämlich bei Gastronomen und Hoteliers.

Kleine Unternehmen haben sehr wohl Probleme mit Homeoffice

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft ist nicht allein in Berlin zu Hause, aus Daaden bekannt ist der regionale Ansprechpartner Rainer Jung, er ist Leiter des Kreisverbands. Besonders die kleinen Firmen mit zehn bis 100 Mitarbeitern hätten sehr wohl Probleme mit Homeoffice und ständigem Testen, sagt er.
Beispielweise bei einem Hersteller für Sondermaschinen mit 30, 40 Mitarbeitern „müssen kurze Wege helfen, auf Zuruf wird dort gearbeitet“. Sich per Mail abzustimmen oder eine Videoschalte zu starten, das sei in solchen Betrieben einfach zu aufwändig. Die könnten damit nicht so gut umgehen, der persönliche Kontakt sei entscheidend. Jung: „In solchen Unternehmen müssen nach Möglichkeit alle Mann an Bord sein.“

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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