Ferndorf landet Sensations-Coup

 So bejubelte Dragos Oprea am 3. Oktober 2015 seinen ersten Treffer im Champions-League-Derby des THW Kiel gegen die SG Flensburg/Handewitt. Am Mittwoch geht es zwar gleich wieder in den Norden, doch dann heißt der Gegner HC Empor Rostock, und Oprea wird erstmals das rote Trikot des Zweitligisten TuS Ferndorf tragen! Foto: imago
  • So bejubelte Dragos Oprea am 3. Oktober 2015 seinen ersten Treffer im Champions-League-Derby des THW Kiel gegen die SG Flensburg/Handewitt. Am Mittwoch geht es zwar gleich wieder in den Norden, doch dann heißt der Gegner HC Empor Rostock, und Oprea wird erstmals das rote Trikot des Zweitligisten TuS Ferndorf tragen! Foto: imago
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geo - Das ist ein absoluter Hammer! Wenige Stunden vor Ablauf der aktuellen Wechselfrist in den Handball-Bundesligen hat der TuS Ferndorf am Montagabend einen Sensations-Coup gelandet – und es ist noch lange nicht der 1. April! Vom Deutschen Rekordmeister THW Kiel wechselt mit sofortiger Wirkung der 33-jährige Deutsch-Rumäne Dragos Oprea zum Zweitligisten TuS Ferndorf. Wie Mirza Sijaric, Sportlicher Leiter des TuS Ferndorf, am Abend auf SZ-Nachfrage bestätigte, wird der normalerweise Linksaußen spielende Ex- Nationalspieler schon am Dienstag am Training des TuS teilnehmen und kann auch schon am Mittwochabend im wichtigen Spiel bei Empor Rostock eingesetzt werden.

Der in Bukarest geborene Sohn des früheren rumänischen Bronzemedaillengewinners bei Olympia 1984 in Los Angeles, Vasile Oprea, besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft und wurde erstmals 2002 in einem Länderspiel gegen die Schweiz in der deutschen Nationalmannschaft eingesetzt. Mirza Sijaric erklärte: „Dragos hat in der Bundesliga meist Linksaußen gespielt, wird für uns mit seinen 1,90 m aber im Rückraum und in der Abwehr wichtige Aufgaben übernehmen können.“

Seit 2001 spielte Dragos Oprea in der Bundesliga für Frischauf Göppingen und brachte es dort auf 422 Bundesliga-Spiele, in denen er bis zum Ende der Saison 2014/2015 exakt 1408 Tore für die Göppinger warf. Als sich dann beim Deutschen Rekordmeister THW Kiel Dominik Klein einen Kreuzbandriss zuzog, verpflichteten die Kieler Oprea als „Backup“ für den aktuellen Europameister Rune Dahmke, um diesen auf Linksaußen zu entlasten. Klein, der in der nächsten Saison in Frankreich in Nantes spielen wird, hat sich aktuell erneut am Kreuzband verletzt, das aber nicht noch einmal gerissen ist.

Dragos Oprea kam am 19. September 2015 ausgerechnet gegen seinen alten Verein Göppingen erstmals für die „Zebras“ zum Einsatz und musste wenige Wochen später im prestige-trächtigen Champions-League-Derby gegen die SG Flensburg-Handewitt gleich über 60 Minuten ran. In einem Zeitungsinterview erklärte er nur wenige Wochen später: „Die Intensität hier ist schon extrem. Aber die Zeit in Kiel bringt mich ein großes Stück weiter, vor allem in Sachen Erfahrung und mentale Stärke.“

Für dreieinhalb Monate war Kiel also Opreas Zuhause. Seine Familie blieb derweil in Göppingen, Sohn Loui (3) geht dort in den Kindergarten. „Es war natürlich nicht leicht ohne meine Familie“, sagte Oprea den „Kieler Nachrichten“. Nun also ist er seiner Familie um gute 600 Kilometer näher gekommen. Am 31. Dezember 2015 lief sein Vertrag – wie von beiden Seiten geplant – beim THW Kiel aus: „Es hat mich gefreut, Teil dieser Weltklassemannschaft zu sein, auch wenn es nur kurze Zeit war“, sagte Oprea in dem Interview weiter. „Ich hätte nicht gedacht, dass mir das irgendwann mal passiert.“

Aber auch Teil des Zweitliga-Aufsteigers TuS Ferndorf und der Mission Klassenerhalt zu werden, war wohl nicht „geplant“. Mirza Sijaric bestätigte gestern Abend auf Nachfrage, dass sich diese Entwicklung erst am gestrigen Montag so angebahnt habe: „Ich habe in den letzten zehn Tagen unzählige Videos gesehen, Mails verschickt und gelesen, aber es war nichts für uns dabei. Die, die wir genommen hätten, waren nicht zu kriegen. Dann kam heute plötzlich die Sache mit Dragos um die Ecke. Ich habe mich mit Trainer Michael Lerscht besprochen, und wir haben uns gesagt: Warum nicht? Wann kommt schon mal jemand mit 1400 Bundesliga-Toren nach Ferndorf?“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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