Ferndorf zwingt Essen in die Knie

 Harter Kampf Mann gegen Mann: der frühere Essener Thomas Rink am Boden) gegen Jonas Ellwanger. Foto: Reinhold Becher
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geo - Vor allem in der 2. Halbzeit war es am Mittwochabend in der ausverkauften Sporthalle Stählerwiese eine wahre Abnutzungsschlacht, ein „Häuserkampf“ am Wurfkreis, den der TuS Ferndorf knapp, aber verdient mit 29:27 für sich entschied, damit den unterlegenen Essenern schon die dritte Niederlage in Folge bescherte und beide Teams wieder punktgleich stellte (23:11). In der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga bleiben die Ferndorfer aber nach diesem wegen des Kreuztaler Weihnachtsmarktes vorgezogenen Spiel vorerst noch hinter TuSEM Essen auf dem 4. Platz.

Die 2. Halbzeit überbot dann an Dramatik und an Emotion alles, was die Stählerwiese in dieser jetzt schon denkwürdigen Saison erlebt hatte und in der der Aufsteiger (!) auch sein achtes Match für sich entschied. Nach einem Gerangel zwischen den 100-kg-Protagonisten Tim Zechel und Ferndorfs Thomas Rink, der selbst mal in Essen groß wurde, tobte auch der Letzte in der Halle, wurde der Essener minutenlang bei jeder Ballannahme ausgepfiffen. Kurz zuvor hatte Branimir Koloper seine dritte Zeitstrafe kassiert. Auch Rink musste raus, der TuS also ohne seinen Innenblock. Ohnehin fällt ja Lucas Schneider wohl bis Mitte Februar aus.

Aber gerade in dieser hoch-emotionalen Phase zeigten die verbliebenen Spieler, dass sie zu einer gefürchteten Macht in der 2. Liga avanciert sind. „In der Crunchtime zeigte Ferndorf, wie stark sie sind“, analysierte TuSEM-Trainer Jaron Siewert, als der in der 2. Halbzeit für Lukas Puhl gekommene Kai Rottschäfer erst einen Siebenmeter hielt und danach von außen in der 54. Minute bravourös hielt. Schon in der 1. Halbzeit, vor allem in der ersten Viertelstunde, hatte Lukas Puhl mehrere Geschosse entschärft – die beiden „grünen Männer“ der Gastgeber gaben vielleicht den kleinen, aber entscheidenden Ausschlag zum Sieg. Auch für Marijan Basic waren die beiden Rottschäfer-Paraden der finale Weckruf: Seine insgesamt vier Treffer erzielte er allesamt in den letzten 15 Minuten!

Vorher gebührte der Applaus aber in jedem Fall einem Spieler, der in der Lage ist, jedem Spiel seinen Stempel aufzudrücken: Jonas Faulenbach korrigierte mit seinen neun TReffern nicht nur die interne Torschützenstatistik, in der er für kurze Zeit Platz 1 an „Lucky Luke“, Lucas Zerbe, hatte abgeben müssen. Der Siebenmeter-Spezialist mit einer 91-prozentigen Trefferquote „vom Punkt“ zielte zwar gestern einmal daneben, verwandelte aber vier weitere Siebenmeter, darunter die besonders wichtigen zur 23:22- und zur 26:24-Führung.

Das war auch deshalb von Bedeutung, weil Ferndorf kurzfristig auch noch auf Linksaußen Moritz Barwitzki verzichten musste, der sich in Coburg am Samstag eine Knieprellung zugezogen hatte und bekanntlich auch ganz sicher vom „Punkt“ trifft. Barwitzki wurde übrigens bestens von Magnus Neitsch vertreten, der zwei schöne Tore erzielte und Pech hatte, dass sein vermeintliches 14:11 in der 1. Halbzeit per spektakulärem Tempo-Gegenstoß um 0,8 Sekunden zu spät in den Maschen einschlug.

So blieb also nur ein Zwei-Tore-Vorsprung auf dem Gang in die Kabinen, und tatsächlich schlugen die Essener gleich nach Wiederanpfiff eiskalt zurück und übernahmen mit dem 14:13 erstmals nach dem 1:0 wieder die Führung. Von da an ging es atemberaubend hin und her, mal führte Ferndorf, mal Essen. Das war „Handball-Wild-West“ so richtig nach dem Geschmack der Zuschauer, die satte 32 Treffer im zweiten Durchgang erlebten.

Michael Lerscht wechselte immer wieder den Rückraum durch, um Kräfte zu erhalten. Phasenweise klappte es im Angriff zu zäh, erst in der besagten „Crunchtime“ legte der TuS-Express noch einen Gang zu, machte das Spiel wieder breiter und zog Essen in der Abwehr die Zähne, die nun doch des öfteren länger durchspielen mussten, um zur Torchance zu kommen.

Jonas Faulenbach freute sich nach diesem Spiel jedenfalls über seine mittlerweile schon 81 Saisontore: „Ich glaube, alle sind froh, dass wir jetzt mal ein freies Wochenende haben. Aber wir dürfen die Linie nicht verlieren. Es stehen noch wichtige Spiele bis Weihnachten auf dem Programm.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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