Festliche Concerti in der Martinikirche

Ulrich Stötzel (2. v. r.) freute sich mit Sohei Takahata und den Solisten Peter Scholl, Elke Aufschläger und Oliver Nicolai (v. l.) über ein gelungenes Konzert  Foto: anne
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anne Siegen. Für alle Karnevals-Muffel und diejenigen, die mal eine Pause vom närrischen Treiben brauchten, bot Ulrich Stötzel am Sonntagabend mit den festlichen Concerti eine „sinnige Alternative“. Aber so ganz ernst ging es in der gut besetzten Martinikirche auch nicht immer zu, heitere Anekdoten hatten durchaus ihren Platz im Konzert. Und so lernten die Zuhörer gleich zu Anfang einiges über den Komponisten Felix Mendelssohn, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Aber hier ging es erst mal nicht um die Musik, sondern um Kulinarisches. Vielleicht geht ja Musik auch ein wenig durch den Magen?

Jedenfalls hat der Komponist, so eine Geschichte, seine Konzertstücke Nr. 2 d-Moll op. 114 und Nr. 1 f-Moll op. 113 für Klarinette, Bassetthorn und Orchester bei einem Kochabend mit Dampfnudeln geschrieben. Aber kaum ein Zuhörer dürfte bei der musikalischen Darbietung des Konzertstücks Nr. 2 von Elke Aufschläger (Klarinette), Akos Hoffmann (Bassetthorn) und dem Bach-Orchester Siegen (Leitung: Ulrich Stötzel) länger über die kulinarischen Vorlieben des Komponisten nachgedacht haben. Viel zu sehr faszinierten in den drei Sätzen (Presto, Andante, Allegro grazioso) die besondere Klangfarbe der Soloinstrumente und die kantablen Passagen. Besonders das Bassetthorn ist eher selten als Soloinstrument zu hören und zeigte hier eine große Bandbreite von tiefen volltönigen Klängen bis zu virtuoser Lebendigkeit.

Den beiden Solisten gelang es, in dem Stück den Facettenreichtum ihrer Instrumente zu demonstrieren und manchmal schien es, passend zu den Karnevalstagen, auch in der Musik scherzhaft zuzugehen. Auch der Komponist Georg Friedrich Händel feiert in diesem Jahr ein Jubiläum, im April ist sein 250. Todestag. Das Bach-Orchester spielte zusammen mit dem Organisten Peter Scholl das „Konzert Nr. 4 d-Moll“ (Adagio, Allegro così così, Organo ad libitum, Allegro).

Melancholisch-schön eröffnete das Orchester das Adagio und die Orgel kontrastierte mit hellem und schlichtem Klang. Getragene Passagen wechselten mit spielerischen, vor Leichtigkeit und Lebendigkeit sprühenden Takten, die durch Echoeffekte einen besonderen Reiz erhielten. In der Solopassage zog die Orgel mit meditativen Klängen die Zuhörer ganz in ihren Bann, bevor das Werk festlich endete. Ganz ohne Solisten präsentierte sich das Orchester mit der „Sinfonia Nr. 51 B-Dur“ (Vivace, Adagio, Menuetto, Finale (Allegro)) von Joseph Haydn, dessen 200. Todestag in diesem Jahr gedacht wird. Oliver Nicolai und Maria Vornhusen übernahmen hier die Hornpassagen, obwohl, so der Dirigent, „das Stück lange Zeit für die Hörner als unspielbar galt“. Für die beiden Musiker war es aber sehr wohl spielbar, obwohl sich erahnen ließ, welche Anforderungen das Stück an die Hörner stellt.

Mit einem Wechsel aus dramatischen, stürmischen Klängen und filigranen Passagen der Streicher eröffnete das Adagio. Und im zweiten Satz wurde dann wohl jedem Zuhörer klar, was der Dirigent mit dem augenzwinkernden Hinweis gemeint hatte „seien Sie froh, dass Sie das nicht spielen müssen“.Sehr weich spielte das Horn seine kantilenenhafte Stimme und wurde dabei vom Orchesterklang getragen. Im letzten Satz wurde die Musik dann wieder lebendiger und eindringlich vorwärts drängend. Und dann wurden noch einmal die Kochlöffel genommen, zumindest sinnbildlich. Denn mit dem Konzertstück Nr. 1 (Allegro di molto, Andante, Allegro molto) von Felix Mendelssohn beschlossen die Musiker das Konzert.Noch einmal brillierten die Solisten Elke Aufschläger und Akos Hoffmann zusammen mit dem Orchester. Wahrhaft bombastisch, aber gleichzeitig virtuos war diese Musik. Der lyrische Mittelsatz wirkte wie ein kurzes Erholen vor dem glänzenden Allegro molto. Brillierende Läufe der Solisten und die ausgelassene, furiose Musik begeisterten.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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