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Floriansjünger wollen Übungsbetrieb wieder aufnehmen
Feuer frei für Feuerwehr

Das Ziel ist klar, das Zeitfenster hingegen nicht: Möglich werden soll der erste Schritt in Richtung Normalbetrieb in Sachen Übung ab einer Sieben-Tage-Inzidenz im Kreisgebiet von 100 und darunter – über sieben Tage hinweg. Das aktuelle Infektionsgeschehen verheißt da nichts Gutes.
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bjö Siegen/Bad Berleburg. „Es wird Zeit, dass wir Perspektiven schaffen“, bringt der stellv. Kreisbrandmeister Dirk Höbener aus Bad Laasphe auf den Punkt, was knapp 3500 aktive Einsatzkräfte in den elf Feuerwehren der Siegen-Wittgensteiner Städte und Gemeinden schon seit Monaten auf den Nägeln brennt: wieder den Übungs- und Ausbildungsbetrieb aufzunehmen. Der ruht seit Mitte Oktober bei den Brandschützern angesichts der Corona-Pandemie kreisweit komplett.

Die ersehnte Perspektive legte in der vergangenen Woche Kreisbrandmeister Bernd Schneider „seinen“ elf Wehrführern in Form eines Konzeptpapiers vor, das vorsieht, nach jeder Menge Testungen in absehbarer Zeit wieder in überschaubaren Gruppen unter strengen Auflagen praktische Übungen und Ausbildung im Freien zu ermöglichen.

bjö Siegen/Bad Berleburg. „Es wird Zeit, dass wir Perspektiven schaffen“, bringt der stellv. Kreisbrandmeister Dirk Höbener aus Bad Laasphe auf den Punkt, was knapp 3500 aktive Einsatzkräfte in den elf Feuerwehren der Siegen-Wittgensteiner Städte und Gemeinden schon seit Monaten auf den Nägeln brennt: wieder den Übungs- und Ausbildungsbetrieb aufzunehmen. Der ruht seit Mitte Oktober bei den Brandschützern angesichts der Corona-Pandemie kreisweit komplett.

Die ersehnte Perspektive legte in der vergangenen Woche Kreisbrandmeister Bernd Schneider „seinen“ elf Wehrführern in Form eines Konzeptpapiers vor, das vorsieht, nach jeder Menge Testungen in absehbarer Zeit wieder in überschaubaren Gruppen unter strengen Auflagen praktische Übungen und Ausbildung im Freien zu ermöglichen. Bereits in vierzehn Tagen soll es wieder heißen: „Wasser marsch!“.

Sicherstellungsauftrag für die Feuerwehr

An der Dringlichkeit des Neustarts lässt Schneider keine Zweifel: „Sonst bricht uns irgendwann das ganze System zusammen.“ Siegens Stadtbrandmeister Matthias Ebertz formuliert es so: „Letztlich sind wir Feuerwehren wie Unternehmen, die ihre Arbeit machen müssen.“ Dazu zähle selbstverständlich auch Üben und Ausbilden. „Und schließlich haben wir einen Sicherstellungsauftrag“, was bedeute, dass sich die Bürger beim Wählen des Notrufs auf rasche professionelle Hilfe verlassen müssen.

Der Silberstreifen am Horizont: Vor jeder Übung sollen die Teilnehmer der maximal zwölfköpfigen Gruppen einen POC-Test, also einen sogenannten Schnelltest durchführen. Nur ein negatives Ergebnis erlaubt die Teilnahme an der Übung.

100er-Inzidenz als Richtwert

Möglich werden soll der erste Schritt in Richtung Normalbetrieb ab einer Sieben-Tage-Inzidenz im Kreisgebiet von 100 und darunter über sieben Tage hinweg, wobei die kritische Marke nicht in Stein gemeißelt sei. Bernd Schneider dazu: „Wenn wir mal zwei Tage über 100 sind, müssen wir nicht direkt wieder aufhören.“ Limitierender Faktor sei letztlich das, was die Coronaschutzverordnung erlaube und der Landrat an Maßnahmen auch jenseits der kritischen Marke der Feuerwehr anordne.

Ansonsten ist der Kreisbrandmeister zuversichtlich: „Wenn wir vor dem Üben testen, kann eigentlich nichts mehr passieren.“ Dies freilich unter der Voraussetzung, dass während des Übungsdienstes eine ganze Reihe weiterer Maßregeln eingehalten wird: von der begrenzten Teilnehmerzahl über das Tragen von Mund-Nase-Schutz bis hin zu den bekannten Abstands- und Hygieneregeln.

Grünes Licht von Land und Unfallkasse

Grünes Licht für diese erste Lockerung in relativer Unabhängigkeit von Inzidenzwerten hat Bernd Schneider sowohl von der Unfallkasse NRW als auch vom hiesigen Gesundheitsamt bekommen.

Um für den Ernstfall gewappnet zu sein (wie hier bei einem Einsatz in Osthelden im vergangenen Jahr), wollen die Feuerwehren möglichst schnell in den Übungsmodus zurück.
  • Um für den Ernstfall gewappnet zu sein (wie hier bei einem Einsatz in Osthelden im vergangenen Jahr), wollen die Feuerwehren möglichst schnell in den Übungsmodus zurück.
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Was die elf Feuerwehren des Kreises aus dieser Möglichkeit machen, liegt in der Entscheidungsgewalt der Bürgermeister. Die Kosten für jeden Schnelltest – rund fünf Euro pro Stück – müssen die Kommunen bezahlen; ebenso hat sie dafür Sorge zu tragen, dass alle Voraussetzungen gegeben sind: „Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das systematische Testen eine große logistische Aufgabe bedeutet“, stellt Kreuztals Feuerwehrchef Berthold Braun klar. Die Testverantwortlichen müssen dafür geschult sein sowie die erhobenen Daten dokumentieren und weiterleiten. Dann könnte die Testung in den Feuerwehrreihen sogar zu einem Mehrwert für jede Einsatzkraft werden: Die negative Test-Bescheinigung hätte eine 24-stündige Gültigkeit auch für andere Alltagsbereiche.

Nachwuchs muss sich gedulden

Also: In rund 14 Tagen, so prognostiziert Bernd Schneider, könnte der Test- und damit auch Übungsbetrieb in den Feuerwehren starten. Er gehe bislang davon aus, dass alle Feuerwehren des Kreises Interesse an dieser Möglichkeit hätten.

Es ist noch nicht abschließend geklärt, in welcher Form auch beim Feuerwehrnachwuchs der Übungsbetrieb wieder starten könnte. Bernd Schneider: „Im Bereich der Kinder- und Jugendfeuerwehr sind gesonderte Regelungen gegebenenfalls ohne Schnelltest nach den Osterferien zu planen.“ Ausgenommen von der neuen Regelung sind in den Feuerwehren die Ehrenabteilungen sowie die Musikzüge.

Theorie digitalWährend der praktische Übungsdienst in allen Feuerwehren des Kreises seit Herbst komplett ruht, haben zahlreiche Einheiten ihren theoretischen Unterricht wieder aufgenommen, und zwar über verschiedene digitale Plattformen, die Videokonferenzen im großen Kreis ermöglichen. Aus dieser Not wollen die Feuerwehren des Kreises auch jenseits von Corona in Zukunft eine Tugend machen: Die theoretischen Anteile von interkommunalen und kreisweiten Feuerwehr-Lehrgängen möchte Kreisbrandmeister Bernd Schneider dauerhaft über digitale Zusammenkünfte vor den Bildschirmen abhalten lassen: „Corona hat uns gelehrt, dass das möglich ist“. Damit ersparten sich Feuerwehrleute eine Menge an Fahrten zu Ausbildungsterminen in Nachbarkommunen. Der „Verband der Feuerwehren NRW“ werde in Kürze Mittel zur Verfügung stellen, um flächendeckend im Land NRW ein Videokonferenzsystem für die Feuerwehren zu installieren.
Das Ziel ist klar, das Zeitfenster hingegen nicht: Möglich werden soll der erste Schritt in Richtung Normalbetrieb in Sachen Übung ab einer Sieben-Tage-Inzidenz im Kreisgebiet von 100 und darunter – über sieben Tage hinweg. Das aktuelle Infektionsgeschehen verheißt da nichts Gutes.
Um für den Ernstfall gewappnet zu sein (wie hier bei einem Einsatz in Osthelden im vergangenen Jahr), wollen die Feuerwehren möglichst schnell in den Übungsmodus zurück.
Autor:

Björn Hadem aus Siegen

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