Feuer in Notunterkunft: Woidke geht von Brandanschlag aus

Nauen (dpa) - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geht nach einem Brand in einer geplanten Notunterkunft für Flüchtlinge in Nauen von einem rechtsextremistischen Anschlag aus.

«Wir sind noch nicht hundertprozentig sicher, aber ich glaube, dass alles andere als sehr sehr großer Zufall bezeichnet werden könnte», sagte Woidke am Dienstag in Potsdam.

Am frühen Dienstagmorgen war in Nauen die Sporthalle eines Oberstufenzentrums niedergebrannt. Dort sollten in wenigen Tagen 100 Asylbewerber vorübergehend unterkommen, bis ihre Unterkünfte fertiggestellt sind. Menschen wurden bei dem Brand nicht verletzt. Als Reaktion auf den mutmaßlichen Brandanschlag demonstrierten am Dienstagabend in Nauen etwa 300 Menschen für mehr Toleranz im Umgang mit Flüchtlingen.

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) berichtete am Nachmittag, die Brandrichtung, Ausbreitung und Schnelligkeit des Feuers sprächen für Brandstiftung. Die Ermittlungen habe daher der Staatsschutz übernommen. Die Feuerwehr konnte die Halle nur noch kontrolliert abbrennen lassen.

Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) reagierte empört. «Wenn es Brandstifter sind, sind es für mich Verbrecher», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe immer wieder rechtsextremistische Hetze in den sozialen Netzwerken. In den vergangenen Wochen sei es aber eher ruhig gewesen, nachdem zwei Täter nach Anschlägen auf Parteibüros der Linken und der SPD gefasst wurden.

In Nauen hatte es Demonstrationen gegen die geplante Aufnahme von Flüchtlingen gegeben. Im Februar war eine Stadtverordnetenversammlung zu dem Thema von rechtsextremen Demonstranten gestört worden. Die Sitzung musste abgebrochen werden. Gegen die Rechtsextremen hatten sich allerdings zahlreiche Bürger gewandt und immer wieder Gegendemonstrationen organisiert. «Wenn wir diesem rechten Mob die Bedeutungshoheit überlassen, werden wir noch größere Probleme kriegen», sagte Fleischmann am Dienstag dem Nachrichtensender n-tv. Am Abend wollten Bürger in Nauen eine Mahnwache abhalten.

Pressemitteilung Innenministerium

Pressemitteilung Staatskanzlei

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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