Feuerwehr übernimmt vom DRK

 Bis zum 19. Oktober dient die Dreifachsporthalle der Universität auf dem Haardter Berg als Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge. Am Montag übernimmt die Siegener Feuerwehr die Betreuung der Notunterkunft. Foto: Peter Helmes
  • Bis zum 19. Oktober dient die Dreifachsporthalle der Universität auf dem Haardter Berg als Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge. Am Montag übernimmt die Siegener Feuerwehr die Betreuung der Notunterkunft. Foto: Peter Helmes
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ph - Die Ereignisse überschlugen sich am Freitag. Zunächst meldete die Stadt Siegen die Aufnahme von 50 weiteren Flüchtlingen in der zur Notunterkunft umfunktionierten Sporthalle der Universität auf dem Campus Adolf-Reichwein-Straße in Weidenau. Am frühen Abend folgte eine Erklärung, dass die Krönchen-Kommune ab Montag für den Betrieb des Übergangsquartiers verantwortlich zeichne.

Zunächst sollen Mitglieder der Siegener Feuerwehr die anfallenden Aufgaben übernehmen. Bis jetzt war der DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein dafür zuständig – mit Ausnahme der Verpflegung, für die das Studentenwerk nach wie vor sorgt. Etwa 220 freiwillige Rotkreuzler waren seit der Inbetriebnahme der provisorischen Unterkunft am 19. Juli involviert.

Was DRK-Pressesprecher Marcus Sting bereits am Freitagabend andeutete, erläuterte er am Samstag gegenüber der SZ noch einmal ausführlich. Auf die kurzfristige Anfrage seitens der Arnsberger Bezirksregierung habe der Kreisverband seine Hilfe zugesagt – „so lange, wie ehrenamtlich eben möglich“. Von vornherein habe man dabei zu verstehen gegeben, dass eine Betreiberschaft über einen längeren Zeitraum hinweg wenig realistisch erscheine. Eine feste Zusage bis zum Start der neuen Vorlesungszeit am 19. Oktober – dann soll die Dreifachhalle wieder ihrem ursprünglichen Zweck dienen – hat es demnach nicht gegeben.

Noch vor wenigen Tagen habe man, so Sting, der Arnsberger Behörde mitgeteilt, dass eine Abdeckung sämtlicher Aufgaben über einen Zeitraum von einem Vierteljahr allein mit freiwilligen Kräften nicht zu leisten sei. Nach reiflicher Überlegung habe der DRK-Kreisverbands-Vorstand dann am Dienstag vergangener Woche den Entschluss gefasst, die Reißleine zu ziehen. Daraufhin ist die Bezirksregierung an die Stadt Siegen herangetreten – allem Anschein nach erst am Freitag.

Auf rein ehrenamtlicher Basis, so die Erfahrung der Rotkreuzler, sei die humanitäre Hilfeleistung auf dem Haardter Berg – trotz des Wohlwollens vieler Arbeitgeber sowie Unterstützung aus der Bevölkerung und zuletzt auch durch das DRK aus Niederfischbach – praktisch nicht zu bewältigen. Anders sähe es möglicherweise mit hauptamtlicher Hilfe aus. SZ-Informationen zufolge schwin-det offenkundig auch langsam die Bereitschaft auf Arbeitgeberseite, Beschäftigte wieder und wieder freizustellen. Am Samstagnachmittag fand eine Versammlung im DRK-Domizil Henry- Dunant-Haus in Weidenau statt, in deren Rahmen die Situation noch einmal erörtert wurde.

Gegenüber der SZ kündigte Stadtbrandinspektor Matthias Ebertz an, dass die Siegener Wehr die Betreuung auf dem „Bildungshügel“ von heute an zunächst bis zum 10. August übernehmen werde. Per Einsatzbefehl beteiligt seien alle Löschzüge aus dem Stadtgebiet – jeden Tag ein anderer. Wohlwissend um die eher geringen Chancen einer hauptamtlich geführten Betriebsstruktur für die vorübergehende Noteinrichtung gelte es nun, zügig „Parallelstrukturen“ aufzubauen. Laut Matthias Ebertz gibt es unter anderem bereits erste Kontakte zu einigen Vereinen. Gespräche dürften ab Dienstag auch mit anderen Dienststellen der Stadt Siegen auf dem Plan stehen.

Der Stadtbrandinspektor räumte ein, dass dies „keine typische Lage“ für die Feuerwehr sei. Und sicher keine einfache. Zumal die Einheiten darüber hinaus ihre Uraufgaben nicht vernachlässigen dürfen: den Brandschutz und die vielen anderweitigen Formen der Hilfeleistung (retten, löschen, bergen, schützen).

Ursprünglich für bis zu 150 Menschen ausgelegt, waren am Wochenende knapp 190 Flüchtlinge in der Dreifachturnhalle am AR-Campus untergebracht. Theoretisch sollen die Neuankömmlinge zwei bis drei Tage auf dem Haardter Berg verweilen und danach auf andere Quartiere verteilt werden. Die Praxis sieht bisweilen etwas anders aus. 

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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