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Freizeitsportler im zweiten Lockdown auf sich gestellt
Fitnessstudios bleiben geschlossen

Jedes zweite Cardiogerät ist im Weidenauer Fitnessclub „Injoy“ gesperrt, damit der Abstand eingehalten wird: Ab Montag herrscht bis Ende November wieder kompletter Stillstand.
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  • Jedes zweite Cardiogerät ist im Weidenauer Fitnessclub „Injoy“ gesperrt, damit der Abstand eingehalten wird: Ab Montag herrscht bis Ende November wieder kompletter Stillstand.
  • Foto: Anja Bieler-Barth
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

nja Siegen/Dahlbruch. Das asiatische Sprichwort im Eingang des Weidenauer „Injoy“-Fitnessclubs hat im Laufe des Pandemie-Jahres 2020 eine besondere Bedeutung gewonnen: „Reichtum ist viel, Zufriedenheit ist mehr, Gesundheit ist alles!“ Nun heißt es also auch für die Kunden der Fitness- und Amateursportbranche ab Montag und zumindest bis Ende November wieder: „Wir müssen draußen bleiben.“
"Ein Schlag ins Gesicht"Der bundesweite „Lockdown light“ soll dabei helfen, dass die Infektionszahlen wieder sinken. Studio-Betreiber Gerrit Haug hatte in „seinem“ Injoy-Club nach dem achtwöchigen Lockdown im Frühjahr ein tragfähiges  Hygienekonzept realisiert, eine fünfstellige Summe investiert.

nja Siegen/Dahlbruch. Das asiatische Sprichwort im Eingang des Weidenauer „Injoy“-Fitnessclubs hat im Laufe des Pandemie-Jahres 2020 eine besondere Bedeutung gewonnen: „Reichtum ist viel, Zufriedenheit ist mehr, Gesundheit ist alles!“ Nun heißt es also auch für die Kunden der Fitness- und Amateursportbranche ab Montag und zumindest bis Ende November wieder: „Wir müssen draußen bleiben.“

"Ein Schlag ins Gesicht"

Der bundesweite „Lockdown light“ soll dabei helfen, dass die Infektionszahlen wieder sinken. Studio-Betreiber Gerrit Haug hatte in „seinem“ Injoy-Club nach dem achtwöchigen Lockdown im Frühjahr ein tragfähiges  Hygienekonzept realisiert, eine fünfstellige Summe investiert. „Das ist jetzt schon ein Schlag ins Gesicht“, sagt er und kritisiert, dass alle über einen Kamm geschoren würden: „Man müsste sich vielmehr jeden einzelnen Betrieb ansehen. Aber wir haben keine Lobby in Berlin.“

Stets auf Hygiene geachtet

Seit rund zwei Wochen werde das Einhalten der Hygieneregeln im „Injoy“ nochmals genauer überprüft: Jedes zweite Cardiogerät wurde vom Strom genommen, eine „Hygienepolizei“ geht ab 16.30 Uhr auf Patrouille, eine CO2-Ampel ist geschaltet. „Wir haben mit Erfolg vieles im Laufe des Sommers auch in die Eigenverantwortung unserer Mitglieder gelegt. Das hat anfangs gut geklappt. Als wir bemerkt haben, dass sich nicht mehr durchgängig daran gehalten wurde, haben wir mit den neuen Maßnahmen reagiert.“ Viele Mitglieder ließen sich die Lockdown-Monate vom Frühjahr gutschreiben – können sie also seit der Wiedereröffnung nachholen. Das Geld fehlt nun natürlich in der Kasse. Haug: „Das Jahr ist eine Vollkatastrophe!“

Kurse im Internet

Beate Heupel ist Chefin von „Mrs. Sporty“-Filialen in Kreuztal, Olpe, Kaan-Marienborn und Eiserfeld. Den Lockdown im Frühjahr hat die Franchisenehmerin „dank der tollen Mitglieder“, von denen viele die Beiträge nicht zurückgefordert hätten, „mit einem blauen Auge überstanden“. Es habe aber auch sehr schnell verschiedene Onlineangebote gegeben – z. B. Livekurse: „Mit Zoom kamen wir in die Wohnzimmer, da haben dann ganze Familien mitgeturnt: Das war schon eine besondere Atmosphäre.“ Aber es habe auch Kündigungen gegeben – mehr als sonst. Die Umsätze seien an allen Standorten gesunken. Nun bleibe abzuwarten, ob die Akzeptanz auch jetzt wieder Bestand habe.

Nicht für alle Maßnahmen Verständnis

„Wenn nur die beiden Squash-Courts geschlossen würden, dafür hätte ich Verständnis: Aber die drei Tennisplätze? Da halten sich auf 40 mal 60 Metern im Schnitt zwölf Leute auf“, sagt Martina Wolzenburg, Inhaberin des Tennis- und Squashparks Rothaargebirge in Dahlbruch. Auch beim Kommen und Gehen gebe es ausreichend Platz, sich (mit Maske!) aus dem Weg zu gehen: „Was kann hier denn passieren? Es ist schade, dass die Politik alle in einen Topf wirft. Ich muss in acht Monaten – von September bis Ende April – das Geld für das ganze Jahr verdienen.“ In den sechs Wochen Lockdown habe sie allein 12 000 Euro Einbußen gehabt, da keine Einzelstunden gebucht werden konnten.
Den Abonnenten, die immer im Voraus bezahlen, eröffnete sie diverse Möglichkeiten, die ausgefallenen Stunden nachzuholen: Ein Angebot, das rege angenommen wurde und wird – gilt es doch zunächst noch bis Ende Oktober. Dies ging in den vergangenen sechs Wochen aber natürlich auch zu Lasten „neuer“ Einzelbuchungen. Der nächste Lockdown schließt sich somit nahezu lückenlos an. Martina Wolzenburg: „Ich habe echt Federn gelassen!“

Jedes zweite Cardiogerät ist im Weidenauer Fitnessclub „Injoy“ gesperrt, damit der Abstand eingehalten wird: Ab Montag herrscht bis Ende November wieder kompletter Stillstand.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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