Flüchtlinge auf den Stegskopf

 Alle Signale aus Mainz deuten darauf hin, dass das Lager Stegskopf nach seiner technischen „Reaktivierung“ zahlreiche Flüchtlinge aufnehmen wird. Foto: SZ-Archiv
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thor -  Notlager statt Naturerbe: Der ehemalige Truppenübungsplatz auf dem Stegskopf wird als Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge „reaktiviert“. Auch wenn die zuständige Integrationsministerin Irene Alt am Freitag bei einem Besuch im Kreis Altenkirchen noch keine Fakten verkünden wollte, so ist die Entscheidung nach gesicherten Informationen der Siegener Zeitung bereits gefallen. Zu groß ist wohl der Ansturm auch in Rheinland-Pfalz, als dass man auf eine solche Unterkunft verzichten könnte – gerade auch mit Blick auf den nahenden Winter.

Noch vor drei Wochen hatte Landrat Michael Lieber im Interview mit der SZ eine derartige Nutzung ausgeschlossen, „und wir ja auch“, sagte Irene Alt. Drei- bis viermal habe man die Einrichtung schon im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle geprüft, aber immer wieder seien die Pläne verworfen worden.  Konkret auf den Stegskopf angesprochen, sprach sie davon, dass dies „im Moment im Bereich des Möglichen liegt“. Bei einem Behördentermin vor Ort waren kurz vorher aber schon Einzelheiten abgestimmt worden.

Bereits 1989 waren in dem Lager rund 2000 Flüchtlinge aus der damaligen DDR einquartiert worden. Diesmal kann der ehemalige Truppenübungsplatz allerdings nicht sofort bezogen werden. Bekanntlich sind Heizung und alle Versorgungsleitungen abgeklemmt worden, auch das gesamte  Inventar wurde teilweise gegen einen symbolischen Preis veräußert. Somit muss nicht nur die technische Infrastruktur einschließlich der Kläranlage wieder „hochgefahren“ werden, auch die Baracken müssen komplett neu möbliert werden. Doch die Alternative sieht so aus, dass Flüchtlinge den Winter über in Zelten verbringen müssten.

Nach Angaben der Ministerin sind schon jetzt 2000 der 8000 Menschen in den Erstaufnahmeeinrichtungen von Rheinland-Pfalz in Zelten untergebracht. Manche könnten beheizt werden, andere nicht. Noch Anfang des Jahres sei die Landesregierung von 15 000 Flüchtlingen ausgegangen, nun würden es 38 0000 – mindestens. Inzwischen verfüge man in den Erstaufnahmeeinrichtungen über 8000 Plätze, 2012 seien es gerade mal 800 gewesen. „Daran sieht man, was für eine Dynamik die Sache bekommen hat“, erklärte Irene Alt. Grundsätzlich, so die Ministerin weiter, überprüfe man inzwischen jedes Angebot, vom leerstehenden Möbelhaus bis zur Logistik-Halle. Dabei halte man an einer möglichst dezentralen Unterbringung der Menschen fest. In den Städten und Gemeinden werde auf jeden Fall „großartiges ehrenamtliches Engagement geleistet“.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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