Flüchtlinge ziehen in alte Kita

 Die Anwohner haben noch viele unbeantwortete Fragen. Etwa nach dem tatsächlichen Zustand des Gebäudes an der Straße „Am Dreesch“ (Foto) und nach dem tatsächlichen finanziellen Aufwand, der getrieben werden muss, um aus der Kita eine Unterkunft zu machen. Archivbild: kalle
  • Die Anwohner haben noch viele unbeantwortete Fragen. Etwa nach dem tatsächlichen Zustand des Gebäudes an der Straße „Am Dreesch“ (Foto) und nach dem tatsächlichen finanziellen Aufwand, der getrieben werden muss, um aus der Kita eine Unterkunft zu machen. Archivbild: kalle
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

ch - In dem Flachbau „Am Dreesch“ tut sich etwas: Die ersten Arbeiten zur Sanierung und Renovierung der ehemaligen AWo-Kita haben begonnen; der Quader in der Hengsbach soll – wie berichtet – in Kürze Flüchtlinge und Asylbewerber aufnehmen. „Frühestens Ende März, eher Anfang bis Mitte April werden hier bis zu 25 Menschen untergebracht werden können“, gab sich André Schmidt von der Siegener Stadtverwaltung zuversichtlich – wenn alles glatt läuft.

Die Gründe für die Neunutzung der städtischen Immobilie fasste der Fachbereichsleiter Familien, Bildung, Soziales und Wohnen gegenüber der SZ nochmals zusammen: „Es wird eng“, immer mehr Flüchtlinge, Auswanderer und Aussiedler werden Siegen zugeteilt. Die Aufnahmekapazitäten in den beiden bislang existierenden städtischen Gemeinschaftsunterkünften (Im Wiesenthal/Siegtalstraße) wie auch in den Wohnungen und Notunterkünften der Krönchenstadt sind erschöpft. Dies und das weitere Vorgehen der Stadtverwaltung wolle er am kommenden Dienstagabend, 25. Februar, ab 19 Uhr den Anwohnern „in aller Ausführlichkeit“ im Rahmen einer Nachbarschaftsinformationsveranstaltung in der Christuskirche erläutern, so Schmidt.

„Zu spät“, ärgern sich viele Hengsbacher. Anwohner Joachim Haub etwa kritisierte erneut im Gespräch mit der SZ, dass die Stadtverwaltung nicht im Vorfeld über ihre Pläne informiert habe. „Wir sind aus verschiedenen Gründen nicht einverstanden mit einem Asylanten- und Flüchtlingsheim mitten in unserem Stadtteil, das allerdings konnten wir bislang nicht formulieren und argumentieren“, so Haub. Andere werden noch deutlicher, beschweren sich nicht nur über die Informationspolitik. Klaus Boller zum Beispiel. „Wir als betroffene Anwohner sind mit diesen Maßnahmen auf gar keinen Fall einverstanden“, schreibt er in einem Brief an Siegens Bürgermeister, Steffen Mues. In diesem Schreiben droht Boller gar mit einer „einstweiligen Verfügung“.

Versöhnliche Töne schlug Manfred Daub an. Als sachkundiger Bürger im Sozialausschuss der Krönchenstadt und Mitglied der Ev. Allianz in Eiserfeld mahnte er alle Beteiligten, erst einmal „genau hinzusehen und hinzuhören“, bevor unnötige Konflikte vom Zaun gebrochen würden. „Am Ende dann gilt es, sich auf die Seite derer zu schlagen, die Hilfe brauchen“, so Daub. Es gebe eine Verantwortung für die kommenden Hilfesuchenden – und für die Hengsbacher.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.