Siegen für eine Nacht fest in italienischer Hand
Football's coming Rome

Die Krönchenstadt ist im Italienfieber. Giuseppe Todaro und viele andere Italienfans präsentieren nach dem EM-Sieg stolz ihre Flaggen.
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  • Die Krönchenstadt ist im Italienfieber. Giuseppe Todaro und viele andere Italienfans präsentieren nach dem EM-Sieg stolz ihre Flaggen.
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gro Siegen. Spannender hätte ein Finale nicht sein können. Nach einem Elfmeter-Krimi gegen England gewinnt Italien die Europameisterschaft. Um mitzuerleben, wie Italiens Fans feierten, musste man jedoch nicht nach Rom reisen, denn auch hier auf unseren Straßen war einiges los. Ein Meer aus Italien-Flaggen schmückte um Mitternacht unter anderem den Obi-Parkplatz in Weidenau, fröhliche Fangesänge beschallten stundenlang Siegens Nachthimmel.

Nach dem frühen EM-Aus der deutschen Nationalmannschaft haben viele deutsche Fußballfans den Italienern die Daumen gedrückt. Laut einer nicht repräsentativen Umfrage auf einem sozialen Netzwerk feuerten 85 Prozent (364 Stimmen) der SZ-Follower die italienische Nationalmannschaft an. Nur 15 Prozent (63 Stimmen) wollten das englische Team siegen sehen.

Giusi Todaro feierte mit ihrer Familie und Freunden auf der eigenen Terrasse in Gosenbach.
  • Giusi Todaro feierte mit ihrer Familie und Freunden auf der eigenen Terrasse in Gosenbach.
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Mit Giuseppe Todaro, Regie-Assistent und Grafiker des Apollos mit italienischen Wurzeln, jubelte beispielsweise auch die gesamte Apollo-Belegschaft. Nach der Regenbogenfahne für Weltoffenheit und Toleranz hing gestern kurzzeitig die italienische Fahne aus dem Fassaden-Fenster. „Italien ist mir als Europameister wesentlich lieber als England“, freut sich Intendant Magnus Reitschuster und betont weiter: „So bleibt der Europapokal in der EU. Außerdem ist das Ergebnis gesundheitspolitisch zu begrüßen. Die Corona-Inzidenzwerte lagen am Samstag in Italien bei 11,4 und in England bereits bei 300,7. Für die EM als Superspreading-Ereignis ist Italien als Meister also das deutlich geringere Übel.“

Mit anderen Nationalitäten gefeiert

Auch Piero Spinolla freute sich über die gute Stimmung in der Region: „Auf dem Obi-Parkplatz in Weidenau war wirklich viel los. Hunderte Fahnen in den schönsten Farben der Welt flatterten am Himmel. Man wurde direkt von einer riesigen Gemeinschaft empfangen.“ Für einen kurzen Moment habe er sich wie in Italien gefühlt. „Schön fand ich, dass wir teilweise auch mit anderen Nationalitäten gefeiert haben. Es war ein Gefühl von Zusammenhalt“, erinnert sich Spinolla.

"Auf dem Obi-Parkplatz in Weidenau war wirklich viel los.
Hunderte Fahnen in den schönsten Farben der Welt
flatterten am Himmel."

Piero Spinolla
Halbitaliener und Fußballfan
aus Siegen

Er könne auch nicht verstehen, warum im Vorfeld viele Fans den späten Anpfiff kritisierten. „In Italien ist es normal, dass das Leben erst am Abend losgeht. Außerdem sind bei so einem Event Uhrzeiten egal. Jeder vernünftige Chef hat Verständnis, wenn man den nächsten Morgen womöglich etwas kaputter ist als sonst“, meint der junge Halbitaliener.

Die beiden Fellnasen Gioia und Nala wurden vor dem Spiel mit Italienflaggen geschmückt.
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Nach Angaben der Polizei in Weidenau verlief der Finalabend unterm Strich jedoch sehr ruhig ab: „Es ist eigentlich nichts aus dem Ruder gelaufen. Aber natürlich gab es in der vergangenen Nacht auch ein paar Einsätze“, berichtet der Pressesprecher Niklas Zankowski der SZ. Unter anderem musste der Obi-Parkplatz in Weidenau von der Polizei geräumt und abgesperrt werden, nachdem sich dort eine größere Menschenmenge versammelt hatte.

 Piero Spinolla und Rahel Kretz freuten sich über den EM-Titel ihrer Lieblingsmannschaft.
  • Piero Spinolla und Rahel Kretz freuten sich über den EM-Titel ihrer Lieblingsmannschaft.
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Außerdem wurden der Polizei einige Ruhestörungen gemeldet. „Alle Einsätze konnten jedoch schnell wieder beendet werden, weil die Fans sich schnell einsichtig gezeigt haben“, weiß Zankowski und betont weiter: „Das Gewöhnliche ist in diesem Jahr tatsächlich ausgeblieben.“

Autor:

Sarah Groos

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