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Fab Lab in Siegen
Forschergeist und Spieltrieb

Dieser hölzerne Kopf ist auf der CNC-Fräse in acht Schichten hergestellt worden. Er soll Spenden sammeln und bedankt sich für den Münzeinwurf mit einer kleinen Lightshow.  Foto: ihm
  • Dieser hölzerne Kopf ist auf der CNC-Fräse in acht Schichten hergestellt worden. Er soll Spenden sammeln und bedankt sich für den Münzeinwurf mit einer kleinen Lightshow. Foto: ihm
  • hochgeladen von Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin)

ihm Siegen.  Die Veranstaltung am Mittwochmittag war für die Redakteurin dieser traditionsverpflichteten Tageszeitung eine fast unlösbare Aufgabe, was die Berichterstattung angeht. Das lag nicht an den beteiligten Personen (sehr freundlich und aufgeschlossen), nicht an den Räumen (interessant und lehrreich), nicht am Programm (kurzweilig und anregend), nicht an der Bewirtung (lecker und reichlich). Es lag an der Sprache. Es ist unmöglich, in diesem Bericht ohne englische Begriffe auszukommen. Die SZ-Leser, die sich immer wieder über die Anglizismen in ihrer Zeitung beschweren, werden wieder Anlass zum Kopfschütteln haben. Deshalb schon einmal vorab: Sorry! Nein: Entschuldigung!

ihm Siegen.  Die Veranstaltung am Mittwochmittag war für die Redakteurin dieser traditionsverpflichteten Tageszeitung eine fast unlösbare Aufgabe, was die Berichterstattung angeht. Das lag nicht an den beteiligten Personen (sehr freundlich und aufgeschlossen), nicht an den Räumen (interessant und lehrreich), nicht am Programm (kurzweilig und anregend), nicht an der Bewirtung (lecker und reichlich). Es lag an der Sprache. Es ist unmöglich, in diesem Bericht ohne englische Begriffe auszukommen. Die SZ-Leser, die sich immer wieder über die Anglizismen in ihrer Zeitung beschweren, werden wieder Anlass zum Kopfschütteln haben. Deshalb schon einmal vorab: Sorry! Nein: Entschuldigung!

Werkstatt soll Grünanlage weichen

Das Fab Lab gibt es bereits seit 2013, es ist einige Male umgezogen und wird auch sein jetziges Domizil am Herrengarten, direkt an Siegens neuen Ufern, nicht behalten können, denn das von der Stadt gekaufte Gebäude wird abgerissen und soll Platz machen für einen echten Garten, wie er vor 100 Jahren hier schon einmal existierte. Siegens Bürgermeister Steffen Mues aber nahm den Aktiven in seinem Grußwort eine gewisse Last von der Seele. Sie dürften, so versprach er, länger bleiben als bis Februar 2020. „Ich gehe davon aus, dass Sie bis weit ins Jahr 2021 hinein hier sein können.“ Danach müsse man aber ein neues Domizil finden.

Was geschieht nun im Fab Lab? Das Kürzel steht für Fabrication Laboratory, das heißt Fabrikationslabor. Manche sagen auch „Making Space“ oder „Maker Space“ (Raum zum Machen oder Raum für Macher). Es ist ein Institut der i-School der Universität Siegen, deren Kanzler Ulf Richter sich begeistert vom Konzept und von der erfolgreichen Umsetzung zeigte.

Gemeinsam tüfteln

Das Fab Lab versteht sich als Experimentalraum für Studenten, für Dozenten, für Bürger, für Schüler, für Firmen – für jeden. Es stellt Raum, Gerätschaften und Material bereit, damit probiert und erforscht werden kann. Und zwar gemeinsam. Die „Community“ (Gemeinschaft) ist eine zentrale Säule des Fab Lab. Hier wird nicht im stillen Kämmerlein getüftelt, sondern man befruchtet sich gegenseitig.

Derzeit spielt der 3-D-Druck am Herrengarten eine große Rolle. In jeder Ecke stehen 3-D-Drucker. Drucken kann man im Prinzip alles, und es ist gar nicht so schwer, versichern die Fab-Lab-Leute. Ein Elfjähriger hat jüngst einen Workshop gehalten und Kindern gezeigt, wie es funktioniert.

Freitagnachmittags  für alle 

Das Siegener Fab Lab ist nicht allein. Mitgründer Oliver Stickel berichtete von über 1600 Fab Labs, die auf der ganzen Welt arbeiten. Vor 17 Jahren kam die Initialzündung von Massachussetts Institute für Technology (MIT). Die Fab Labs sind untereinander in engem Austausch, haben eine gemeinsame Basis-Charta und eine ähnliche Ausstattung. Überall wichtig: Die Werkstatt öffnet den Zugang für alle. In Siegen funktioniert das gut. Stickel: „Ich habe noch nie einen Freitag erlebt, wo hier nichts los war.“

Wer einfach mal sehen will, was im Fab Lab so los ist, ist jeden Freitag von 14 bis 20 Uhr willkommen. Will man dann mitmachen und an die Geräte, braucht man zunächst eine grundlegende Sicherheitsunterweisung, die an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat ab 16 Uhr angeboten wird. Bestimmte Geräte und Maschinen erfordern weitergehende Unterweisungen.
Informationen über das Fab Lab, das Team und besondere Veranstaltungen finden sich unter www.fablab-siegen.de.

3-D-Drucker und Nähmaschinen

Während 3-D-Drucker, Virtual-Reality-Brille, Laser-Cutter und CNC-Fräsmaschine die Spielwiesen für digitale Experimente bieten, gibt es auch analoge kreative Möglichkeiten: Nähmaschinen stehen bereit und warten auf Leute mit Ideen. Ob das die Nische für Frauen ist? Auffällig jedenfalls, dass die Männer im Fab Lab doch weit in der Überzahl sind, wie Kreistagsabgeordnete Anke Flender feststellte.

Verantwortlich an der Uni für das Fab Lab sind Prof. Dr. Marc Hassenzahl und Prof. Dr. Volkmar Pipek. Die Bedeutung des Werkstatt-Labors sei vergleichbar mit der Einrichtung von Bibliotheken, fand Pipek. Hier gebe es Raum, über die sozialen und ökonomischen Bedingungen für die Digitalisierung und ihre Folgen nachzudenken.

An welchem Ort die Fab-Lab-Community demnächst tüfteln wird, werden Hochschule, Stadt und Kreis wohl gemeinsam ausknobeln. Die Anforderung ist definiert: Es soll mindestens so viel Platz wie am derzeitigen Standort zur Verfügung stehen, man will unbedingt in der Innenstadt Siegens bleiben und möglichst – so wie jetzt – schon von außen einladende Einblicke bieten.

Nachgedacht wird über eine gemeinsame Unterbringung mit dem Siegener „Hack Space“ und ähnlichen Gruppen oder das Andocken eines „Coworking Space“. Ein solches größeres Haus zum gemeinsamen Arbeiten müsse es in der Universitätsstadt Siegen unbedingt geben, fand Ulf Richter. Andreas Müller: „Er wird entstehen.“ Bürgermeister, Landrat und Kanzler wagten sich allerdings noch nicht mit einer konkreten Standort-Idee aus der Deckung.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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