Forschung für die Zukunft

kk Siegen. Eine freudige Botschaft war gestern Anlass für außergewöhnlichen Besuch im Senatssaal der Universität Siegen. Sparkassenvorstand Wilfried Groos war gekommen, um gemeinsam mit Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart den Startschuss für das Forschungskolleg „Zukunft menschlich gestalten“ zum 1. April 2011 zu verkünden, also just zu dem Stichtag, an dem auch die neuen Fakultäten ihre Arbeit aufnehmen sollen. Mit dieser Vision war Burckhart im vergangenen Jahr auf dem Haardter Berg angetreten. Deren Realisierung ermöglichen nun Finanzzusagen sowohl des NRW-Innovationsministeriums als auch der Sparkassenstiftung Zukunft. Aus Düsseldorf ging eine Zusage über 5 Mill. Euro ein. Damit war die wichtigste Vorabbedingung des heimischen Geldinstituts erfüllt – binnen der nächsten zehn Jahre fließen aus der Stiftung jährlich 500 000 Euro. Somit ist ein Finanzvolumen von 10 Mill. Euro fix.

„Die Sparkasse Siegen ist ein Stück der Region“, so Groos im Gremium. Eine Zielsetzung der Stiftung sei es, Zukunft auch aktiv zu entwickeln. Groos zum Forschungskolleg: „Wir sind uns sicher, einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Universität und der Region zu leisten.“ Der Rektor erhoffte sich „fruchtbare Konsequenzen für die Universität und die Region“.

Das Forschungskolleg – das bislang finanziell stattlichste Einzelprojekt in der Geschichte der Universität Siegen – soll interdisziplinäre Zukunftsforschung leisten. Burckhart: „Es geht um den wichtigen Aspekt der Gestaltung der Zukunft unter dem Aspekt des verantwortbaren menschlichen Miteinanders.“

Fünf Stiftungsprofessuren bilden den Kern des Zentrums. Angesiedelt sein werden diese in den Bereichen Wissenschaftsethik, Zukunftsforschung/Innovationsmanagement, Diversity, Zivile Sicherheitsforschung und Integriertes Informationsmanagement. Die Stiftungsprofessuren – die ersten beiden sollen bis November besetzt sein – werden begleitet von so genannten Senior-Profs. Insgesamt wird die Einrichtung stufenweise aufgebaut. Den erstberufenen Professoren obliegt es, das Forschungszentrum unter Einbindung vorhandener Forschungsschwerpunkte aufzubauen, das Forschungsprofil „Zukunft menschlich gestalten“ zu etablieren und ein DFG-Graduiertenkolleg einzuwerben. Denn die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern wird ein Schwerpunkt im Forschungskolleg sein. Diese können sowohl aus der Uni Siegen erwachsen als auch von außerhalb angeworben werden. Das Kolleg soll zudem „kollegial und inhaltlich mit den Fakultäten zusammenarbeiten“. Will heißen: Wissenschaftler „mit Affinitäten“ können sich zu Forschungszwecken für eine gewisse Dauer dorthin abordnen lassen. Das Kolleg zahlt dann der entsprechenden Fakultät den entstehenden Ausfall.

Derzeit wird ein externer wissenschaftlicher Beirat gebildet, der im Sommer loslegen und auch eine angemessene Rechtsform für das Forschungszentrum erarbeiten soll. Das Kolleg soll schließlich einmal finanziell auf eigenen Beinen stehen. Die Stiftungsprofessuren sind auf fünf Jahre ausgelegt. Nach zwei bis drei Jahren, so lautet die Vorgabe, sollen sie ihre eigenen Kosten nochmals durch Drittmittel einwerben.Die Verantwortlichen erhoffen sich von der neuen Einrichtung eine Stärkung des Forschungsstandorts Siegen und mehr internationale Sichtbarkeit. Ein zentral gelegenes Domizil wird noch gesucht. Möglicherweise, so Kanzler Dr. Johann Peter Schäfer, komme übergangsweise das Untere Schloss in Betracht, in dem die Universität mittlerweile auf zwei Etagen vertreten sei.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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