Fortsetzung für das HLB-Dilemma

 Die Pannenserie bei der Hessischen Landesbahn scheint nicht abzureißen. Eine fünfköpfige Familie aus Bad Laasphe wartete am Sonntagabend vergeblich auf den 19-Uhr-Zug, der auf der Anzeigetafel stand – aber dann von dort verschwand. Archivfoto: Björn Weyand
  • Die Pannenserie bei der Hessischen Landesbahn scheint nicht abzureißen. Eine fünfköpfige Familie aus Bad Laasphe wartete am Sonntagabend vergeblich auf den 19-Uhr-Zug, der auf der Anzeigetafel stand – aber dann von dort verschwand. Archivfoto: Björn Weyand
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howe - Was wurde nicht schon alles über Pleiten, Pech und Pannen der Hessischen Landesbahn (HLB) geschrieben. Sogar die Politik hatte sich zuletzt eingeschaltet, sodass Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd und HLB unlängst versicherten, es werde jetzt alles besser. Pustekuchen, Flöte gepfiffen: Die Familie aus dem Raum Bad Laasphe ärgert sich immer noch über dieses Wochenende, das die HLB den Großeltern, Eltern und dem Kleinkind so richtig verhagelt hat. Um 18.45 Uhr trafen die Leute von ihrem Köln-Aufenthalt im Siegener Bahnhof ein. 15 Minuten später hätten sie locker den Anschlusszug nach Erndtebrück nehmen können – wenn der denn gekommen wäre.

„Kurz vor 19 Uhr wurde der Zug auf Gleis 3 noch angekündigt“, erzählt ein Familienmitglied, dann wechselte auf einmal die Anzeige und ein Zug aus Gießen sei eingefahren. Der planmäßige 19-Uhr-Zug kam einfach nicht. Warum nicht, weiß keiner. „Ich habe gefragt, wo denn unser Zug bleibt.“ Die Dame in ihrer Bahnkluft habe nur mit den Achseln gezuckt, dünn gegrinst und pampig gesagt: „Weiß ich doch nicht.“ Der Zug werde vielleicht noch kommen, hieß es. An anderer Stelle nachgefragt, lautete die Erklärung, es sei wohl in Betzdorf ein Sturm aufgezogen. Möglicherweise sei der Zug deshalb nicht gekommen. Vier Erwachsene und ein Kind standen nun gemeinsam mit rund 30 weiteren Fahrgästen am Siegener Bahnhof. Also musste eine Alternative gesucht werden. Ein kurzer Blick ins Internet offenbarte Ausfall Nummer zwei. Zwar stand der nächste Zug von Siegen nach Erndtebrück laut Anzeige im Bahnhof um 21.16 auf dem Plan, doch auch dieser kam nicht. Warum, wusste auch hier niemand. Immerhin hatte man ihn wohl „online“ rausgenommen.

Letztlich wäre der letzte Zug um 21.16 Uhr auch viel zu spät gewesen. Denn erstens benötigte der Großvater der Familie gegen 20 Uhr seine wichtigen Medikamente und zweitens wäre die Fahrt für das einjährige Kind ja noch später geworden. Das war ohnehin schon völlig durchgefroren, hatte Hunger und die Windeln voll. Auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass der Lütte schon halb festgefroren sei, lautete die Antwort einer Bahnbediensteten: „Dann müssen Sie sich mal irgendwo ins Warme setzen.“ Schließlich orderten die Bad Laaspher ein Taxi und traten damit die Heimreise an. Ein Familienmitglied redete sich im SZ-Gespräch in Rage: So etwas sei eine Katastrophe. Das dürfe nicht sein. Die Bahn habe nicht einmal für Ersatzverkehr gesorgt. Und dabei, so habe er erfahren, stünden drei Busse der Linie R 27 in Siegen, die kurzfristig hätten eingesetzt werden können. „Aber die HLB kümmert sich um nichts.“ 59 Euro zahlte die Familie übrigens für das Taxi. Ein Anruf bei der Schiedsstelle der Bahn in Frankfurt ist bereits erfolgt, um die Fahrt von der Bahn erstattet zu bekommen. „Das ist auch das Mindeste.“

Der Zweckverband Personennahverkehr (ZWS) müsse einsehen, so das Familienmitglied, dass „immer billiger und billiger“ einen Pferdefuß habe. „Die Strecke ist an die HLB verhökert worden. Wir bedanken uns beim Zweckverbandsgeschäftsführer, dass er so lange schützend die Hand über die HLB hält.“ Eine Antwort der Deutschen Bahn erhielt die Siegener Zeitung am Montag auf ihre Anfrage auch. Zitat: „Wir können Ihnen in der Sache leider nicht weiterhelfen und bitten Sie, sich an die HLB zu wenden.“ Das hatte die Heimatzeitung selbstverständlich parallel zur Anfrage bei der Bahn-Pressestelle in Düsseldorf auch getan. Nur, gemeldet hat sich die HLB, wie zuletzt auch, leider nicht.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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