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Corona fast vergessen
Freibäder sorgen für gute Laune

Händedesinfizieren steht zwar auch im Freibad hoch im Kurs, ansonsten sind die Auflagen allerdings ziemlich gering. Einem Abtauchen ins kühle Nass dürfte daher in den Sommermonaten nichts im Weg stehen.
  • Händedesinfizieren steht zwar auch im Freibad hoch im Kurs, ansonsten sind die Auflagen allerdings ziemlich gering. Einem Abtauchen ins kühle Nass dürfte daher in den Sommermonaten nichts im Weg stehen.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

juka Kaan-Marienborn. Entspannt lässt sich eine Frau auf ihrer Luftmatratze über das Wasser treiben, ein paar Meter weiter taucht ein junges Mädchen mit einer blauen Taucherbrille prustend aus dem erfrischend kühlen Nass auf, unter den drei Startblöcken tobt sich eine Gruppe Jungs aus. Mit aufmerksamen Blicken schreiten die Schwimmmeister am Rand entlang, und auf der Wiese oberhalb des Beckens haben es sich kleinere Gruppen auf ihren bunten Handtüchern gemütlich gemacht. Auf den ersten Blick scheint im Freibad Kaan-Marienborn alles wie immer zu sein.
Mundschutz-Pflicht im GebäudeDoch auf den zweiten Blick hat Corona auch hier seine Spuren hinterlassen.

juka Kaan-Marienborn. Entspannt lässt sich eine Frau auf ihrer Luftmatratze über das Wasser treiben, ein paar Meter weiter taucht ein junges Mädchen mit einer blauen Taucherbrille prustend aus dem erfrischend kühlen Nass auf, unter den drei Startblöcken tobt sich eine Gruppe Jungs aus. Mit aufmerksamen Blicken schreiten die Schwimmmeister am Rand entlang, und auf der Wiese oberhalb des Beckens haben es sich kleinere Gruppen auf ihren bunten Handtüchern gemütlich gemacht. Auf den ersten Blick scheint im Freibad Kaan-Marienborn alles wie immer zu sein.

Mundschutz-Pflicht im Gebäude

Doch auf den zweiten Blick hat Corona auch hier seine Spuren hinterlassen. Weiße Pfeile auf dem Boden zeigen den Weg an, auf den um das Becken verteilten Bänken steht in weißer Schrift auf rot-weißem Untergrund „Bitte Abstand halten! Vielen Dank.“ Auch der Kinderspielplatz auf der hinteren Kopfseite der Anlage ist gesperrt, der Pool für die Kleinsten ist genauso außer Betrieb wie die beiden Sprungbretter und die Rutsche. Besonders auffällig sind die Auflagen aber innerhalb des Gebäudes. Es herrscht Mundschutz-Pflicht, die Kasse ist hinter Glas verborgen und die Anzahl der sanitären Anlagen, die deutlich häufiger gereinigt werden, reduziert. Zudem ist jede zweite Umkleidekabine gesperrt, an den Wänden sind Desinfektionsmittelspender angebracht.

Nur wenige Beschränkungen

„Wir hätten aber gedacht, dass es noch mehr Einschränkungen gibt“, erzählen die Studentinnen Jannika und Christina, die zum ersten Mal unter Corona-Bedingungen im Freibad sind, unisono. Die beiden Freundinnen haben es sich entspannt auf der Liegewiese bequem gemacht. „Von den Beschränkungen nimmt man hier nichts wahr“, erklärt die 20-jährige Jannika.

400 statt 4000 Gäste im Freibad

Die größte Einschränkung für die Stadt Siegen als Betreiber des Freibads ist aber die reduzierte Besucherzahl. Nur 400 Badegäste sind gleichzeitig erlaubt, Buchungen müssen im Voraus online unter www.ticket.siegen.de durchgeführt werden. In regelmäßigem Abstand wird die Plattform von der Stadt aktualisiert; wenn Gäste das Bad verlassen, werden neue Kapazitäten für andere Besucher geschaffen. Zeitliche Vorgaben gibt es nicht, die Reservierung gilt für den gesamten Tag. „Normalerweise kam es schon vor, dass wir an guten Tagen 3500 bis 4000 Gäste im Bad hatten“, unterstreicht Maren Königsberg von der Sport- und Bäderabteilung der Kommune den Unterschied zu normalen Jahren. Jedoch zeigt die Tendenz in den vergangenen Tagen nach oben. „Das hängt zum einen mit dem guten Wetter, aber auch mit der sinkenden Verunsicherung in der Bevölkerung zusammen“, weiß Königsberg. Zu Beginn der Öffnungen sei die Resonanz dagegen noch ziemlich verhalten gewesen.

Kaum Unmut

Als eines der ersten Bäder in der Region hatte man in Kaan-Marienborn am 20. Mai seine Pforten geöffnet. „Wir haben damals relativ schnell ein Konzept erarbeitet“, blickt Badleiter Dirk Räwel mit Stolz in der Stimme zurück. Die Rückmeldungen, die seit der Wiedereröffnung gekommen sind, seien dabei fast ausschließlich positiv gewesen. „Die Menschen haben sich einfach gefreut, wieder schwimmen gehen zu können.“ Unmut über die Einschränkungen gebe es kaum. Auch das System, die Besuche vorher anmelden zu müssen, sei mittlerweile weitestgehend bekannt, sodass man nur ganz selten Gäste abweisen müsse. Und die frühe Öffnung sowie der fast reibungslose Ablauf haben sich herumgesprochen. „Wir haben vermehrt Gäste, die eine längere Anreise haben, weil es dort noch keine Angebote gibt“, erklärt Räwel. Ein Blick auf den Parkplatz bestätigt das. An diesem Tag haben sich Autos aus dem Märkischen Kreis und aus Gummersbach eingereiht. Der Situation entfliehen und einen weitestgehend unbeschwerten Tag verleben, lautet hier in den meisten Fällen die Devise.

Virus fast vergessen

„Wir möchten den Besuchern ein bestmögliches Badeerlebnis ermöglichen“, sagt der Badleiter und lässt seinen Blick über das weitläufige Areal ziehen, auf dem sich zwei Jungs im Wasser einen Ball zuwerfen, es sich eine Frau mit einer Schale Pommes gemütlich gemacht hat und sich hinter Sonnenbrillen verborgene Paare auf der Wiese bräunen. Zumindest für ein paar Stunden scheint hier im Außenbereich das Virus ein Stück weit in den Hintergrund gerückt zu sein.

Pommes und Freibad gehören zusammen Auf den Sprung ins erfrischende Wasser und ein paar geschwommene Bahnen folgt meist ein knurrender Magen. Schwimmen macht hungrig, wer kennt es nicht. Imbissbude, Pappschale, Pommes. Daran ändert auch Corona nichts. „Pommes sind nach wie vor unser Verkaufsschlager“, verkündet Ursula Schär strahlend durch das Fenster der Imbissbude im Freibad Kaan-Marienborn. Natürlich gebe es aufgrund der Gästezahlbeschränkungen weniger Kunden, aber die Lust auf die goldgelben Kartoffelstäbchen habe nicht abgenommen, so Schär. Obwohl der kross frittierte Snack nicht gerade der gesündeste ist, erzeugt er durch seinen hohen Fett- und Kohlenhydratgehalt ein kurzes Glücksgefühl in unserem Körper. Vielleicht gehören Pommes deshalb zum Freibad einfach dazu.
Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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