Freigeist in Farbe

Farbintensiv und vielsagend: Haimo Hieronymus zeigt Großformatiges in der Art-Galerie Siegen.  Foto: ne

ne Siegen. Man muss sich manchmal etwas gönnen, vor allem Ende Januar, wenn man den Winter überhaupt und Salzränder an den Schuhen im Besonderen satt hat. Leuchtende Farben und großzügige, freigeistige Malerei passt dann bestens, Tauwettergemüter aufzuhellen. Wie gerufen kommt daher die Ausstellung „Fast ohne kein Zutun“ vom Arnsberger Malerdichter Haimo Hieronymus, die die Galeristin Helga Oberkalkofen nach Siegen geholt hat und die noch bis zum 20. Februar jeden Donnerstag und Freitag von 14 bis 19 Uhr sowie nach Vereinbarung in der Art-Galerie zu sehen ist.

Der 1969 geborene Kunstlehrer, Dichter, Maler und preisgekrönte Grafiker Hieronymus zeigt intensive Großformate, wie man sie in der Region von ihm bisher noch nie gesehen hat, manche sind vier Quadratmeter groß – und alle Arbeiten stammen aus den letzten zwei Jahren, zwei sind sogar aus diesem. Müßig zu betonen, dass die Arbeiten in klassischen Maltechniken und aus tradiert-bewährten Materialien wie Tempera und Öl, Farbpigmenten, Schellack oder Bienenwachs vielschichtig sind – sie sind es nicht nur im Wortsinn. Hieronymus baut auf, übermalt, entwickelt und komponiert direkt am Bild, ohne Umweg über vorbereitende Skizzen, die Werkgenese entspinnt sich oft langsam, allmählich, Schicht um Schicht formuliert sich die Bildaussage „fast ohne kein Zutun“, wie der Maler süffisant behauptet und der Ausstellungstitel wortverspielt suggeriert. Auf den Arbeiten interessieren Körperskizzen, vornehmlich Physiognomien, Mimik, Figurenkonstellationen, stark farbige Zusammenhänge und viril gesetzte Linien, zum Teil wie eingravierte Grenzziehungen. Und handschriftliche, wie flüchtig notierte Texte, Beschreibungen wieder im Wortsinn, und Aphoristisches aus der Anschauung eines Dichters, eben aktuelle Intermedialität in seiner schönsten Form.

Sinnliche Kunst gibt es also zu entdecken, und Freundinnen und Freunde einer kraftvollen jungen Malerei in freier Gegenständlichkeit, mit selbst- oder gesellschaftskritischem Anstrich, die die feine Ironie ebenso wie die Burleske im Ausdrucksrepertoire hat, sollten die Ausstellung nicht verpassen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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