Abgetrenntes Burbach-Verfahren: Plädoyers am Dienstag
Freiheitsstrafen vom Tisch

sz Siegen. Heute werden im von der Hauptverhandlung in der Siegerlandhalle abgetrennten Verfahren im Burbach-Prozess die Plädoyers von Oberstaatsanwalt Christian Kuhli sowie den Verteidigern der insgesamt fünf Angeklagten erwartet. Großen Einfluss auf die Urteilsfindung der 1. großen Strafkammer am Siegener Landgericht dürften diese aber nicht mehr haben. Vieles wurde hinter verschlossener Tür bereits ausgemacht.

Einlassung nicht als Geständnis anerkannt

Auch gestern fand ein weiteres Rechtsgespräch zwischen der Kammer und Verteidigern statt. In der öffentlichen Sitzung gab Vorsitzende Richterin Elfriede Dreisbach Inhalte bzw. die Ergebnisse später bekannt. Demnach sehe die Kammer die bisherige Einlassung des Angeklagten Andreas G. nicht als Geständnis im Sinne früherer Verständigungsgespräche an. Der 50-jährige Ex-Securitydienst-Mitarbeiter ließ seine Einlassung daraufhin über seinen Anwalt Jörn Menzel ergänzen. Demnach räumte er nun in zwei Fällen ein, davon gewusst zu haben, dass während zwei seiner Schichten ein bzw. zwei Personen im Problemzimmer eingeschlossen worden waren.

Einige Anklagepunkte fallen gelassen

Ferner werde nach dem erneuten Verständigungsgespräch die Anklage in acht Fällen gegen den ehemaligen Wachmann Guiseppe R. eingestellt, da dessen Einlassung zu diesen Fällen nicht zu widerlegen sei, so Dreisbach. Auch die Beteiligung des 32-Jährigen im Rahmen der Aufnahme des bekannten Videos, das zeigt, wie sich ein ehemaliger Bewohner in sein eigenes Erbrochenes legen musste, ist damit nicht zu belegen. Das Strafmaß für R. wurde nunmehr auf eine Geldstrafe von 150 bis 200 Tagessätzen reduziert. Ursprünglich stand eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten im Raum. Eingestellt wurde darüber hinaus die Anklage in drei Fällen gegen den einstigen Sozialbetreuer Abdullah F.

Aussagen ergänzt

Der 50-jährige Ex-Securitydienst-Mitarbeiter G. ließ seine Einlassung über seinen Anwalt Jörn Menzel ergänzen. Demnach räumte er nun in zwei Fällen ein, davon gewusst zu haben, dass während zwei seiner Schichten ein bzw. zwei Personen im Problemzimmer eingeschlossen worden waren.

"Viel mehr Gewalt" als andernorts

Im Anschluss machten die fünf Männer Angaben zu ihren Lebensläufen und ihren persönlichen Verhältnissen, die in der Urteilsbfindung berücksichtigt werden können. Hierbei gab der Security-Mitarbeiter Blerim P. an, dass die Verhältnisse in der Notunterkunft Burbach im Vergleich zu einer Dortmunder Einrichtung, in der er zuvor tätig gewesen war, um ein Vielfaches problematischer gewesen seien. Vor allem habe es auf der Lipper Höhe viel mehr Gewalt gegeben.

Nach den heutigen Plädoyers werden morgen die Urteile erwartet.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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