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Prozess gegen 33-jährigen Siegener
Freundin erscheint nicht vor dem Landgericht

Wegen vielfacher Vergehen muss sich ein 33 Jahre alter Mann aus Siegen vor dem Landgericht verantworten. Am Donnerstag sollte eigentlich die Freundin es Angeklagten aussagen.
  • Wegen vielfacher Vergehen muss sich ein 33 Jahre alter Mann aus Siegen vor dem Landgericht verantworten. Am Donnerstag sollte eigentlich die Freundin es Angeklagten aussagen.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

mick Siegen. Beim vorherigen Verhandlungstermin war bekanntgeworden, dass der wegen vielfacher Vergehen angeklagte Siegener (33) nach Einlieferung in die Attendorner U-Haft wegen psychisch auffälligen Verhaltens wochenlang in einem Beobachtungsraum hatte bleiben müssen. Am Donnerstag wurden daher zwei Vollzugsbeamte als Zeugen gehört. Einer kannte den Angeklagten schon seit Jahren und war überrascht über dessen Zustand; „Er war völlig verändert, stand irgendwie neben sich.“ Wochenlang sei kein vernünftiges Gespräch möglich gewesen. Dann habe er den Häftling aufgesucht, „um ihm Feuer zu geben, und von jetzt auf gleich war er wieder normal“.
Angeklagter wollte ein neues Leben aufbauen - für seine Tochter
Sein Kollege sprach von einer schrittweisen Besserung über einen längeren Zeitraum.

mick Siegen. Beim vorherigen Verhandlungstermin war bekanntgeworden, dass der wegen vielfacher Vergehen angeklagte Siegener (33) nach Einlieferung in die Attendorner U-Haft wegen psychisch auffälligen Verhaltens wochenlang in einem Beobachtungsraum hatte bleiben müssen. Am Donnerstag wurden daher zwei Vollzugsbeamte als Zeugen gehört. Einer kannte den Angeklagten schon seit Jahren und war überrascht über dessen Zustand; „Er war völlig verändert, stand irgendwie neben sich.“ Wochenlang sei kein vernünftiges Gespräch möglich gewesen. Dann habe er den Häftling aufgesucht, „um ihm Feuer zu geben, und von jetzt auf gleich war er wieder normal“.

Angeklagter wollte ein neues Leben aufbauen - für seine Tochter

Sein Kollege sprach von einer schrittweisen Besserung über einen längeren Zeitraum. Beim Haftaufenthalt zwei Jahre zuvor sei alles nur um die Tochter gegangen, für die der Angeklagte von nun an habe leben und arbeiten wollen. 2019 nun müsse es wieder einen Bruch mit der Freundin gegeben haben. Der Häftling habe von einem Besuch bei ihr und einem neuen Partner berichtet, bei dem ihm eine komische Spritze untergeschoben worden sei: „Danach sei er tagelang herumgeirrt und irgendwann in Frankfurt halbwegs zu sich gekommen.“
2017 hatte sich der Beamte für den Mann eingesetzt, ihm sogar zu einer vorläufigen Haftentlassung verholfen. Der Angeklagte selbst beteuerte in einem Brief seine vorbildliche Führung, seine Absichten für ein neues Leben für die Tochter und sein besseres Verständnis für das eigene Leben und die vielen Straftaten, woran er hart gearbeitet hätte. Es tue ihm außerordentlich leid, bei der Verhaftung Widerstand geleistet zu haben. Seine Freundin sei krank, er habe in der dadurch bedingten Risikoschwangerschaft bei ihr bleiben wollen und die Absicht gehabt, sich später selbst zu stellen.

Freundin erscheint nicht vor dem Landgericht Siegen

Eben diese Freundin war auch als Zeugin geladen, soll zur Persönlichkeit des Mannes aussagen, der bereits viele Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht hat. Er selbst wollte das nicht. Der Gutachter fand und findet es hingegen wichtig. Die Frau kommt aber nicht. Richterin Elfriede Dreisbach ließ die Polizei losschicken, um die Frau möglicherweise am Donnerstagnachmittag noch in die Verhandlung zu bekommen. Sie wurde aber zu Hause nicht angetroffen. Jetzt soll es für den nächsten Termin am 3. Februar erneut versucht werden. Dabei sollte eigentlich am kommenden Montag Schluss sein.
Anwesend war dafür ein junger Mann, der sich als Cousin des Angeklagten vorstellt, tatsächlich aber „nur“ angeheiratet ist. Er hatte den vorherigen Termin vergessen und war zudem nach einem Corona-Fall in der Verwandtschaft „in freiwilliger Quarantäne“. Ende März 2019 hatte er die Polizei gerufen, weil sein Verwandter ihn gezwungen haben sollte, Nahrung zu kaufen oder ihm Geld zu besorgen. Wobei er damals lediglich angab, den Täter von früher zu kennen. Nach der ersten Drohung ging er mit dem Angeklagten in einen nahen Frischemarkt und bekam dort einen Schlag ins Gesicht, dass die Lippe blutete. Er erinnere sich kaum noch, erzählte er nun, will tagelang unter einer heftigen Gehirnerschütterung gelitten haben. Deren Ursprung habe wohl mit dem Angeklagten zu tun habe, genaues aber wisse er nicht mehr. Hintergrund sei eigentlich ein Fahrrad des anderen gewesen, das er „angeblich verscherbelt“ hätte.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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