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Kohlenmonoxid und Feinstaub
Frist naht: Bald müssen alte Kaminöfen raus

Viele Kaminöfen entsprechen bald nicht mehr den Standards. Doch eine Nachrüstung lohnt sich nur selten, sagt Schornsteinfegermeister Meik Gebhardt.
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schn Siegen. Mit Holz heizen liegt im Trend, nicht erst seit gestern. Aber: Viele Öfen sind in die Jahre gekommen und stoßen mehr Dreck aus, als nötig ist. Bei der Verfeuerung von Holz ist weniger das Kohlendioxid ein Problem, bei Holz wird nur das freigesetzt, was beim Wachstum gespeichert worden ist, dafür gehen reichlich Staub und Kohlenmonoxid durch den Schornstein.
Ältere Kaminöfen entsprechen oft nicht mehr den heutigen StandardsInzwischen hat sich die Technik weiter entwickelt, die Öfen brennen sauberer. „Man muss bedenken, alles, was durch den eigenen Schornstein rausgeht, kommt 20 Meter ums eigene Haus auch wieder runter“, sagt Meik Gebhardt, Bezirksschornsteinfeger im Bezirk Siegen 05.

schn Siegen. Mit Holz heizen liegt im Trend, nicht erst seit gestern. Aber: Viele Öfen sind in die Jahre gekommen und stoßen mehr Dreck aus, als nötig ist. Bei der Verfeuerung von Holz ist weniger das Kohlendioxid ein Problem, bei Holz wird nur das freigesetzt, was beim Wachstum gespeichert worden ist, dafür gehen reichlich Staub und Kohlenmonoxid durch den Schornstein.

Ältere Kaminöfen entsprechen oft nicht mehr den heutigen Standards

Inzwischen hat sich die Technik weiter entwickelt, die Öfen brennen sauberer. „Man muss bedenken, alles, was durch den eigenen Schornstein rausgeht, kommt 20 Meter ums eigene Haus auch wieder runter“, sagt Meik Gebhardt, Bezirksschornsteinfeger im Bezirk Siegen 05. Während moderne Kaminöfen hocheffiziente Anlagen sind, die nur geringe Emissionen ausstoßen, entsprechen ältere Modelle nicht mehr den heutigen technischen und ökologischen Standards. Im Vergleich mit neueren Geräten können die Emissionen bei alten Feuerungsanlagen bis zu 85 Prozent höher sein. „Dazu kommt, dass der Wirkungsgrad mindestens um 10 Prozent höher ist als bei alten Öfen. Ein Austausch lohnt sich also meist schon wirtschaftlich“, so Gebhardt.

Oldies von vor 1995 dürfen schon jetzt nicht mehr rauchen

Aber welche Öfen müssen denn nun wann raus? Eine Frist ist ganz aktuell schon abgelaufen. Öfen, die ein Datum vor dem 1. Januar 1995 auf dem Typenschild tragen, dürfen seit dem 31. Dezember 2020 nicht mehr betrieben werden. Öfen, die vor dem 21. März 2010 gebaut wurden, sind dann 2025 von der Austauschpflicht betroffen. Geregelt ist das Ganze in der Durchführungsverordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz. „Wir reden hier von Einraumfeuerstätten, also den klassischen Kaminöfen“, erklärt der Schornsteinfeger. Und weiter: „Für Heizungsanlagen gelten andere Regeln, dafür sollte man seinen Schornsteinfeger fragen.“ Eigentlich sollte jeder Hausbesitzer bis zum Jahr 2015 eine Nachricht bekommen haben, ob sein Ofen ausgetauscht werden muss. „Wir Schornsteinfeger haben bei der Brandstättenschau darauf geachtet und auf die Austauschpflicht hingewiesen“, sagt Meik Gebhardt.

Ein modernes Filtersystem verursacht Kosten in Höhe eines neuen Ofens.
Meik Gebhardt
Schornsteinfegermeister

Nachrüsten lohnt nur selten

Theoretisch können Öfen auch mit Filteranlagen nachgerüstet werden, doch ob sich das im Einzelfall lohnt, ist eine sehr individuelle Frage. „Ein modernes Filtersystem verursacht Kosten in Höhe eines neuen Ofens, da wird es nur im Einzelfall sinnvoll sein nachzurüsten“, macht der Schornsteinfeger deutlich. Auch eine Abgasmessung durch den Fachmann ist möglich, um den Betrieb eines vorhandenen Ofens sicherzustellen. „Das ist aber praktisch eine Prüfstandmessung vor Ort. Nicht alle Kollegen haben dafür die Technik. Ich selbst habe noch keine Messung durchgeführt. Die Kosten liegen dann auch bei mehreren Hundert Euro“, sagt Meik Gebhardt. Auch da stelle sich dann die Wirtschaftlichkeitsfrage.

Meik Gebhardt ist Schornsteinfegermeister und berät natürlich auch zu Feuerstätten. Aus seiner Sicht lohnt sich ein Austausch von Öfen fast immer.
  • Meik Gebhardt ist Schornsteinfegermeister und berät natürlich auch zu Feuerstätten. Aus seiner Sicht lohnt sich ein Austausch von Öfen fast immer.
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Ausnahmen für spezielle Öfen

Ausgenommen von der Tauschpflicht sind im Übrigen offene Kamine und Öfen, die vor 1950 in Betrieb gegangen sind. „Dort unterstellt man, dass es nur sehr wenige Betriebstage gibt und daher ein Austausch nicht verhältnismäßig ist“, so Gebhardt. Eine weitere Ausnahme bilden Kachel- und Grundöfen, die vor Ort gemauert wurden. „Die sind technisch schon so gebaut, dass sich in den aufwendigen Zügen Rußpartikel und Schadstoffe absetzen und gar nicht ausgestoßen werden. In der Regel verbrennen die Öfen bei richtiger Befeuerung auch sehr gut. Die wurden schon immer auf Effizienz gebaut“, beschreibt es der Schornsteinfegermeister.

Argumente sprechen für einen Austausch

Für Meik Gebhardt lohnt sich ein Austausch älterer Kaminöfen in fast allen Fällen: „Bei sehr wertvollen Einzelstücken, die nicht unter die Ausnahmen fallen, muss man natürlich überlegen, sonst wird sich das immer rechnen.“ Die Einsparungen beim Brennstoff dürfe man nicht unterschätzen. Ebenso die geringeren Schadstoffbelastungen: „Seit ich einen modernen Pelletofen bei mir im Haus habe, muss ich meine Terrasse weniger streichen, da kommt spürbar weniger Ruß runter.“ Beratung gibt es im Übrigen immer beim eigenen Schornsteinfeger. „Der kennt ja auch die Gegebenheiten sehr gut“, so Gebhardt.

Viele Kaminöfen entsprechen bald nicht mehr den Standards. Doch eine Nachrüstung lohnt sich nur selten, sagt Schornsteinfegermeister Meik Gebhardt.
Meik Gebhardt ist Schornsteinfegermeister und berät natürlich auch zu Feuerstätten. Aus seiner Sicht lohnt sich ein Austausch von Öfen fast immer.
Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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