Früherkennung für Neugeborene

Kinderklinik an Modellprojekt beteiligt

Präventionsbewusstsein der Eltern ist dabei enorm wichtig

sz Siegen. Eine seltene angeborene Stoffwechselerkrankung oder Hormonstörung gefährdet etwa eines von 1000 Neugeborenen in seiner Gesundheit. Wird zu spät oder gar nicht behandelt, können diese Erkrankungen zu geistigen oder körperlichen Behinderungen, eventuell zum Tode führen. Wird jedoch kurz nach der Geburt mit der notwendigen Behandlung begonnen, können ein Großteil der Erkrankungen vermieden und Todesfälle oft verhindert werden.

Daher sollten möglichst alle Kinder nach der Geburt auf derartige Störungen untersucht (»Neugeborenen-Screening«) und die wenigen betroffenen Neugeborenen umgehend einer adäquaten Behandlung zugeführt werden. Das Neugeborenen-Screening ist eine von allen Fachgremien und Gesundheitsdiensten anerkannte und empfohlene Maßnahme zur Früherkennung solcher Störungen. In den meisten Bundesländern werden bisher nur drei häufige Erkrankungen durch die Untersuchung von aus der Ferse gewonnenem Blut diagnostiziert. Diese Untersuchung wird zum Teil staatlich finanziert, zum Teil auch von den Trägern der Krankenversicherung bezahlt.

Seit Januar 1999 läuft in Bayern ein Modellprojekt mit einem erweiterten Testverfahren, mit dessen Einsatz jetzt bis zu zwölf angeborene Erkrankungen erkannt und eine noch größere Anzahl von Störungen vermutet werden können, die sich durch ergänzende Diagnostik unverzüglich nachweisen lassen. Vorteil dieser neuen Methode ist eine Untersuchung schon in den ersten 36 Lebensstunden gegenüber bisher erst am fünften Lebenstag.

Um den Neugeborenen aus unserer Region ein optimales Screening zu ermöglichen, hat sich die DRK-Kinderklinik Siegen mit den von ihr betreuten geburtshilflichen Abteilungen (Jung-Stilling und St. Marien) zur Teilnahme an dem Modellprojekt in Bayern entschieden. Wie die Klinik mitteilt, werden die Kosten der Untersuchung auf freiwilliger Basis durch die jeweiligen Einsender-Kliniken getragen.

Die Eltern werden in einem Gespräch über die Blutentnahme unterrichtet. Da die Ergebnisse häufig erst nach Entlassung des Kindes aus dem Krankenhaus eingehen, muss unbedingt die Erreichbarkeit der Eltern gesichert sein, um nötigenfalls rasch weitere Maßnahmen treffen zu können. Das Labor bearbeitet auch am Wochenende eingehende Blutproben, so dass Ergebnisse innerhalb von zwei bis drei Tagen vorliegen und die Klinik bei entsprechendem Befund umgehend telefonisch und per Fax informiert wird.

Ein auffälliger Befund bedeutet jedoch nicht endgültig das Vorhandensein einer Stoffwechselstörung, sondern erfordert manchmal eine Kontrolle des Wertes, insbesondere bei Frühgeborenen. Nach den ersten statistischen Auswertungen konnten allein in Bayern seit 1999 genau 93 Neugeborene mit selteneren Stoffwechselstörungen oder anderen Erkrankungsformen dank des Untersuchungsmodells entdeckt werden.

Leider gibt es für NRW aus verschiedenen Gründen noch keine zentrale Bearbeitungsstelle für eine landesweite Erfassung und Durchführung eines erweiterten Neugeborenen-Screenings wie in Bayern, anderen Bundesländern ist dies im Jahr 2002 inzwischen gelungen. Die Teilnahme am Screening ist weiterhin freiwillig, das Präventionsbewusstsein der Eltern sollte durch umfassende Information zu notwendigen Vorsorgeuntersuchungen gestärkt werden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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