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Schüler-Meinungen gehen weit auseinander
Frust und Freude beim Corona-Abi

Die Meinungen der heimischen Abiturienten bei den diesjährigen Prüfungen gehen stark auseinander.
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  • Die Meinungen der heimischen Abiturienten bei den diesjährigen Prüfungen gehen stark auseinander.
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gro Siegen/Düsseldorf. Dieses Schuljahr hat den Schülern einiges zugemutet – viele sind frustriert und erschöpft. Doch das Abitur sollte wie geplant, trotz der erschwerten Bedingungen und des Wechselunterrichts, stattfinden. Ganz im Interesse der Abschlussjahrgänge (die SZ berichtete). Seit dem
23. April rauchen wieder die Köpfe von insgesamt 90 000 Schülern in NRW.

Dabei wird vor allem in den sozialen Netzwerken Kritik laut: Viele Schüler waren offenbar mit dem Englisch- und Mathe-Abitur überfordert. Auf Instagram und anderen Plattformen suchen sie die Schuld jetzt beim Autor des Textes und machen ihrem Ärger auf dem Account des Bildungslandes NRW Luft. Vor allem die Themen-Auswahl wird kritisiert.

gro Siegen/Düsseldorf. Dieses Schuljahr hat den Schülern einiges zugemutet – viele sind frustriert und erschöpft. Doch das Abitur sollte wie geplant, trotz der erschwerten Bedingungen und des Wechselunterrichts, stattfinden. Ganz im Interesse der Abschlussjahrgänge (die SZ berichtete). Seit dem
23. April rauchen wieder die Köpfe von insgesamt 90 000 Schülern in NRW.

Dabei wird vor allem in den sozialen Netzwerken Kritik laut: Viele Schüler waren offenbar mit dem Englisch- und Mathe-Abitur überfordert. Auf Instagram und anderen Plattformen suchen sie die Schuld jetzt beim Autor des Textes und machen ihrem Ärger auf dem Account des Bildungslandes NRW Luft. Vor allem die Themen-Auswahl wird kritisiert. Die Aufgaben, die zentral vom Land Nordrhein-Westfalen gestellt wurden, haben sogar zu einer Petition im Internet geführt, die für mildere Benotungen plädiert.

Im Großen und Ganzen faire Abiturprüfungen

Die Meinungen der heimischen Abiturienten gehen hingegen stark auseinander. Im Großen und Ganzen seien die Abiturprüfungen für sie fair gewesen. Auch eine kleine, nicht repräsentative SZ-Umfrage in einem sozialen Netzwerk hat ergeben, dass nur 39 Prozent (66 Stimmen) unserer Follower die Abiturprüfungen als zu schwer empfunden haben. 61 Prozent (105 Stimmen) haben für absolut machbar abgestimmt. Auffällig war jedoch, dass nicht nur Abiturienten abgestimmt haben, auch ältere Generationen mischten sich ein.

Im Fokus der jugendlichen Kritik: eben die Englisch- und Mathe Prüfungen. „Die Klausuren hatten ein wesentlich höheres Niveau im Vergleich zu den vergangenen vier Jahren“, betonte ein Abiturient bei der anonym durchgeführten Umfrage. „Die anderen Klausuren waren machbar, aber in Mathe wurden Aufgaben gestellt, die wir so vorher nie gerechnet haben“, erzählt eine weitere Schülerin. „Wir fühlten uns vor den Prüfungen alle gut vorbereitet, doch mit so einer schwierigen Klausur hatte in diesem Jahr keiner gerechnet“, so Franka Emilia Thomas, Schülerin am Wilnsdorfer Gymnasium. Manche der jungen Erwachsenen gehen noch weiter: „Das war die schwierigste Mathe-Abiturklausur seit Jahren“.

Vorbereitung wegen Corona-Pandemie nicht ausreichend

Besonders die Text-Analyse, die die NRW-Abiturienten bei ihrer Englisch-Abiturprüfung über das Werk Farhad Manjoos erstellen mussten, schien viele Schüler vor eine besondere Herausforderung gestellt zu haben. Das Thema sei zu komplex, die Schreibweise nicht verständlich und die Vorbereitung auf den anspruchsvollen Artikel aufgrund des Unterrichts in der Corona-Pandemie nicht ausreichend genug gewesen, bemängeln viele Schüler.

Viele Schüler waren in diesem Jahr offenbar mit dem Englisch- und Mathe-Abitur überfordert.
  • Viele Schüler waren in diesem Jahr offenbar mit dem Englisch- und Mathe-Abitur überfordert.
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„Dein Artikel hat mein Abi versaut – danke für Nichts“ oder „Du hast ab sofort NRW-Verbot“, so oder so ähnlich lauten die inzwischen knapp 7000 Kommentare unter dem neusten Instagram-Foto des New-York-Times-Kolumnisten Manjoo. Der Amerikaner hatte im Jahr 2020 einen Text veröffentlicht, in dem er die Gesetzgebung für Einfamilienhäuser in Kalifornien kritisiert hatte.

"Wir fühlten uns vor den Prüfungen alle gut vorbereitet,
doch mit so einer schwierigen Klausur
hatte in diesem Jahr keiner gerechnet."

Franka Emilia Thomas
Schülerin Gymnasium Wilnsdorf

Was er damals noch nicht wusste: Sein Text würde ein knappes Jahr später eines von drei Themen zur Auswahl im Englisch-Abitur werden – offenbar ganz zum Leidwesen vieler.

Gegenwind für Abiturienten auf Instagram

Gegenwind für die Abiturienten aus NRW gab es jedoch sofort. In den Instagram-Kommentaren nahmen viele Fans den Schriftsteller in Schutz und kritisierten stattdessen die Jugendlichen: „Ihr könnt doch einen Journalisten nicht dafür kritisieren, dass er eine sprachlich anspruchsvolle Kolumne schreibt“. Andere sahen den Schuldigen woanders: „Beschwert euch lieber beim Schulministerium in Düsseldorf“.

Das demonstriert in Stellungnahmen Gelassenheit. Es sei nachvollziehbar, dass die Schüler, die mit einer Aufgabenstellung nicht zurechtgekommen sind, wie sie sich das nach einer intensiven Lernphase erhofft hatten, die Möglichkeit nutzen, sich in sozialen Netzwerken darüber auszutauschen. Zum Text von Farhad Manjoos verweist auch das Ministerium auf den Zuspruch zur Auswahl der Aufgabe; insgesamt seien die Texte wohl länger, aber gerade einem Leistungskurs durchaus angemessen gewesen.

Die Meinungen der heimischen Abiturienten bei den diesjährigen Prüfungen gehen stark auseinander.
Viele Schüler waren in diesem Jahr offenbar mit dem Englisch- und Mathe-Abitur überfordert.
Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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