Füchse leben mitten im Dorf

 Frech lugen sie hervor, die Füchse mit „Postanschrift“ Weitefeld. Für die einen sind sie eine Bereicherung, für die anderen eine eher lästige Angelegenheit. Fotos: Ortsgemeinde Völlig lässig marschieren die Füchse durch die Vorgärten … und schnappen sich dabei aber auch schon mal ein Huhn.
  • Frech lugen sie hervor, die Füchse mit „Postanschrift“ Weitefeld. Für die einen sind sie eine Bereicherung, für die anderen eine eher lästige Angelegenheit. Fotos: Ortsgemeinde Völlig lässig marschieren die Füchse durch die Vorgärten … und schnappen sich dabei aber auch schon mal ein Huhn.
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dach Für Heinz Sielmann wären es vermutlich „possierliche Tierchen“. Das findet offenbar auch der ein oder andere Weitefelder. Manch anderer sieht die Sache aber völlig anders. Fakt ist jedenfalls, dass seit rund zwei Jahren Füchse in Weitefeld leben, und zwar mitten im Ort. Zwei Baue gibt es im Dorf, einen in einer Böschung in der Nähe eines Kinderspielplatzes, der andere in einem alten Geräteschuppen, wie Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler auf Nachfrage berichtete. Es handele sich um zwei Pärchen mit ihren Jungen, hinzu kommt immer wieder „Besuch“ aus den umliegenden Wäldern.

Zwar sind die Tiere nicht zahm, allerdings auch nicht mehr so richtig scheu. „Die kommen bis auf zwei Meter an einen ran“, sagt der Ortsbürgermeister. Daran sind zumindest einige Weitefelder nicht so ganz unschuldig. Keßler: „Wenn die Leute so clever wären, nicht noch Katzenfutter rauszustellen…“ Und so sind die Wildhunde immer wieder Teil des Dorfgeschehens. Keßler: „Letztens war ein Polterabend, da war der Fuchs der Star.“

Es gibt aber auch Zeitgenossen, die bereits unter den Füchsen zu leiden hatten. So sind zwei Hühnerställe im Dorf geleert worden. Und auch der (ehemalige) Besitzer von zwei Laufenten hat Verluste zu beklagen. Er habe seine Vögel einmal nicht rechtzeitig eingeholt, „schon war der Kollege da und hat einen Schnapp gemacht.“

Ortsbürgermeister Keßler bekommt immer wieder Anrufe von Bürgern. Doch der Ortschef hat auch keine Patentlösung: „Was soll man da tun?“ Es gab bereits Überlegungen, eine Lebendfalle aufzustellen. Aber: „Die Füchse sind nicht dumm.“ Und sie mitten im Dorf zu bejagen, könnte noch weit gravierendere Konsequenzen haben, als die Anwesenheit der Tiere einfach hinzunehmen.

Zum Problem könnte – zumindest theoretisch – der Fuchsbandwurm werden, der bei Menschen zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen kann. Bislang ist der Wurm in Weitefeld kein Thema. Im vorletzten Jahr, so habe ihm der Jagdpächter mitgeteilt, seien noch Impfköder ausgelegt worden, berichtet der Ortsbürgermeister.

Keßler glaubt auch nicht daran, dass die Füchse Menschen gefährlich werden. Er bedauert vielmehr, dass „ruckzuck Horrorgeschichten erzählt werden.“ Auch im Bereich des Spielplatzes, wo eine der Familien zuhause ist, habe es noch nicht den Hauch eines Zwischenfalls gegeben. „Trotzdem füttere ich sie nicht.“ Er plädiert vielmehr dafür, die Füchse nach Möglichkeit zu vergrämen, also in ihrer Nähe beispielsweise ausdrücklich Krach zu schlagen. So mache er es selbst – nachdem er die „schönen Tiere“ ausgiebig beobachtet hat. 

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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