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Verbandschef gibt Spitzenamt ab
Für Bernd Schneider ist Schluss

Bernd Schneider erhielt die Sonderauszeichnung für ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft in der Feuerwehr.
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bjö Siegen/Bad Berleburg. „Es wird in den kommenden Jahren mehr denn je erforderlich sein, einen starken Kreisfeuerwehrverband zu haben.“ Wie ein mahnender Appell an die nachfolgende Generation wirkten die Worte von Bernd Schneider am Samstagnachmittag auf der Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) Siegen-Wittgenstein. Soeben hatte ihn der Freudenberger Feuerwehrchef Rainald Thiemann in der Funktion des Verbandsvorsitzenden nach einstimmigem Delegiertenbeschluss abgelöst, als der nach wie vor als Kreisbrandmeister amtierende Bernd Schneider in seinen Abschiedsworten prognostizierte: „Die Diskussionen mit der Politik und den Entscheidungsträgern werden nicht einfacher.

bjö Siegen/Bad Berleburg. „Es wird in den kommenden Jahren mehr denn je erforderlich sein, einen starken Kreisfeuerwehrverband zu haben.“ Wie ein mahnender Appell an die nachfolgende Generation wirkten die Worte von Bernd Schneider am Samstagnachmittag auf der Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) Siegen-Wittgenstein. Soeben hatte ihn der Freudenberger Feuerwehrchef Rainald Thiemann in der Funktion des Verbandsvorsitzenden nach einstimmigem Delegiertenbeschluss abgelöst, als der nach wie vor als Kreisbrandmeister amtierende Bernd Schneider in seinen Abschiedsworten prognostizierte: „Die Diskussionen mit der Politik und den Entscheidungsträgern werden nicht einfacher. Man wird mehr und mehr versuchen, Aufgaben, die eigentlich behördlich zu erledigen sind, auf die Schultern der Verbände zu packen.“ 

"Vieles habe ich versucht und angestoßen"

Über 17 Jahre lang hat Bernd Schneider den hiesigen Verband geführt, gehörte dem Vorstand 23 Jahre an und hatte bereits im letzten Jahr angekündigt, seinen Vorsitz nun abgeben zu wollen. Er bescheinigte sich selbst eine gemischte Bilanz und verglich den KFV mit einem Dampfer, der „manchmal sehr schwerfällig“ sei. „Vieles habe ich versucht und angestoßen; vieles ist aber auch zunächst gescheitert.“ Er gab zu bedenken: „Wenn ihr die Feuerwehr zukunftsfähig machen wollt, müsst ihr alte Zöpfe abschneiden und neue Wege gehen.“ Immerhin sei es ihm gelungen, gemeinsam mit Geschäftsführer Daniel Heinelt den Kassenbestand des Verbands „deutlich zu vervierfachen und viel Sicherheit in die Finanzen des KFV zu bringen“. 

Massive Kritik am Feuerwehrverband

Bernd Schneider nutzte die Gelegenheit seines Abschieds als Vorsitzender zudem, seine massive Kritik am Deutschen Feuerwehrverband zu untermauern. Der habe mit einer „widerwärtigen Intrigenkampagne seiner Vizepräsidenten“ für den Rücktritt des Präsidenten Hartmut Ziebs gesorgt, der am Samstag in Kreuztal zugegen war. Der heutige Deutsche Feuerwehrverband „ist und bleibt ein verknöcherter, in sich ruhender, sich nicht verändern wollender Verein, wofür es sich absolut nicht lohnt, auch nur noch eine Nervenzelle zu verwenden“. Bewegt habe sich dort seit 2019 nichts. 

 „Es ist nicht zusammengebrochen, das System funktioniert weiter“, umschrieb Bernd Schneider nach zweijähriger Corona-Krise andererseits die personell erfreuliche Tendenz in den Feuerwehren des Kreises. Kreisjugendfeuerwehrwart Marco Wirtz hatte zuvor berichtet, dass sich die Riege der Jugendfeuerwehrleute im Kreis im letzten Jahr sogar um 114 Personen vergrößert habe. Kreiskinderfeuerwehrwartin Christine Domnick bestätigte diesen Aufwärtstrend auch in ihrem Bereich: Der Zahl von 721 Kindern im Jahr 2021 stünden 764 Kinder zu Beginn des Jahres 2022 gegenüber, die „begeisterte Mitglieder unserer Blaulichtfamilie sind. So kann es jetzt sehr gerne weitergehen.“   

Bernd Schneider erhält Sonderauszeichnung

„Das sind schon richtig große Fußstapfen, die du da vorgibst“, umschrieb Rainald Thiemann das Erbe seines Vorgängers als Vorsitzender des KFV. Bernd Schneider sprach er ebenso die Ehrenmitgliedschaft im Kreisfeuerwehrverband zu wie dem ehemaligen Leiter der Kreuztaler Feuerwehr Berthold Braun für seine langjährige Vorstandsarbeit. Beide erhielten zudem die Ehrennadel in Gold mit Kranz für die langjährigen Verdienste um die Feuerwehr. Schließlich erhielt Bernd Schneider die Sonderauszeichnung für ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft in der Feuerwehr.

Bernd Schneider erhielt die Sonderauszeichnung für ein halbes Jahrhundert Mitgliedschaft in der Feuerwehr.
Die alte und neue Spitze des Kreisfeuerwehrverbands (von links): Marc-André Amos, Bernd Schneider, Rainald Thiemann und Klaus Langenberg.
Autor:

Björn Hadem aus Siegen

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