Für manche ist Lena „die Beste“

 Wirbelwind auf der Bühne: Lena am Samstagabend auf dem Giller bei ihrem ersten Konzert seit Monaten. Fotos: Dirk Manderbach
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aww - Das muss man Lena lassen: Sie hat keine Scheu vor Ehrlichkeit auf der Bühne und schafft es rüberzubringen, dass sie sich selbst nicht in allem bierernst nimmt. Was dem Lena-unerfahrenen Zuhörer und -schauer zunächst einmal Verwunderung und durchaus auch Respekt abnötigt angesichts des Hochglanz-Produkts, das ihm im Netz entgegenglitzert, wenn Google sein Wissen zur Suchanfrage „Lena Meyer-Landrut“ ausspuckt. Am Samstagabend auf der Ginsberger Heide, in Anbetracht ihres ersten Auftritts seit diversen Monaten, gibt sich die ESC-Gewinnerin von 2010 offen und bescheiden: „Entschuldigt, falls ich mal ein Wort vergesse.“ Der riesigen Ohrringe entledigt sie sich mit dem lapidaren Kommentar: „Dat nervt!“ Da ist einer längst von selbst rausgefallen. Und wenn mal das In-Ear-Monitoring nicht rechtzeitig genug da ist, wo es hingehört (nämlich im Ohr), dann wird der Song eben abgebrochen, und die Band legt einfach noch mal von vorn los. „Sorry!“

Das KulturPur-Publikum, rund 1200 Männer, Frauen und Teenies stark, ist so heterogen wie seine Reaktionen auf das, was der noch 26-jährige Wirbelwind durchtrainiert und bauchfrei wenige Tage vor seinem Geburtstag (morgen ist es so weit) auf die Bühne des nicht ausverkauften großen Zelttheaters bringt. „Lena, du bist die Beste!“, ruft ein junges Mädchen, derweil manch Plus/Minus-Fünfziger eine eher indifferente Miene zur Schau trägt. Letztere Kategorie lässt sich auch nicht unbedingt einfangen von Lenas Charmeoffensive der Marke „Ihr seid wunderschön“, „Ihr ward toll“ oder „Ich spür’ so viele warme Herzen bei euch“.

Für Lena ist es „ein besonderer Abend, weil ich all die alten Sachen noch mal spiele“. Da gehört „Taken By A Stranger“ mit seinen hypnotischen Beats, ihr zweiter, nicht ganz so erfolgreicher ESC-Versuch, ebenso dazu wie im hinteren Konzert-Abteil ihr Siegertitel „Satellite“. Zu dem Zeitpunkt ist längst Riesenjubel angesagt. Die Hütte brennt also doch noch richtig, auch wenn es anfänglich nicht so recht danach ausgesehen hat.

Dass Lena stimmlich keine Sarah Connor ist, die im vergangenen Jahr zweimal den Giller beben ließ, ist kein großes Geheimnis. Ein berühmt-berüchtigter DSDS-Juror würde ihr am dritten KulturPur-Abend vermutlich vorgehalten haben, dass sie manche Töne nicht richtig trifft. Nun, man hätte ihm zustimmen müssen. Auch vom Tourmanager verabreichter Ingwertee und lange Hallfahnen helfen da nicht viel weiter. Dennoch gelingt es dem unermüdlichen Energiebündel, seine Fans zu packen und auf musikalischer Ebene – unterstützt von einer soliden Band: Johann Seifert (Bass), Hannes Butzer (Gitarre), Florian König (Schlagzeug), Florian Ostertag (Tasten), Jenniffer und Laura Kästel (Backing Vocals) – Atmosphäre zu erzeugen. Insbesondere die balladesken Klänge, etwa bei „If I Wasn’t Your Daughter“, dem schönen Song „Push Forward“ oder dem mit zwei akustischen Gitarren und Damen-Trio zart und „unplugged“ in Szene gesetzten „Sleep Now“, setzen feine Akzente inmitten zahlloser Midtempo-Titel.

Am Ende gibt es tosenden Beifall für eine Sängerin im kreativen Findungsprozess, in dessen Rahmen sie sich traute, „manches in die Mülltonne“ zu treten, wie sie selbst sagt. Noch kann sie suchen. Ende Oktober wird es wieder ernst. Dann startet ihre Tournee mit Konzerten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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