Fürstliches Haus würde verpachten

 Vor der Bürgerversammlung in Berghausen am Dienstagabend hat sich der Ton in der Diskussion um die Vorrangzone Kilbe-Nord noch einmal verschärft. Foto: Björn Weyand
  • Vor der Bürgerversammlung in Berghausen am Dienstagabend hat sich der Ton in der Diskussion um die Vorrangzone Kilbe-Nord noch einmal verschärft. Foto: Björn Weyand
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

bw - Nach den massiven Vorwürfen des ehemaligen Bad Berleburger Beigeordneten Jürgen Weber gegen die Stadtverwaltung hat sich der Ton in der Diskussion um die Windkraft-Vorrangzone Kilbe-Nord weiter verschärft. Dabei war eines beim Treffen der Bürgerinitiative in Berghausen am Sonntagabend ganz deutlich geworden: Die Gegner der Konzentrationsfläche wissen, dass sie nur fachlich gegen die Pläne argumentieren können. Da freuten sich sowohl Heinz Dietze als auch Jürgen Weber über die Stellungnahme des Naturschutzbundes. Für den NABU nahm Michael Düben an der Zusammenkunft teil und übte Kritik an der Stadt, die mit Kilbe-Nord eine Konzentrationsfläche schaffen wolle, die überhaupt nicht die rechtlichen Vorgaben einhalte. Außerdem nahm Düben die vorgelegten Artenschutzprüfungen der Stufe 1 ins Visier: Hierbei seien Daten über die Artenvorkommen aus der Literatur gezogen worden – „da ist kein Mensch vor Ort gewesen, um tatsächlich zu prüfen“. Dabei seien windkraft-sensible Arten in dem Bereich nachgewiesen.

Ein anderes Thema, das Jürgen Weber ansprach: Der größte Flächeneigentümer in diesem Bereich habe vor wenigen Jahren noch gesagt, dass auf seinem Grund und Boden „nur über seine Leiche“, so zitierte der frühere Beigeordnete, Windräder gebaut werden sollten. Es ist gar kein Geheimnis, dass knapp die Hälfte dieses Gebiets im Besitz der Wittgenstein-Berleburg’schen Rentkammer – und damit der fürstlichen Familie – ist. Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg sowie sein Sohn Prinz Gustav haben bereits klargestellt, dass sie Flächen an potenzielle Betreiber von Windkraft-Anlagen verpachten würden. Forstdirektor Johannes Röhl präzisierte diese Aussage gegenüber der Siegener Zeitung. Prinz Richard habe tatsächlich einst gesagt, dass auf seinem Grund keine Windräder gebaut werden sollten.

Johannes Röhl dazu weiter: „Nun stellt sich die Situation aber so dar, dass wohl in jedem Fall Windräder in Bad Berleburg gebaut werden. Das heißt, wir haben die Möglichkeit, draufzuschauen, ohne einen finanziellen Vorteil davon zu haben, oder draufzuschauen, aber wenigstens noch einen finanziellen Vorteil damit verbinden zu können.“ Dennoch sei die grundsätzliche Skepsis gegenüber der Windkraft bei Prinz Richard geblieben. Prinz Richard werde sich nach eigener Aussage nicht verweigern, der Stadt bei der Erreichung der Ziele der Energiewende behilflich zu sein.

Mit bösen Gerüchten wollte Johannes Röhl im Gespräch mit der Siegener Zeitung noch aufräumen: „Ich wehre mich gegen den Vorwurf, wir hätten uns in die Auswahl der Vorranggebiete eingemischt.“ Dem fürstlichen Haus gehöre ja letztlich knapp die Hälfte des Stadtgebietes, „da wären wir bei allen Flächen dabei gewesen“, konstatierte der Forstdirektor der Rentkammer. „Von unserer Seite gibt es da auch gar keine Präferenzen für die eine oder die andere Vorrangzone.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.