BIS AUF WEITERES
Fußball und Sprache

SZ-Redakteur Michael Roth.
  • SZ-Redakteur Michael Roth.
  • Foto: SZ
  • hochgeladen von Marc Thomas

Jogis Jungs haben die Fußball-EM vorzeitig verlassen müssen, nur ein Sieg gegen Portugal reicht halt nicht. Alle haben es mitbekommen, keiner hat richtig getrauert. Weil es verdient war. Die Franzosen waren in allen Belangen reifer, schneller, pfiffiger, sogar die Ungarn ebenbürtig.

Ralf Rangnick, der gerne Bundestrainer geworden wäre, hat sein eigenes Urteil in einem Fachblatt kundgetan: Kimmich hat auf der falschen Position gespielt, der Müller auch, einen Mittelstürmer gab es nicht. Kann man so sehen. Jedenfalls liefert so eine Denke Diskussionsstoff.

Weniger oder gar nicht ergiebig sind die Moderatorensätze im TV. Nach dem Thriller Italien gegen Spanien sollte Bastian Schweinsteiger was sagen, seine TV-Partnerin Jessy Wellmer gab ihm dazu eine Steilvorlage. Weil Schweini so manchen Elfer bei Turnieren vergeigt hat.

Aber was liefert der einstige Starspieler ab, er stammelt sich einen zurecht. „Ja, es war ein sehr intensives Spiel.“ Hmm, alle Einblendungen zeigten Spieler in tropfnassen Trikots. Stimmt also. Die unmittelbare Fortsetzung: „Die Spanier hatten natürlich sehr viel vom Spiel. Die Italiener waren effektiver. Aber dann natürlich im Elfmeterschießen, natürlich entscheidet da auch ein bisschen das Glück.“ Haste da noch Worte? Jeder Theken-Talk ist gehaltvoller.

Weiter zum Halbfinale England gegen Dänemark. ZDF-Sportreporter Bela Rethy wechselt beim Elfer für die Briten vor lauter Erregung mal schnell die Sportart: „Ganz Wembley geht aus dem Sattel.“ Später im Studio darf Manuel Gräfe, der beim DFB ungeliebte Bundesliga-Schiedsrichter, ebenfalls kommentieren und in Bildern sprechen: „Glück für England. Ein extrem schmeichelhafter Strafstoß, Schmeichel hält, Nachschuss Kane, Tor.“
Sonntagabend noch das Finale, es darf mitgefiebert werden, und hoffentlich gewinnen die Italiener mit ihrer legendären Innenverteidigung namens „Der Doktor und das Biest“ (Chiellini und Bonucci). Fußballerisch zwei ältere Herren, 36 und 34 Jahre, wobei Chiellini seinen Nebenmann nach eigener Aussage besser kennt als seine eigene Frau. Wir dürfen gespannt sein, was daraus wird.

m.roth@siegener-zeitung.de

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen