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"Gemüse sucht ein Zuhause"
Gärtnern als Gemeinschaftsprojekt

Da kann man (auch mit Maske) richtig Strahlen: Ein ganzer Karton Chilipflanzen konnten Wiebke Beushausen (l.) und Lea Burwitz in die liebevollen Hände von Senioren aus Haus Gilberghof überreichen.
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  • Da kann man (auch mit Maske) richtig Strahlen: Ein ganzer Karton Chilipflanzen konnten Wiebke Beushausen (l.) und Lea Burwitz in die liebevollen Hände von Senioren aus Haus Gilberghof überreichen.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sabe Siegen. Von wegen spießig – Gärtnern und Selbstversorgen ist wieder „in“. Mutter Erde dankt’s, aber auch manch ambitionierter Gärtner weiß von der meditativen Wirkung dreckiger Hände, zarter Setzlinge und großer Salatschüsseln, gefüllt mit frischen Zutaten aus dem eigenen Gewächshaus, zu berichten. Ökologisch und regional, die Triebkräfte des immer tiefer greifenden Trends wollen „Back to the roots“, wollen mit dem eigens aufgezogenen Gemüse aus Bio-Anbau einen kleinen Schritt vorwärts gehen in eine bessere Welt, vielleicht auch nur zu gesünderen Essgewohnheiten.
"Gemüse sucht ein Zuhause"Gemüse jedenfalls, so beweist es die Initiative „Siegen isst bunt“, hat neben (altbekannten) vitaminreichen Superkräften noch ganz anderes Potenzial.

sabe Siegen. Von wegen spießig – Gärtnern und Selbstversorgen ist wieder „in“. Mutter Erde dankt’s, aber auch manch ambitionierter Gärtner weiß von der meditativen Wirkung dreckiger Hände, zarter Setzlinge und großer Salatschüsseln, gefüllt mit frischen Zutaten aus dem eigenen Gewächshaus, zu berichten. Ökologisch und regional, die Triebkräfte des immer tiefer greifenden Trends wollen „Back to the roots“, wollen mit dem eigens aufgezogenen Gemüse aus Bio-Anbau einen kleinen Schritt vorwärts gehen in eine bessere Welt, vielleicht auch nur zu gesünderen Essgewohnheiten.

"Gemüse sucht ein Zuhause"

Gemüse jedenfalls, so beweist es die Initiative „Siegen isst bunt“, hat neben (altbekannten) vitaminreichen Superkräften noch ganz anderes Potenzial. Das Mitmachprojekt „Gemüse sucht ein Zuhause“ bringt Menschen zusammen, lässt Wissen florieren und den Brückenschlag zwischen Tradition und Innovation gelingen.

Chili für Haus Gillerberghof

Lea Burwitz und Wiebke Beushausen haben einen mächtigen Karton mit „roten Teufelchen“ dabei. So – oder auch Capsicum annuum – nennt sich das (ziemlich!) scharfe Gewächs, das die zwei Freundinnen in die Hände von Senioren des Hauses Gilberghof in Eiserfeld geben wollen. Bei Einrichtungsleiterin Angela Zimmermann ist die Gemüse-Adoptions-Idee auf nahrhaften Boden gestoßen – schnell war beschlossen: „Natürlich wollen wir Gemüse ein Zuhause geben.“ Gesagt, getan, und der kreative Input wurde gleich noch erweitert: Im Hof des Hauses wird frohen Mutes gehackt, umgegraben und gesetzt. „Wir haben gleich ein ganzes Gemüsebeet angelegt“, zeigt sie stolz die ersten Setzlinge.

Isolation in Coronazeiten entgegenwirken

Die Aktion, entstanden aus den (Un-)Möglichkeiten der Pandemie-Entwicklungen, eben das weiter voranzutreiben, wofür „Siegen isst bunt“ sich stark macht (Lebensmittel teilen, Kochabende organisieren, Saatgutbörsen veranstalten, Gemeinschaftsgärten pflegen, Verschwendung verhindern), will Leerstand füllen – in Setzkästen und im Zwischenmenschlichen. Oft, „aber nicht nur“, seien gerade ältere Menschen während der Coronazeit Isolation ausgesetzt, sagt Philip Engelbutzeder von der Initiative, der das Projekt als Wissenschaftler der Universität Siegen auch forschend begleitet.

Chili ist Neuland für die Senioren

Die Chili-Pflanze bringt Heinz Herbertz, Marianne Rosseck und Renate Hoffmann vom Haus Gilberghof also nicht nur das gewisse Etwas auf den Teller, sondern auch in den Alltag. Bei der (kontaktlosen) Übergabe der zarten Pflänzchen füllt sich Heinz Herbertz’ Blick mit Neugierde. Johannisbeeren oder Stachelbeeren, die habe es zur Genüge in seinem früheren großen Garten gegeben. „Chilis hatte ich noch nie.“ Neuland auch für Renate Hoffmann. „Eigentlich ist sie unsere Tomatenflüsterin“, sagt Angela Zimmermann. Renate Hoffmann nickt, freut sich aber schon darauf, jetzt auch den Chilis beim wachsen zusehen zu können.

Tipps und Tricks zum Gärtnern

Und: Gerne sollen die Tipps und Tricks der Senioren rund um die Gemüsezucht auch geteilt werden – ein weiterer Ansatz des Projektes ist es nämlich, auch älteren Menschen den digitalen Austausch möglich zu machen, beispielsweise über den sozialen Messenger „Threema“, über den die „Gemüse sucht ein Zuhause“-Gruppe ihre Erfolge und Misserfolge über das Werden und Gedeihen der ganz besonderen Gemüseart teilt.
„Was aus Chilis alles entstehen kann …“, sagt Angela Zimmermann mit Blick auf die vielen kleinen Setzlinge und auch auf „ihre“ Senioren, denen das kleine Pflänzchen herzlich fröhliche Züge entlockt. Kopfnicken bei Beushausen und Burwitz, die über so viel entwickelte Dynamik voller Freude und sich eines ganz sicher sind: „Nach Corona schauen wir nochmal vorbei, um zu sehen, was aus den Pflanzen geworden ist.“

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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