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Restaurantschließungen über Weihnachten
Gans im Restaurant? Ganz bestimmt nicht

Der Gänsebraten muss in diesem Jahr bei einem Restaurant abgeholt werden - oder man wird gleich selbst daheim tätig.
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  • Der Gänsebraten muss in diesem Jahr bei einem Restaurant abgeholt werden - oder man wird gleich selbst daheim tätig.
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  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

nja Siegen/Olpe.  Die Küchen in den Restaurants müssen nicht kalt bleiben, die Stühle im Gastraum aber, bildlich gesprochen, oben: Gastronomische Betriebe dürfen über Weihnachten ihren Außer-Haus-Verkauf fortführen – jedoch wohl nicht gastfreundlich ihre Pforte öffnen. Das geht zumindest aus Statements von Armin Laschet (CDU) und Malu Dreyer (SPD) hervor. Die beiden Landeschefs in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben die Menschen in ihren Bundesländern darauf eingestimmt. Obwohl der „Gastro-Lockdown“ nach dem Corona-Gipfel vergangene Woche offiziell nur bis 20. Dezember andauern soll (s. unten).
Damit sollen natürlich soziale Kontakte minimiert werden. Ziel im Jahr der Pandemie ist der Infektionsschutz.

nja Siegen/Olpe.  Die Küchen in den Restaurants müssen nicht kalt bleiben, die Stühle im Gastraum aber, bildlich gesprochen, oben: Gastronomische Betriebe dürfen über Weihnachten ihren Außer-Haus-Verkauf fortführen – jedoch wohl nicht gastfreundlich ihre Pforte öffnen. Das geht zumindest aus Statements von Armin Laschet (CDU) und Malu Dreyer (SPD) hervor. Die beiden Landeschefs in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben die Menschen in ihren Bundesländern darauf eingestimmt. Obwohl der „Gastro-Lockdown“ nach dem Corona-Gipfel vergangene Woche offiziell nur bis 20. Dezember andauern soll (s. unten).
Damit sollen natürlich soziale Kontakte minimiert werden. Ziel im Jahr der Pandemie ist der Infektionsschutz. Gegner dieser politischen Entscheidung der Bund-Länder-Konferenz in der vergangenen Woche halten dagegen: In Restaurants sei mutmaßlich mehr Platz für das gemeinsame Festmahl als in so manchem Esszimmer.

Gaststätten weiter geschlossen: Unverständnis bei der Dehoga

 Auch beim Hotel- und Gaststättenverband Dehoga trifft die Entscheidung auf Unverständnis, wie der stellv. Geschäftsführer für Westfalen, Lars Martin, u. a. mit Hinweis auf die hohen Hygieneanforderungen ausführt. Gut sei aber, dass Planungssicherheit für die Betriebe bestehe. Die Gäste und auch die Mitarbeiter wüssten nun Bescheid; die Unsicherheit nage doch immer sehr an den Nerven. „Wir hätten lieber gearbeitet als die Dezemberhilfe des Staates in Anspruch nehmen zu müssen.“ Diese solle auf Basis der Novemberhilfe geleistet werden.
Das Angebot, die leckeren Profispeisen abzuholen und dann zu Hause zu genießen, wird laut Martin immer noch sehr gut angenommen, die Rückendeckung durch die Gäste sei groß: „Wir sind dankbar, es ist aber auch notwendig: Jedes Krüstchen zählt.“
Thomas Stahl vom Krombacher Haus Zum Anker ist der Meinung: Das Restaurant nur für die Weihnachtstage zu öffnen, würde sich wirtschaftlich nicht lohnen. Der Abholservice, den es übrigens auch am 1. und 2. Weihnachtstag gebe, werde nach wie vor gut angenommen. „Feste Stammgäste können sich Heiligabend in den Mittagstunden zudem ihre Gans abholen. Die derzeitige Kurzarbeit sei natürlich sehr traurig: „Wir brauchen einen langen Atem.“
„Der Aufwand nur für die Weihnachtsfeiertage zu öffnen, ist zu hoch“, meint auch Susanne Schneider vom Bad Berleburger Restaurant Hof Mühlbach. „Wir haben den Betrieb zum Lockdown Anfang November runtergefahren, den Stammgästen abgesagt.“ Laufkundschaft sei aufgrund der nicht ganz so zentralen Lage des Hauses rar: Das sei ein Grund, warum man keinen Abholservice anbiete. Saison sei das ganze Jahr über: „Wir wünschen uns nun, dass unsere Gäste gesund bleiben und wir uns bald wohlauf wiedersehen.“ Die weihnachtliche Schließung sei in ihren Augen die logische Konsequenz aus dem derzeitigen Lockdown.

Antonio Chantzaras: Warum immer nur die Restaurants?

An den Weihnachtsfeiertagen sei das Restaurant schon immer zu gewesen, sagt Jannik Rosenkranz von der Siegener Pfeffermühle: „Sie gehören den Mitarbeitern und der Familie. Die Zeit vorher ist ja immer sehr stressig.“ Nun, aus dem Lockdown heraus, Kühlhäuser und -theken für ein paar Tage hochzufahren, mache nicht viel Sinn. Der Außer-Haus-Verkauf laufe derzeit besser als im ersten Shutdown – nicht unbedingt unter der Woche, aber freitags und samstags.
Antonio Chantzaras, Namengeber der Olper Pizzeria „Bei Antonio“, bedauert einerseits den Gastro-Lockdown: Es sei doch so viel in den Hygieneschutz investiert worden. Andererseits hätte er sich insgesamt strengere Regeln gewünscht: Einen dreiwöchigen Lockdown – dann aber auch für alle. „So wäre die Krise vielleicht schneller überstanden.“
Thomas Koch vom Restaurant „Altes Olpe“ bietet derzeit keinen Abholservice an: „Wir sind ein typisches À-la-carte-Restaurant.“ Am ersten und zweiten Feiertag aber sollen die Stammkunden nicht auf ihr übliches Weihnachtsmahl verzichten müssen. Auch im Sauerland aber muss dieses – anno domini 2020 – in den eigenen vier Wänden munden.

Länderchefs reden Klartext Offiziell ist das Ende für den Lockdown in der Gastronomie für den 20. Dezember vorgesehen. Viele Bundesländer, darunter auch Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sehen aber keine offenen Restaurants an Weihnachten. – der Überblick: Nordrhein-Westfalen: Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Menschen auf länger andauernde strenge Corona-Auflagen über den Jahreswechsel hinaus eingestimmt. Die Maßnahmen würden bis in die ersten Januar-Tage verlängert, sagte Laschet im Landtag: „Es wird Weihnachten keine offenen Restaurants geben. Es wird Silvesterabend kein Silvesteressen in irgendeinem Restaurant geben.“ Rheinland-Pfalz: Restaurants, Sportstätten sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben – wie überall – bis zum 20. Dezember geschlossen. Bund und Länder gingen aber davon aus, dass etwa bei Gastronomie und Hotels bis Anfang Januar „umfassende Beschränkungen“ erforderlich seien, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).
Der Gänsebraten muss in diesem Jahr bei einem Restaurant abgeholt werden - oder man wird gleich selbst daheim tätig.
Antonio Chantzaras von der gleichnamigen Pizzeria versteht die Fokussierung auf die Gastronomie nicht.
Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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