SZ

SZ-Rundgang in Siegens Kneipen und Restaurants
Gastronomie dreht die Zapfhähne wieder zu

Buntes Treiben in Siegen: Viele Menschen nutzten am Samstagabend die vorerst letzte Gelegenheit für einen Besuch in der Kneipe oder im Restaurant. Marc Reuter, Christian Rödder und Fabian Diehl (v. l.) fanden sich in Onkel Toms Hütte ein und „stellten sich nochmal richtig einen rein“.
5Bilder
  • Buntes Treiben in Siegen: Viele Menschen nutzten am Samstagabend die vorerst letzte Gelegenheit für einen Besuch in der Kneipe oder im Restaurant. Marc Reuter, Christian Rödder und Fabian Diehl (v. l.) fanden sich in Onkel Toms Hütte ein und „stellten sich nochmal richtig einen rein“.
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

kay Siegen. Ab Montag gilt die neue Corona-Schutzverordnung, die mit erneuten einschneidenden Einschränkungen verbunden ist. Unter anderem ist der Betrieb von Restaurants, Gaststätten, Imbissen, Kneipen, Cafés und anderen gastronomischen Einrichtungen vorerst bis zum 30. November, also für genau vier Wochen, untersagt. Der zweite Lockdown trifft auch die heimische Gastroszene erneut sehr hart.
Buntes Treiben in der Oberstadt Siegen
Die Siegener Zeitung machte am Samstagabend, kurz vor dem Lockdown, einen kleinen Streifzug durch Siegen und hat sich umgeschaut. Die zahlreichen Lokalitäten an der Alten Poststraße in der Oberstadt beispielsweise waren allesamt gut besucht. Viele Menschen nutzten die Gelegenheit, noch einmal in die Bar, Kneipe oder ins Restaurant zu gehen.

kay Siegen. Ab Montag gilt die neue Corona-Schutzverordnung, die mit erneuten einschneidenden Einschränkungen verbunden ist. Unter anderem ist der Betrieb von Restaurants, Gaststätten, Imbissen, Kneipen, Cafés und anderen gastronomischen Einrichtungen vorerst bis zum 30. November, also für genau vier Wochen, untersagt. Der zweite Lockdown trifft auch die heimische Gastroszene erneut sehr hart.

Buntes Treiben in der Oberstadt Siegen

Die Siegener Zeitung machte am Samstagabend, kurz vor dem Lockdown, einen kleinen Streifzug durch Siegen und hat sich umgeschaut. Die zahlreichen Lokalitäten an der Alten Poststraße in der Oberstadt beispielsweise waren allesamt gut besucht. Viele Menschen nutzten die Gelegenheit, noch einmal in die Bar, Kneipe oder ins Restaurant zu gehen. Einzig hinsichtlich der Außengastronomie mussten Abstriche gemacht werden - wetterbedingt waren lediglich die überdachten Plätze belegt.

Wirte fühlen sich ungerecht behandelt

„Finanziell sieht es beschissen aus“, erklärte Michael Kämpf, Inhaber von Onkel Tom´s Hütte, gegenüber der SZ. Er könne diese Maßnahmen der Regierung nicht verstehen, da die Gastronomie nicht der Treiber der Pandemie sei. Er habe viel Geld in Schutzmaßnahmen investiert, alle Vorschriften penibel genau eingehalten und frage sich nun, wofür er das alles getan habe. Er glaube zudem auch nicht daran, dass es bei der vierwöchigen Schließung bleiben werde – er gehe von einer Verlängerung bis ins neue Jahr aus. Nicht nur Kämpf selber trifft der vierwöchige Lockdown finanziell sehr hart, auch seine auf Stundenbasis tätigen Mitarbeiter stehen erneut vor einer harten Probe. „Keine Stunden – keine Kohle“, fügte Kämpf hinzu. Auch der Großteil seiner Gäste sieht auf Nachfrage die Maßnahmen eher skeptisch. Dennoch, der vorerst letzte richtige Kneipenabend wurde in der ein oder anderen Weise genutzt: „Wir stellen uns heute nochmal richtig einen rein!“, so Marc Reuter, der am Samstagabend mit seinen Kumpels in Onkel Toms Hütte gelandet war.

Volle Lokale auch in der Unterstadt Siegen

Stadtabwärts glichen sich die Bilder – die Lokale waren voll. Auch die Mitarbeiter des Café Extrablatt hatten alle Hände voll zu tun. Katrin Fiolka, stellv. Betriebsleiterin, erklärte auf Nachfrage, der zweite Lockdown sei eine finanzielle Katastrophe, gerade in der umsatzstarken Vorweihnachtszeit träfe es sie sehr hart. „Wir müssen zusammenhalten, denn gemeinsam sind wir stark“, so Fiolka weiter. Man mache das Beste aus der Situation und werde auch die Mitarbeiter nicht alleine lassen, sollte es bei diesen zu finanziellen Engpässen kommen, die diese nachts nicht mehr ruhig schlafen lassen. Auch im Extrablatt herrschte Skepsis, ob es bei der vierwöchigen Schließung bleiben werde. Wenige hundert Meter weiter, an der Hindenburgstraße, konnten die Gastronomen ebenfalls nicht über mangelnde Arbeit klagen. Özcan Yildiran von der Mirror Cocktail Lounge zeigte sich wie die zuvor befragten Gastronomen ebenfalls enttäuscht. Auch er habe große Summen in die Umsetzung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen investiert und sich an alle Regeln gehalten. „Dieses Jahr wird das mit der Öffnung der Lounge nichts mehr“, befürchtet er.

"Jetzt wird es nochmal richtig schwer für uns"

Direkt nebenan, im My First Kitchen, steht Geschäftsführer Ayhan Rüstü Uzun, wie seine anderen Gastro-Kollegen auch, vor großen Herausforderungen. Er habe monatliche Fixkosten in Höhe von 35 000 Euro für Nebenkosten, Miete und Mitarbeiter, die es zu stemmen gelte.
Während des ersten Lockdowns seien aus seiner eigenen Tasche bereits 70 000 Euro in das Unternehmen geflossen, um Hygienemaßnahme umzusetzen, Umsatzeinbußen zu kompensieren und den Betrieb am Leben zu erhalten. „Jetzt wird es nochmal richtig schwer für uns“ fügte er hinzu. Auch wenn für die Kunden während der nächsten Wochen ein Liefer- und Abholservice für die Speisen angeboten wird, so werden die Umsätze nicht für einen lukrativen Betrieb ausreichen.
Für die Polizei brachte der Samstagabend keine nennenswerten Probleme mit sich, alles verlief ruhig und in geordneten Bahnen, bestätigte die Leitstelle auf SZ-Nachfrage.

Autor:

Kay-Helge Hercher (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen