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Frauen-Missions-Gebets-Bund vertraut auf Kraft der Worte
Gebete verändern die Welt

Die Hand reichen über Grenzen hinweg – das hat Conny Stöckle 22 Jahre lang in Japan als Missionarin getan. Sie musste sich mit der fremden Sprache, der anderen Mentalität und – nicht zu unterschätzen – einem ungewohnten Klima arrangieren, um Gottes Wort im fernen Osten zu verbreiten.
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  • Die Hand reichen über Grenzen hinweg – das hat Conny Stöckle 22 Jahre lang in Japan als Missionarin getan. Sie musste sich mit der fremden Sprache, der anderen Mentalität und – nicht zu unterschätzen – einem ungewohnten Klima arrangieren, um Gottes Wort im fernen Osten zu verbreiten.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

ihm Siegen. „Ich bin eigentlich in zwei Welten zu Hause – und in keiner so richtig.“ Wenn Conny Stöckle von Japan erzählt, leuchten ihre Augen. 22 Jahre hat sie als Missionarin auf der japanischen Nordinsel Hokkaido gelebt. Nun ist sie seit sechs Jahren in Siegen geistliche Leiterin des „Deutschen Frauen-Missions-Gebets-Bundes“ (DFMGB), der unterm Krönchen seinen Sitz hat. Der Bund koordiniert etwa 14 000 Frauen in rund 650 Gebetsgruppen in Deutschland und Österreich.
120 Missionarinnen, fast alle von ihnen unverheiratet und alleinstehend, verlassen sich in allen Ecken der Welt auf die Hilfe des DFMGB. Hilfe, die sich nur zum Teil in materieller, vor allem aber in geistlicher Unterstützung ausdrückt. Die Frauen in den Gruppen beten für die Missionarinnen.



ihm Siegen. „Ich bin eigentlich in zwei Welten zu Hause – und in keiner so richtig.“ Wenn Conny Stöckle von Japan erzählt, leuchten ihre Augen. 22 Jahre hat sie als Missionarin auf der japanischen Nordinsel Hokkaido gelebt. Nun ist sie seit sechs Jahren in Siegen geistliche Leiterin des „Deutschen Frauen-Missions-Gebets-Bundes“ (DFMGB), der unterm Krönchen seinen Sitz hat. Der Bund koordiniert etwa 14 000 Frauen in rund 650 Gebetsgruppen in Deutschland und Österreich.
120 Missionarinnen, fast alle von ihnen unverheiratet und alleinstehend, verlassen sich in allen Ecken der Welt auf die Hilfe des DFMGB. Hilfe, die sich nur zum Teil in materieller, vor allem aber in geistlicher Unterstützung ausdrückt. Die Frauen in den Gruppen beten für die Missionarinnen. Nicht ab und zu, nicht für alle auf einmal. Nein, jeden Tag. Und für jede einzelne und ihre besonderen Anliegen. „Frauen beten für Frauen“ heißt die Devise.

Als „Missionsnachrichten“ gedruckt und verschickt

Conny Stöckle war auch eine von diesen Missionarinnen, die auf die Gebetshilfe aus der Heimat zählten. Jeden Monat beschreiben rund 15 Missionarinnen ihre Situation in einem Brief. Die Berichte werden im Siegener Büro des DFMGB zu einem Heft zusammengestellt und als „Missionsnachrichten“ gedruckt und in die Gebetsgruppen verschickt. Die vielen Mitglieder erfahren so, wie es in Tansania, in Bulgarien, in China oder in Brasilien steht. Was brauchen die Missionarinnen, läuft das Visum aus, sind die Eltern in der Heimat krank, machen die Behörden Schwierigkeiten, und – in diesen Monaten besonders wichtig – legt Corona das Missionsleben lahm oder können die Frauen weiterarbeiten?
In ihren Berichten nennen die Frauen, die allein in der Fremde sind, ganz unverblümt ihre Anliegen und bitten um die Hilfe durchs Gebet. Conny Stöckle glaubt ganz fest, dass beharrliches Beten tatsächlich hilft. Zu wissen, dass zu Hause andere Frauen ihre Sorgen und Nöte teilen, mit ihnen fühlen und Gott um Hilfe bitten, das ist für die Missionarinnen in mitunter schwierigen oder gar gefährlichen Situationen Stütze und Trost.
Conny Stöckle hat allerlei Beispiele für „Gebetserhörungen“ parat. So war das Visum einer Ärztin in Südamerika ablaufen, und die Behörden verweigerten die Verlängerung. „Da haben wir hier Sturm gebetet, damit sie das Visum bekommt, denn sie konnte das Land ja nicht verlassen, da keine Flieger gingen. Außerdem ist sie selbst und sind auch wir davon überzeugt, dass sie an dem Platz ist, an dem Gott sie haben und gebrauchen möchte. Per E-Mail haben wir das Gebetsanliegen in die Gruppen weitergeleitet. Und dann, ein paar Tage bevor sie endgültig hätte gehen müssen, kam das neue Visum. Das war eine Gebetserhörung, die Gott geschenkt hat!“
Der DFMGB ist selbst keine Missionsgesellschaft, er sendet keine Missionarinnen aus. Vielmehr nimmt der Bund 120 Frauen auf, die in Europa, in Afrika, in Amerika und in Asien die frohe Botschaft unter den Menschen verbreiten wollen. Es sind zum Teil Krankenschwestern, Ärztinnen, Erzieherinnen oder Lehrerinnen. Sie bewerben sich um Aufnahme beim DFMGB. 120 Missionarinnen ist die Maximalzahl, 30 Frauen stehen auf der Warteliste. Conny Stöckle: „Wir können in der Regel erst eine neue Missionarin aufnehmen, wenn eine der bisherigen ausgeschieden ist.“

Missionarin muss ledig sein

Eine wichtige Aufnahmebedingung: Die Missionarin muss ledig sein. Falls sie nach der Aufnahme den Mann fürs Leben trifft und heiratet, bleiben sie aber in der Obhut des Bundes. Bei sieben von den 120 derzeitigen Missionarinnen ist das der Fall.
Weil sie in der Regel keine Familie haben, ist die Mission für die Frauen ihr Lebensinhalt. Sie gehen ins Ausland, tauchen ein in eine fremde Kultur, lernen über Jahre die Sprache. Conny Stöckle hat nach Bibelschule und Gemeindearbeit in Deutschland mit 34 Jahren in Japan angefangen. Die ersten Jahre gehörten dem Sprachstudium. Es folgte Missionsarbeit in vielfältiger Hinsicht. Gespräche über den Glauben, Gottesdienste, Gemeindeaufbau. „Ich habe auch Kochkurse veranstaltet.“ Deutschen Apfelkuchen und Vanillekipferl gab es, und zwischendurch zehn Minuten Gespräche über Gott, die Bibel und Jesus Christus. Kinderspielnachmittage und Bastelabende waren Türöffner, um die christliche Botschaft in buddhistische oder shintoistische Häuser zu tragen.

Arbeit oft im Verborgenen

Im toleranten, aber konservativen Japan ist die Mission zwar nicht leicht, aber zumindest ungefährlich. Das ist in vielen Ländern der Welt ganz anders. In muslimischen Gesellschaften leben die Missionarinnen gefährlich. Manche können gar nicht offen missionieren, sondern müssen ihre Arbeit im Verborgenen tun. Um so wichtiger sind für sie Gebete aus der Heimat.
Eine Missionarin in Nahost schreibt in ihrem Bericht über Frauen, mit denen sie Kontakt hat: „Alle diese Frauen haben ursprünglich keinen christlichen Hintergrund und sind unter enormem Druck von der Verwandtschaft. Es ist ein sehr einsamer Weg, denn er ist voller Widerstände, und oft sehen sie Gottes Eingreifen nicht. Deshalb brauchen sie unseren Glauben und unsere Gebete umso mehr.“
Eine Missionarin veranstaltet in Tansania Seminare für Kindergottesdienstmitarbeiter und schreibt nach Deutschland: „Beten Sie um Kraft und Weisheit in diesen Seminaren, dass ich den Kinderkirchmitarbeitern das weitergebe, was sie gerade brauchen. Beten Sie auch für Gesundheit – nicht nur wegen Corona – und für Bewahrung auf den Fahrten in die verschiedenen Gemeinden, denn das mir zur Verfügung stehende Auto ist nicht im allerbesten Zustand.“

Die Hand reichen über Grenzen hinweg – das hat Conny Stöckle 22 Jahre lang in Japan als Missionarin getan. Sie musste sich mit der fremden Sprache, der anderen Mentalität und – nicht zu unterschätzen – einem ungewohnten Klima arrangieren, um Gottes Wort im fernen Osten zu verbreiten.
Beim gemeinsamen Kochen und Essen kamen die Missionarin und die japanischen Frauen schnell ins Gespräch. Beliebt waren die Nachmittage, bei denen Conny Stöckle Rezepte für traditionelle deutsche Gerichte verriet.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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