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Neues Leben auch in der Pandemie
Geburtenrekord im Jung-Stilling

Noch nie sind im Jung-Stilling-Krankenhaus so viele Babys zur Welt gekommen wie 2020.
  • Noch nie sind im Jung-Stilling-Krankenhaus so viele Babys zur Welt gekommen wie 2020.
  • Foto: Symbolfoto/Pixabay
  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

sz/gro Siegen. So voll war das Geburtenbuch noch nie. Das Jahr begann mit der kleinen Maryam, die am Neujahrstag um 16.03 Uhr gesund und munter das Licht der Welt erblickte. Und auch der letzte Säugling im Jahr 2020 war ein Mädchen. Joleen Mia wurde am 31. Dezember um 16.11 Uhr geboren und war somit das 1765. Baby, das im Diakonie-Klinikum Jung Stilling auf die Welt kam. 2019 waren es im Krankenhaus am Rosterberg 204 Kinder weniger.
Das Besondere sind jedoch vor allem die vielen Zwillingsgeburten, auf die sich das Team rund um Chefärztin Dr. Flutura Dede spezialisiert hat. 102 Zwillingspaare kamen 2020 im Diakonie-Klinikum auf die Welt. Aus diesem Grund können gleich zwei neue Rekorde gefeiert werden. „So viele Zwillinge hat es bei uns noch nie gegeben.

sz/gro Siegen. So voll war das Geburtenbuch noch nie. Das Jahr begann mit der kleinen Maryam, die am Neujahrstag um 16.03 Uhr gesund und munter das Licht der Welt erblickte. Und auch der letzte Säugling im Jahr 2020 war ein Mädchen. Joleen Mia wurde am 31. Dezember um 16.11 Uhr geboren und war somit das 1765. Baby, das im Diakonie-Klinikum Jung Stilling auf die Welt kam. 2019 waren es im Krankenhaus am Rosterberg 204 Kinder weniger.
Das Besondere sind jedoch vor allem die vielen Zwillingsgeburten, auf die sich das Team rund um Chefärztin Dr. Flutura Dede spezialisiert hat. 102 Zwillingspaare kamen 2020 im Diakonie-Klinikum auf die Welt. Aus diesem Grund können gleich zwei neue Rekorde gefeiert werden. „So viele Zwillinge hat es bei uns noch nie gegeben. Das ganze Team hat an einem Strang gezogen, um unser Konzept – die familienorientierte Geburtshilfe mit maximaler Sicherheit für Mutter und Kind – jeden Tag Realität werden zu lassen “, freut sich Dr. Flutura Dede.

Auch schwierige Geburten werden von der Diakonie betreut

Wichtig ist den Medizinern vor allem, dass auch bei den Mehrlingsgeburten, wenn möglich, immer eine natürliche Geburt angestrebt wird. Das Team der Geburtshilfe, bestehend aus 21 Hebammen, sieben Oberärzten, zehn Assistenzärzten und einer Menge Pflegepersonal, ist besonders stolz, Teil der Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“ der Weltgesundheitsorganisation zu sein. Ihr Anliegen: Die Familien eng zu betreuen und ihnen rund um die Uhr zur Seite zu stehen.
„Es ist jederzeit ein Oberarzt im Klinikum, der im Notfall sofort im Kreißsaal stehen kann“, erzählte Dede stolz. Dies sei in vielen Geburtshäusern nicht der Fall. Sollten Mütter Schwierigkeiten bekommen, sei durch die unmittelbare Nähe zu den anderen Fachabteilungen im Haus schnellstmöglich Hilfe vor Ort.
Als Perinatalzentrum Level 1 bietet das Klinikum in Kooperation mit der DRK-Kinderklinik Siegen die höchste Versorgungstufe für extrem Früh- und Neugeborene. Denn die Neugeborenen-Intensivstation liegt Tür an Tür mit dem Kreißsaal und den Operationssälen.
„Die meisten Mütter haben eine unkomplizierte Geburt und bringen ein gesundes Baby zur Welt. Aber dies ist leider nicht immer so und in diesen Fällen können wir dann schnellstmöglich helfen“, so der leitende Oberarzt Dr. Ulrich Hennig.
Auf die Familienfreundlichkeit wird im Jung-Stilling besonderer Wert gelegt. Die Babys sollen, wenn möglich, rund um die Uhr bei der Mutter sein. Und auch die Väter dürfen trotz der Corona-bedingten Auflagen Mutter und Kind zur Seite stehen. „Wir führen mittlerweile Schnelltests durch, sodass die Familien während und nach der Geburt vereint sein können“, erklärte der Verwaltungsdirektor Jan Meyer.
Auf die Frage, welcher Tag den Medizinern im vergangenen Jahr besonders in Erinnerung geblieben ist, antwortete die Chefärztin: „Bei mir war es ein Tag im März, während des ersten Lockdowns. Ich sah an diesem Morgen in den Medien die Bilder der vielen ,Corona-Toten’ in Italien. Überall waren Särge zu sehen. Am Ende des Tages hatten wir dann auf unserer Station nicht ein Babybett mehr frei. Ich glaube, es waren sieben Babys, die wir als Team in diesen 24 Stunden auf die Welt gebracht hatten. Das hat mich emotional sehr berührt zu sehen, dass auch in traurigen Zeiten immer wieder junges, neues Leben entsteht.“

Anbau soll weiteren Fortschritt im Stilling bringen

Und auch Oberarzt Dr. Ulrich Hennig hatte sofort eine Geburt im Kopf: „Bei mir war es eine werdende Mutter, der ich leider mitteilen musste, dass ihr Kind in Beckenendlage liegt und wir mit einem Kaiserschnitt rechnen müssen. Die Frau war am Boden zerstört. Letztendlich haben wir es jedoch mit dem ganzen Team geschafft, das Baby gesund und munter mit einer natürlichen Geburt zur Welt zu bringen. Das sind für mich immer ganz besondere Momente.“
Für Hebamme und pflegerische Leitung Andrea Kühn hat das Jahr 2020 mit all seinen Herausforderungen auch positive Effekte gebracht: „Ich durfte die erste Geburt während des Lockdowns im Frühjahr begleiten. Alles war noch so neu und ungewiss, sodass ich die ersten Wehen mit der werdenden Mutter auf dem Parkplatz und im Auto weggeatmet habe, bis wir Masken und Schutzkleidung organisiert hatten. In dieser Zeit sind wir alle noch mehr zusammengewachsen. Untereinander und auch mit den Familien.“
Insgesamt steigen die Neugeborenenzahlen im Diakonie-Klinikum von Jahr zu Jahr immer mehr an. Aus diesem Grund soll die Abteilung Geburtshilfe in Zukunft wachsen – nicht nur personell, sondern auch räumlich. Schon Ende dieses Jahres soll der zwölfstöckige Anbau in Richtung Wichernstraße fertig werden. Dadurch wird auch die Geburtshilfe um etwa 100 Quadratmeter erweitert.
„Wir wollen die Abteilung auf ein noch höheres Level bringen. Wir glauben, dass die Station durch die Renovierungen und den Anbau noch attraktiver wird und wir den vielen Familien noch mehr bieten können. Dies sollte im Großen und Ganzen auch die Zukunft der Geburtshilfe sein, dass überall die spezialisierte Versorgung der Kinder und Mütter gewährleistet werden kann“, erklärte Verwaltungsdirektor Meyer der SZ.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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