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Bombenangriff auf Siegen am 16. Dezember 1944
Gedenken so still wie noch nie

Siegens Bürgermeister Steffen Mues und seine Stellvertreterin, Angela Jung, legten im Dicken Turm den Kranz nieder.
  • Siegens Bürgermeister Steffen Mues und seine Stellvertreterin, Angela Jung, legten im Dicken Turm den Kranz nieder.
  • Foto: kalle
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

kalle Siegen. Vom Dicken Turm am Unteren Schloss aus spielte das Glockenspiel um 15 Uhr „Eine feste Burg ist unser Gott“. Es waren nur einige Offizielle, die an der Kranzniederlegung zum Gedenken an den schweren Bombenangriff im Jahr 1944 auf die Stadt Siegen anwesend waren. Die Polizei hielt sich im Hintergrund.
Außer drei älteren Damen hatten sich alle Mitbürger an die Bitte der Stadt gehalten, wegen der Corona-Pandemie nicht an der Veranstaltung teilzunehmen. Siegens Bürgermeister Steffen Mues und seine Stellvertreterin, Angela Jung, legten den Kranz im Turm ab. Anschließend wurden die Türen des Dicken Turms wieder verschlossen.
Kein öffentliches GedenkenMues sprach anschließend von einer bedrückenden Stimmung, weil die Bürger an diesem Gedenktag der Stadt nicht teilnehmen konnten.

kalle Siegen. Vom Dicken Turm am Unteren Schloss aus spielte das Glockenspiel um 15 Uhr „Eine feste Burg ist unser Gott“. Es waren nur einige Offizielle, die an der Kranzniederlegung zum Gedenken an den schweren Bombenangriff im Jahr 1944 auf die Stadt Siegen anwesend waren. Die Polizei hielt sich im Hintergrund.
Außer drei älteren Damen hatten sich alle Mitbürger an die Bitte der Stadt gehalten, wegen der Corona-Pandemie nicht an der Veranstaltung teilzunehmen. Siegens Bürgermeister Steffen Mues und seine Stellvertreterin, Angela Jung, legten den Kranz im Turm ab. Anschließend wurden die Türen des Dicken Turms wieder verschlossen.

Kein öffentliches Gedenken

Mues sprach anschließend von einer bedrückenden Stimmung, weil die Bürger an diesem Gedenktag der Stadt nicht teilnehmen konnten. Das offizielle Erinnern an den schrecklichen Bombenangriff auf die Krönchenstadt mit den vielen Opfern wird nun seit 70 Jahren in Siegen begangen. Erstmalig, so hat es das Stadtarchiv recherchiert, gedachte man am 16. Dezember 1950 der Opfer von Krieg, Gewalt und Terrorherrschaft. Bis 1954 fanden die öffentlichen Gedenkfeiern unter Glockengeläut vorwiegend auf dem Marktplatz statt. Im Herbst 1951 war seitens der Bürgerschaft und der Stadtverwaltung der Wunsch geäußert worden, ein würdiges Mahnmal für alle Opfer der nationalsozialistischen Diktatur auf einem öffentlichen Platz zu errichten.

Gedenkstätte im "Dicken Turm"

Nachdem sich bereits 1954 auf privater Ebene ein Ausschuss gebildet hatte, um ein projektiertes Ehrenmal mit Glockenspiel am Unteren Schloss zu verwirklichen, beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 13. Oktober 1954, für die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs im „Dicken Turm“ des Unteres Schlosses eine Gedenkstätte mit Glockenspiel zu errichten.
Am 16. Dezember 1955 wurde das Mahnmal seiner öffentlichen Bestimmung übergeben.

Glocken läuten um 15.08

Im Verlauf des Erinnerns an die Opfer von Krieg und Diktatur sollten fortan die um 15.08 Uhr läutenden Kirchenglocken an den Zeitpunkt der Bombardierung Siegens im Jahr 1944 erinnern. Die offizielle Gedenkfeier am 16. Dezember 1970 fand abweichend jedoch auf dem Hermelsbacher Friedhof statt. Am 17.September 1987 wurde eine Bronzetafel mit folgender Inschrift in der Gedenkstätte angebracht:
„Zum Gedenken an die in Jahren der Diktatur von 1933 bis 1945 ermordeten und vertriebenen jüdischen Mitbürger, an die Frauen und Männer des Widerstandes und alle Opfer von Krieg, Terror und Gewalt. Den Lebenden zur Mahnung. Rat und Bürger der Stadt Siegen“

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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