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Schüler sensibilisieren
Gefahren im Straßenverkehr

Susanne Otto führte als Moderatorin durch die einstündige Veranstaltung und hatte die Schüler dabei immer im Blick.
  • Susanne Otto führte als Moderatorin durch die einstündige Veranstaltung und hatte die Schüler dabei immer im Blick.
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  • hochgeladen von Dominik Jung

kaio Allenbach. Für gewöhnlich dürfen sich Schüler vor den Sommerferien eher über leichte Kost freuen. Mit dem einstündigen Crash-Kurs-NRW wurden 150 Schülerinnen und Schüler der zehnten und elften Jahrgänge am Gymnasium Stift Keppel am Mittwochmittag in Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein und Ehrenamtlern mit einem enorm wichtigen Thema konfrontiert. Bereits 2012 hatte die allererste Veranstaltung dieser Art in dem Gymnasium stattgefunden. 
Ein Unfall oberhalb der Applauskurve
„Realität heißt, es sind wahre Geschichten. Es ist kein Escape-Room. Dass ihr euch das heute antut, ist freiwillig. Wir wollen euch nicht schockieren, sondern sensibilisieren“, erklärte die Kriminalhauptkommissarin Susanne Otto. Sie führte als Moderation durch die Veranstaltung.

kaio Allenbach. Für gewöhnlich dürfen sich Schüler vor den Sommerferien eher über leichte Kost freuen. Mit dem einstündigen Crash-Kurs-NRW wurden 150 Schülerinnen und Schüler der zehnten und elften Jahrgänge am Gymnasium Stift Keppel am Mittwochmittag in Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein und Ehrenamtlern mit einem enorm wichtigen Thema konfrontiert. Bereits 2012 hatte die allererste Veranstaltung dieser Art in dem Gymnasium stattgefunden. 

Ein Unfall oberhalb der Applauskurve

„Realität heißt, es sind wahre Geschichten. Es ist kein Escape-Room. Dass ihr euch das heute antut, ist freiwillig. Wir wollen euch nicht schockieren, sondern sensibilisieren“, erklärte die Kriminalhauptkommissarin Susanne Otto. Sie führte als Moderation durch die Veranstaltung. „Wir halle haben Träume. Eine Reise nach Norwegen, ein eigenes Haus, Geld, Abitur machen. Wenn wir Fehler im Straßenverkehr machen, können diese Träume ganz schnell platzen. Ein kleiner Augenblick, der das Leben verändern kann“, so Otto. Vier Killer gibt es, die bei der Teilnahme im Straßenverkehr, insbesondere beim Autofahren, zu verhängnisvollen Katastrophen führen können: zu hohe Geschwindigkeit, nicht anschnallen, fehlende Aufmerksamkeit sowie Alkohol und Drogen am Steuer. 

Die Polizeibeamtin Sonja Teichmann schilderte den Schülern einen Unfall aus dem Jahr 2015 auf der B62 bei Lützel. Es war ein sonniger Tag, ihr Kollege hatte ihr die Region zeigen wollen, da wurden sie zu einem schweren Motorradunfall oberhalb der Applauskurve gerufen. Ein Lastwagen solle beteiligt sein und brennen. „Auf der Straße lag ein Motorradfahrer. Aus dem Helm lief Blut und es sah nicht gut aus. Der Lastwagen brannte, es war sehr heiß und der Fahrer des Lastwagens stand unter Schock. Wenig später traf der Rettungsdienst ein und ein Notarzt stellte den Tod des Motorradfahrers fest“, erzählte der jungen Polizistin. 

,,Eine Todesnachricht zu überbringen ist immer das schlimmste''

Als zweite Person stand der Wittgensteiner Rettungsassistent Rafael Brüggemann auf der Bühne, der überwiegend auf der DRK-Rettungswache in Bad Berleburg seinen Dienst schiebt. Er erzählte von einem Verkehrsunfall auf der L903 bei Richstein-Arfeld. „Am Unfallort lag ein rotes Auto in einem Wald, es war gegen einen Baum geprallt und erheblich verformt. Drinnen lagen zwei Menschen. Die beiden vorderen Sitze waren durch den Aufprall so ineinandergeschoben worden, dass ich schon sehen konnte, dass es für die beiden Menschen nicht gut aussieht. In meinen Job weiß ich sehr genau wie tote Personen aussehen. Auch wenn ich nicht wie ein Notarzt den Tod eines Menschen feststellen darf, hatte ich das im Gefühl. Wenige Minuten später traf ein Notarzt ein, der es offiziell bestätigte“, so Rafael Brüggemann. Der Fahrer war wohl zu schnell unterwegs. 

Martin Jung erzählte als ehrenamtlicher Notfallseelsorger, wie er zusammen mit der Polizei den Eltern eines Jungen dessen Tot mitteilen musste. „Eine Todesnachricht zu überbringen ist immer das schlimmste. Ich habe nach diesem Gespräch als erstes meine Tochter angerufen und gesagt, ,schön, dass du da bist'“, so Martin Jung. In die Eltern-Rolle dürften die anwesenden Schüler aufgrund ihres Alters noch nicht sein, doch man merkte nach gut einer halben Stunde, dass das Nervenkostüm einiger Anwesende so langsam bröckelte. Ein junges Mädchen verlies weinend die Aula und wurde gleich von einer Notfallseelsorgerin betreut.

Mit 240 Stundenkilometern auf der linken Spur

Während bei den ersten drei Personen Mitglieder von ihrem erlebten erzählen, die zur professionellen Rettungskette gehören, hatte Rouven Gommers aus Kreuztal eine andere Rolle eingenommen. Die eines Unfallopfers. „Zu meinen Hobbys zählten Autos, Feuerwehr, schnelles Fahren. Zumindest bis zum 20. Mai 2011. Da war er wegen eines Termins nämlich nach Köln gefahren. „Auf dem Rückweg rief mich dann ein Freund an, ob wir noch Pommes essen wollen. Klar, da war ich dabei. Also ging die Fahrt zurück nach Kreuztal deutlich schneller. Schön auf der linken Spur. 140, 160, bergrunter auch mal 240 Stundenkilometer, bis mir dann ein deutlich langsam fahrendes Auto vor mit auftauchte. Ich habe noch versucht auszuweichen und auf den Seitenstreifen zu fahren. Da war aber ein Pannenfahrzeug, also musste ich wieder zurück. Danach habe ich mich mindestens fünfmal überschlagen und gemerkt, dass irgendwas an meinem Rücken verletzt sein musste. Mit einem Ersthelfer bin ich zwar noch aus dem Auto gekommen, doch dann erinnere ich mich nur noch, dass ich im Krankenhaus wieder aufgewacht bin“, so Gommers.

Autor:

Kai Osthoff (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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