Gefahren kann man meistern

 Ronjas Räuberbande (l.) und die von Birk sind sich nicht grün. Wahrscheinlich geht das Märchen über die beiden verfeindeten Familien und ihre befreundeten Kinder aber gut aus. „Ronja Räubertochter“ kann man sich ab Sonntag im Apollo-Theater anschauen. Foto: zel
  • Ronjas Räuberbande (l.) und die von Birk sind sich nicht grün. Wahrscheinlich geht das Märchen über die beiden verfeindeten Familien und ihre befreundeten Kinder aber gut aus. „Ronja Räubertochter“ kann man sich ab Sonntag im Apollo-Theater anschauen. Foto: zel
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zel - Ronja Räubertochter und Birk Borkasohn. Diese Namen allein. Das Glücksgefühl im Frühling und der Hunger im harten Winter im Wald klingen mit, und die Erinnerung daran, wie stark das Kinderbuch von Astrid Lindgren damals gewirkt hat, ist wieder da. Erwachsene wissen, dass „Ronja Räubertochter“ eine „Romeo-und-Julia“-Geschichte ist, aber aufgeregt haben die verfeindeten Räuber-banden die junge Leserin auch ohne dieses Wissen. Wer seinen oder anderen Kindern die Welt der beiden Freunde Ronja und Birk zeigen will, hat gute Karten: Denn „Ronja Räubertochter“ ist das eigenproduzierte Kindertheaterstück im Siegener Apollo-Theater und hat am Sonntag Premiere. Apropos Karten: Es gibt noch welche. Um 15 Uhr ist Beginn.

Intendant Magnus Reitschuster und Regisseur Michael Bleiziffer gewährten am Mittwoch einen Blick auf die Bühne, in die Kulissen. Die hat das Siegener Theater dem Theater Bregenz abgekauft. Die beiden Burgberge der Räuber lassen sich drehen und bieten so ein Innen und ein Außen. Dass schon ein Bühnenbild vorhanden ist, macht die Arbeit des Regisseurs schön und schwierig zugleich. Bleiziffer findet es toll, in Siegen vom ersten Tag an auf der Bühne und mit den Kulissen zu proben, andererseits kann er nicht mehr auf das Bühnenbild einwirken, aber: „Das hier hätte auch von mir sein können.“

Seit vier Wochen probiert das Ensemble mit dem freien Regisseur, der früher Oberspielleiter in Regensburg war und zum wiederholten Mal in Siegen inszeniert. Er findet, es sei ein Kulturauftrag für jedes Theater, anspruchsvolles Kindertheater zu machen, und das sei in Siegen gegeben. Bleiziffer ist sich der Verantwortung bewusst: „Möglicherweise gehen viele Kinder hier zum ersten Mal ins Theater.“ Großes Bühnenbild, eine aufwendige Lichteinrichtung, gute Schauspieler und einige tolle Theatermittel (die noch nicht verraten werden) werden eingesetzt, um den Kindern Bilder und Geschichten anzubieten, die sie vielleicht zu Hause nachspielen oder weiterspinnen möchten.

Magnus Reitschuster empfiehlt die Aufführung für Kinder ab vier Jahren. Denen soll keine heile Welt vorgemacht, sondern gezeigt werden, dass Gefahren und Konflikte im Leben vorkommen und dass man sie bewältigen und lösen kann, wenn man Mut hat und zusammensteht. Wer trotzdem ein bisschen Angst bekommt, wenn die Druden fliegen, kann ja die Hand des Nebensitzers nehmen. Er darf daran glauben, dass dieses Märchen gut ausgeht, denn es ist ja nicht „Romeo und Julia“, sondern ein eigenes, auf dem Roman basierendes Stück, aus dem Magnus Reitschuster eine Fassung für das Siegener Theater gemacht hat. Die soll eine Stunde und 15 Minuten dauern, länger wäre zu lang. Viele, viele Kinder werden nämlich im Dezember ins Apollo-Theater gehen, morgens um 9 und um 11 Uhr wird für Schulen und Kindergärten gespielt, aber natürlich gibt es auch Nachmittagsvorstellungen (Termine: www.apollosiegen.de).

Isabella Leicht, die in Siegen schon als „Kleine Hexe“ und „Pippi Langstrumpf“ zu sehen war, spielt die Ronja. Sie freut sich, mal wieder so „körperlich weich und lebendig“ sein zu dürfen, nicht so verkopft. Es falle ihr gar nicht schwer, auf der Bühne das Mädchen in der Natur zu sein, sagt sie. Sein will sie es und nicht spielen, sie will sich ganz – wie in eine Emilia Galotti auch – in Ronja hineinfühlen. „Effekte wie das Licht oder der Wind sind Mittel, die uns dabei unterstützen.“

Effekte macht auch Musiker Dorian Rudnytsky, der die Musik zum Stück geschrieben hat und spielt. Manches Lied stammt aber auch aus dem Film „Ronja Räubertochter“. Die Kinder können Rudnytsky am rechten Bühnenrand sehen. Es werde auch gesungen und getanzt, sagte Reitschuster, aber die Siegener „Ronja Räubertochter“ sei kein Musical, sondern ein Schauspiel mit Musik. Nach der Premiere am Sonntagnachmittag sind alle Theatergänger zur Premierenfeier eingeladen. Ronja und Birk, die dann Isabella (Leicht) und Klaus (Beleczko) heißen, geben bestimmt Autogramme.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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