Timberjacks hat Bauantrag gestellt
Gegner sehen bei Ansiedlung im Grünen rot

Noch ist es eine grüne Wiese: Der Siegener Rat hat im vergangenen November entschieden, ein knapp 6700 Quadratmeter großes Grundstück in der Numbach für rund 1,2 Mill. Euro an Timberjacks zu verkaufen.
  • Noch ist es eine grüne Wiese: Der Siegener Rat hat im vergangenen November entschieden, ein knapp 6700 Quadratmeter großes Grundstück in der Numbach für rund 1,2 Mill. Euro an Timberjacks zu verkaufen.
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  • hochgeladen von Christian Hoffmann (Redakteur)

ch Siegen. Der Rat gab grünes Licht für den Grundstücksverkauf an den Göttinger Investor, die Kommunalpolitik schmetterte ein Bürgerbegehren gegen dessen Pläne, in der Numbach ein Timberjacks-Restaurant zu errichten, ganz klar ab. Doch das ficht die Gegner des gastronomischen Vorhabens nicht an. Sie machen weiter mobil. Überreichten am Dienstag vor der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause im Geisweider Rathaus weitere 250 Unterschriften gegen die Ansiedlung an Siegens Wirtschaftsförderer Thomas Runge.

"Wir sind viele"

Damit lehnten bereits 750 Bürger der Krönchenstadt das Projekt „hochoffiziell” ab, so Initiatorin Katja Hoffmann. „Wir sind viele aus dem kompletten Stadtgebiet, und wir bilden dabei einen Querschnitt der Bevölkerung ab. Wir tun, völlig unabhängig vom Stand der Dinge beim Projektfortschritt, bloß unseren Protest offen kund”, ergänzte Mitstreiterin Renate Eiteneuer. Weitere Unterschriftenlisten seien noch im Umlauf, „wir hoffen auf ein Einlenken aller Parteien im Stadtrat im Sinne der Bürger und der Attraktivität der Stadt Siegen”.

Die Politik hat längst entschieden

Zur Erinnerung: Der Siegener Rat hat im vergangenen November entschieden, ein knapp 6700 Quadratmeter großes Grundstück in der Numbach für rund 1,2 Mill. Euro an Timberjacks zu verkaufen. Der Investor möchte auf dem Areal des ehemaligen Belgierbades sein drittes Restaurant in Deutschland eröffnen, drei weitere Standorte sind ebenfalls in Planung. Die Göttinger wollen „Beef, Beer, Rock ‘n‘ Roll und Rocky-Mountain-Feeling” ins Rothaargebirge bringen. Neben dem Hauptgebäude mit dem Restaurant und mit der Außenveranda (wohl 250 Sitzplätze) – alles im Blockhaus-Stil gehalten – sind mehrere Chalets angedacht. Sie sollen zwei Dutzend Betten für Übernachtungsgäste bereithalten. 80 Pkw-Stellplätze auf dem Grundstück in der Nachbarschaft zum Café del Sol und zur Johanna-Ruß-Schule bzw. zur Kita „Arche Noah”sind geplant. Zusätzlich sollen hier Fahrradstellplätze, eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge und drei Wohnmobilstellplätze errichtet werden.

Investor möchte loslegen

Allmählich wird das Restaurant, in dem Leckeres rund um das Thema Steaks und amerikanischer Westküsten-Lifestyle angeboten werden sollen, konkret. Das Unternehmen, die Timberjacks Holding GmbH, hat einen Bauantrag eingereicht, so Holding-Geschäftsführer Thomas Kemner. Er hoffte im Gespräch mit der SZ, nach Erteilung der Baugenehmigung zügig loslegen zu können: „Unser Art des Bauens in massiver Blockhausbauweise ist sehr zeitintensiv. Jede einzelner Stamm aus dem Schwarzwald wird von Hand angefertigt und vor Ort. Wir planen mit einer Bauzeit von einem Jahr”.

„Grundsätzlich ist die Genehmigungsfähigkeit gegeben"

„Die Prüfung dieses Antrages ist noch nicht abgeschlossen”, erklärte Stadtbaurat Henrik Schumann gestern dieser Zeitung. „Grundsätzlich ist die Genehmigungsfähigkeit gegeben”, sagte Schumann weiter. Es sei aber noch nicht abschließend mit der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Siegen-Wittgenstein geklärt, ob und welche naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen sowie Maßnahmen zum Artenschutz erforderlich sind. Zudem müsse noch das von der Politik vehement geforderte Verkehrskonzept, das vorliegt, von den zuständigen Gremien in Augenschein genommen werden.

Verkehrsprobleme?

„Obwohl das Konzept noch gar nicht in der Öffentlichkeit ist, befürchten die Gegner der Ansiedlung einer „hochfrequentierten Systemgastronomie” gerade bei diesem Thema massive Probleme. Es existiere bereits ein verkehrstechnisches Nadelöhr mit der Freudenberger Straße mit ihrer sehr hohen Verkehrsdichte und häufigen Staus, so Katja Hoffmann und Renate Eiteneur; immer wieder gebe es „Chaos”, sowohl werktags zu den Stoßzeiten als auch am Wochenende in den Abendstunden, da mit dem Café del Sol bereits ein ähnliches „Systemangebot“ an dem Standort existiere.

Katja Hoffmann: „Die Naherholung an der ,grünen Lunge Alche’ wird somit für alle Erholungssuchenden, ob Alt oder Jung, noch weiter belastet und die Grenze des Erträglichen für die Anwohner überschritten!” Sie und Renate Eiteneur machten sich am Dienstag im Namen der Unterschriftenleister erneut stark für die einstigen Pläne, in der Numbach Erholungsflächen in einer Art Park zu etablieren, die ihrer Meinung nach „in der Schublade versauern”.

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