Geheimer Brief vor Gericht

Vor dem Landgericht Siegen steht derzeit ein 30-Jähriger, der einen anderen Mann in Krombach mit einem Messer angegriffen haben soll. Foto: Landgericht Siegen
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mir - Eigentlich wollte er schweigen, der 30-jährige Angeklagte, dem eine blutige Messerattacke auf einen 24-Jährigen beim Maifest am Krombacher Feuerwehrgerätehaus zur Last gelegt wird. Schwer wiegen die Vorwürfe, dem jungen Mann werden versuchter Mord bzw. schwere Körperverletzung zur Last gelegt.

Bereits drei Wochen nach der Tat hatte der Beschuldigte aus der Untersuchungshaft heraus schriftlich angekündigt, er wolle ein Geständnis ablegen. Als Kripo-Beamte in der JVA vorfuhren, hatte er es sich anders überlegt. Auch am Montag wollte der junge Mann erst nichts sagen. Selbst Alter und Größe mochte er der Vorsitzenden des Schwurgerichts, Elfriede Dreisbach, auf deren Vorhalt hin nicht bestätigen. Trotzdem kam alles ein wenig anders. Der „Türoffner“ dazu war ein Brief des Beschuldigten an eine Verwandte, der aus der JVA geschmuggelt werden sollte, aber abgefangen wurde. Vergeblich versuchte Verteidiger Andreas Trode (Iserlohn), das Vorlesen der Zeilen zu verhindern.

So erfuhr die Öffentlichkeit einiges über das Beziehungsverhalten des Angeklagten und seinen Alkoholgenuss, verbunden mit dem Verlust seines Führerscheins. „Jede Woche 200 Euro für Alkohol“ soll er demzufolge in der für ihn schwierigen Zeit nach dem Tod des Vaters verbraucht haben. Als er seine „Traumfrau“ fand, reduzierte er den Konsum, trank immer weniger. Die tolle Zeit mit der 19-Jährigen währte allerdings nur viereinhalb Monate, ein Ex-Freund der Holden tauchte wieder auf. Wenige Tage später war Schluss. Aber nicht so ganz, man hatte weiter Kontakt, „sie kam nur noch zum Sex“, hieß es in dem Brief.

„Hasserfüllt“ soll der Angeklagte demzufolge in jener Nacht zum 1. Mai geschaut haben, wo die junge Dame sich aufhalten könnte. Offenbar ging das leicht, über ein Google-Konto (Musik) hatte er ihr Handy geortet, ohne dass sie davon etwas ahnte. Das sagte am Montag ein Kripo-Beamter aus, der den 30-Jährigen wenige Stunden nach der Tat zu den begleitenden Umständen befragt hatte. Am Rondell beim Feuerwehrgerätehaus habe die junge Dame gestanden, selbstredend in Begleitung eines jungen Mannes. Zu den folgenden Minuten, also der vermeintlichen Tatzeit, steht nichts in dem Brief. Die nächste Erinnerung habe er im Auto gehabt, steht in dem abgefangenen Brief. Und wie er die mit Blut verschmierten Kleidungsstücke in einer Hecke versteckt habe. Noch zwei aufwühlende Sätze an die Verwandte: „Ich habe mein Leben weggeworfen.“ Und: „Ich hätte mit Euch reden müssen“, gemeint war natürlich die Familie.

Was der Angeklagte selbst zu seiner Person zu sagen hatte und welche Zeugen am Montag zu Wort kamen, lesen Sie in unserem E-Paper, das Sie 14 Tage kostenlos testen können

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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