Geisterstadt Gesundheitsdorf

 Die Außenanlagen wurden mit großem Aufwand neu gestaltet. Das gilt auch für das Innenleben der Emmaburg, der Sparhebel wurde definitiv nicht angesetzt. Aktuell stehen Handwerkerrechnungen im hohen sechsstelligen Bereich im Raum. Fotos (2): Timo Karl   Das Areal rund um die Emmaburg wirkt menschenleer.
  • Die Außenanlagen wurden mit großem Aufwand neu gestaltet. Das gilt auch für das Innenleben der Emmaburg, der Sparhebel wurde definitiv nicht angesetzt. Aktuell stehen Handwerkerrechnungen im hohen sechsstelligen Bereich im Raum. Fotos (2): Timo Karl Das Areal rund um die Emmaburg wirkt menschenleer.
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vö - Ist dies bereits das Ende für das Gesundheitsdorf Emmaburg – und zwar noch ehe es richtig an den Start gegangen ist? Es deutet einiges darauf hin, dass das einst ambitionierte Seniorenheim, das eigentlich im Sommer 2016 in Bad Laasphe an den Start gehen sollte, zumindest unter der jetzigen Führung nicht eröffnet wird.

Aus gut informierten Kreisen erfuhr die Siegener Zeitung gestern, dass Investorin Nadezhda Yailidi, die erst kürzlich als Geschäftsführerin persönlich in die Verantwortung gegangen ist, sich offenbar dazu durchgerungen haben soll, die Emmaburg wieder zu verkaufen.

Darüber hinaus sollen die wenigen noch verbliebenen Mitarbeiter ebenfalls ihre Kündigungen erhalten haben. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es allerdings nicht. In der Emmaburg war gestern trotz zahlreicher Versuche weder telefonisch, noch per E-Mail jemand zu erreichen. Das Gebäude wirkte menschenleer, auf dem Parkplatz stand kein Fahrzeug möglicher noch verbliebener Mitarbeiter. Anwohner sprechen bereits von „einer Art Geisterstadt“. Auch Pflegedirektor Rainer Oberließen ist seit Tagen weder über seine Durchwahl, noch über sein Mobiltelefon erreichbar.

Nicht einfach ist die Situation definitiv für mehrere Wittgensteiner Handwerker, die nach gesicherten SZ-Informationen noch auf Zahlungen aus bereits erbrachten Leistungen mindestens im hohen sechsstelligen Bereich warten. Vereinbart sei, dass die ersten Überweisungen zum 10. Juni geleistet würden, war aus Handwerkerkreisen zu erfahren. Dort wunderte man sich auch über die aktuelle Entwicklung: „Wenn ich ein Seniorenzentrum ans Laufen bekommen will, funktioniert das nur, wenn dort auch Menschen einziehen. Die können aber nur einziehen, wenn das Haus fertig wird. So lange aber das Geld nicht kommt, haben es die Handwerker nicht eilig, dort weiter zu arbeiten.“ Was letztlich der Grundbucheintrag wert sei, der die Forderungen der Handwerker absichern soll, stehe auf einem anderen Blatt.

Klingt zumindest für Außenstehende einleuchtend und stützt die Insider-Kenntnisse, dass die Investorin offenbar einen Verkauf anpeilt, um den wirtschaftlichen Schaden zumindest einzudämmen. Klar scheint derzeit nur, dass vieles unklar ist. Nicht besser wird die Situation durch die Tatsache, dass sich die Investorin öffentlich – möglicherweise mit einem Dolmetscher – nicht äußert. Auch auf der sehr professionell aufgezogenen Internetseite gibt es seit Wochen keine Bewegung mehr.

Bad Laasphes Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann erklärte gestern Abend auf SZ-Anfrage, dass er zur Investorin Nadezhda Yailidi keinen Kontakt mehr habe, seit die Kündigungen vor einigen Wochen öffentlich geworden seien. Seinerzeit mussten auch Geschäftsführerin Irina Perrone und ihr Ehemann Manfred, General Manager, den Hut nehmen. Torsten Spillmann signalisierte gestern auch weiterhin Gesprächsbereitschaft aus dem Bad Laaspher Rathaus heraus, allerdings müsse die auch von beiden Seiten gewollt sein. Der Rathaus-Chef ergänzte in diesem Zusammenhang, dass die Genehmigung für den Betrieb eines Seniorenzentrums nicht personenbezogen sei, sondern für die Gesellschaft vorliege.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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