Gemeinde vergisst Eigentümer

 Ingmar Belz traute seinen Augen kaum: Die Erweiterung eines Regenüberlaufs unterhalb der Pulverwaldstraße in Erndtebrück läuft auch auf dem Grundstück seines Vaters. Informiert hatte die Gemeinde ihn nicht darüber. Foto: bw
  • Ingmar Belz traute seinen Augen kaum: Die Erweiterung eines Regenüberlaufs unterhalb der Pulverwaldstraße in Erndtebrück läuft auch auf dem Grundstück seines Vaters. Informiert hatte die Gemeinde ihn nicht darüber. Foto: bw
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bw - Die Baumaßnahme für einen Regenüberlauf in Erndtebrück unterhalb der Pulverwaldstraße dürfte für die Gemeinde Erndtebrück noch ein Nachspiel haben. In der vergangenen Woche mehrten sich die Anzeichen, dass die Verwaltung nicht alle Grundbesitzer im Vorfeld über diesen Eingriff in Kenntnis gesetzt hat. Auf Anfrage der Siegener Zeitung verneinte jedoch die Verwaltung dies. Im O-Ton:

Frage: Ist es richtig, dass es sich hierbei um ein Privatgrundstück handelt? Antwort der Gemeinde: „Ja.“

Frage: Ist es richtig, dass der Eigentümer nicht um Erlaubnis gebeten bzw. über den Eingriff informiert wurde? Antwort der Gemeinde: „Nein.“

Frage: Ist es nicht notwendig, einen Eigentümer über einen solchen Eingriff in sein Gelände zu informieren? Antwort der Gemeinde: „Ja, es ist notwendig.“

Die Gemeinde war sich ihrer Sache offenkundig sicher, die Verwaltung hatte die Rechnung allerdings ohne Ingmar Belz gemacht. Am Dienstag reiste der Wahl-Hamburger in seine alte Heimat, auch um sich die Baustelle anzuschauen. „Mich hat keiner gefragt“, stellte er im Gespräch mit der Siegener Zeitung klar. Genau das wäre allerdings notwendig gewesen, denn Ingmar Belz’ Vater Albrecht ist der Besitzer des Flurstücks 213. Ein solcher Eingriff in ein privates Grundstück „geht gar nicht“, verriet Ingmar Belz. Im Jahre 1993 hatte sein Vater die Fläche von der Gemeinde erworben. Es handelt sich in diesem Bereich um einen fünf Meter breiten Streifen, der im weiteren Verlauf parallel zur Pulverwaldstraße spitz zuläuft. Der Rat hatte seinerzeit dem Verkauf zugestimmt. „Es ist privates Eigentum, da kann doch die Gemeinde nicht einfach mit dem Bagger hinkommen und graben“, konstatierte Ingmar Belz, „das erste, was man vor solch einer Baumaßnahme macht, ist doch nachzuschauen, wem überhaupt die Grundstücke gehören.“ Ferner stelle sich noch die Frage, was mit dem Holz passiert sei, das aus dem Waldstück entfernt wurde, denn sofern es auf dem Flurstück 213 stand, gehört es dem Eigentümer. Mit solchen Fragen ging Ingmar Belz am Mittwoch ins Rathaus, um die Verwaltung auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen.

„Björn Fuhrmann hat den Sachverhalt geprüft und sich bei mir entschuldigt“, berichtete Ingmar Belz hinterher der SZ. Offen bleibt allerdings, wie die Gemeinde den unangekündigten – und damit unerlaubten – Eingriff in dieses Grundstück wieder gut machen will. Übrigens: Einen anderen Besitzer eines Flurstücks in diesem Bereich hatte die Verwaltung über die Baumaßnahme frühzeitig in Kenntnis gesetzt.Grund für diese Baumaßnahme ist eine Ergänzung des Regenüberlaufs in diesem Bereich. Bereits 2015 starteten die Planungen dafür, die Kosten liegen insgesamt bei rund 80 000 Euro. Zur Baumaßnahme gehört die Verlegung einer Drosselleitung auf einer Länge von rund 7,5 Meter bis zur bestehenden Haltung auf der bestehenden Trasse sowie die Verlegung eines Entlastungskanals auf einer Länge von rund 10,0 Meter bis zum Auslauf auf der bestehenden Trasse. Zudem wird nach dem vorhandenen Regenüberlauf ein neuer Regenüberlauf in Fertigteilbauweise gebaut. Nach Abschluss der Baumaßnahme sind alle Bauteile unterirdisch verlegt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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