Gemeinde will neue Wege gehen

 Georg Bender erklärte der Gemeinde die Funktion von „Church Desk“. Foto: schn

schn Claudia Latzel-Binder führte am Sonntag durch eine sehr interessante Gemeindeversammlung der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Berleburg. Die Gemeinde will bei der Information und bei der Koordinierung der Gemeindeglieder neue Wege gehen, die stark auf die neuen Medien und digitale Infrastruktur setzen. So ist man derzeit dabei, ein neues System mit dem Namen „Church Desk“ zu implementieren. Darüber können Kalender gepflegt, Infogruppen gebildet und auch Dokumentenmanagement betrieben werden.

Das heißt: weniger Papier und kürzere Wege für die Beteiligten. Es geht um den gemeinsamen Workflow und darum, die Lasten der Aktiven auf mehr Schultern zu verteilen. Pfarrerin Claudia Latzel-Binder machte es an einem Beispiel deutlich. Für eine Veranstaltung müssen Kuchen gebacken werden. Bisher ist es so, dass ein Gemeindemitglied den Hut aufsetzen und dann eine Liste mit potentiellen Helfern abtelefonieren müsse. Viel Arbeit und viel Aufwand. Bei dem neuen System könnten sich Menschen in verschiedene Listen eintragen, wo sie helfen wollen. Ist dann Hilfe gefragt, bekommen alle gleichzeitig die Informationen und sehen auch, wie viel Hilfe schon zugesagt ist. „Wenn zehn Kuchen gebraucht werden und man dann sieht, dass es erst acht Zusagen gibt, dann sagt man einfach noch zu“, sagte Claudia Latzel-Binder.

So geradlinig man in Sachen Digitalisierung unterwegs ist und damit die Gemeindearbeit erleichtern will, so klar ist auch der Kurs in Sachen Gebäude. Da hat das Presbyterium einen Plan, der sicher nicht allen gefallen wird, für den es aus Sicht der Verantwortlichen aber kaum einen anderen Weg geben wird. Das Presbyterium will den Bestand der Gebäude verringern, um neue Energie für die Kirchengemeinde zu gewinnen. In der Kernstadt hat sich die Kirchengemeinde schon von Immobilien getrennt und es so geschafft, mehr Leben in die verbliebenen Gebäude zu bringen. So soll es auch in den angeschlossenen Ortschaften rundherum weitergehen. Es gehe nicht darum, den Menschen einfach etwas wegzunehmen, sondern neue Perspektiven zu entwickeln.

„Wir haben immer von Gemeindeaufbau gesprochen. Darunter hat man immer ein Wachsen, ein Größerwerden verstanden. Aber das ist wohl der falsche Weg“, sagte die Pfarrerin in der Stadtkirche. Es müsse darum gehen, die Gemeinde zu entwickeln, Perspektiven zu haben und in die Zukunft zu schauen. „Wir werden immer älter, ärmer und kleiner. Das sind Zahlen und Fakten, die sind seit 20 Jahren bekannt und wir müssen das annehmen“, bezog Claudia Latzel-Binder eine klare Position. Aus ihrer Sicht gehe es darum, die Gemeinde neu aufzustellen, neue Konzepte zu erarbeiten und die Mitglieder enger zusammen zu bringen. Das bedeute eben auch, sich von Gebäuden zu trennen und das Gemeindeleben an anderen Orten zu konzentrieren. Das gelte eben auch für die Gottesdienste.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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