Gemeinschaft zählt am Leisebach

 Angelika Trapp und Justine Rosinski (v.l.) bieten derzeit Gemüsepflanzen auf dem Wochenmarkt in Bad Berleburg an. Die Herkunft ist dabei eindeutig, die Aufzucht absolut Bio. Foto: Timo Karl
  • Angelika Trapp und Justine Rosinski (v.l.) bieten derzeit Gemüsepflanzen auf dem Wochenmarkt in Bad Berleburg an. Die Herkunft ist dabei eindeutig, die Aufzucht absolut Bio. Foto: Timo Karl
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tika - Die Idee ist global, das Angebot ganz bewusst regional: Die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) legt Wert auf Frische und Ökologie. Nahrungsmittel, die vom Hof Leisebach in Beddelhausen stammen, sind daher „Bio“ – und dies ist mit dem Gütezeichen für eine biologisch-dynamische Wirtschaftsweise des Demeter-Verbandes belegt. Im vergangenen Jahr hatte der Biohof seinen offiziellen Betrieb aufgenommen. Dabei stand zunächst die Etablierung des Angebotes auf dem Programm – und der Aufbau von Strukturen. Denn die SoLaWi lebt von ihren Mitgliedern, die Gemüse und Obst bedarfsgerecht erzeugen – ohne Einsatz chemischer Mittel.

Eine Gemeinschaft aus mehreren Personen bezieht ihr Gemüse direkt vom Biohof. Die Mitglieder tragen die Kosten dafür selbst oder helfen bei der Arbeit. Auf welche Weise sich die Akteure ihre Erzeugnisse ergo erwirtschaften, bestimmen sie selbst und haben dabei die Möglichkeit, dies von ihren finanziellen, aber auch zeitlichen Ressourcen abhängig zu machen. Der große Vorteil gegenüber dem Kauf im Supermarkt: Verbraucher kennen die genaue Herkunft ihrer Nahrungsmittel und vor allem die Anbauweise. Auf diese Weise ist für jeden Haushalt eine Vollversorgung mit pflanzlichen Nahrungsmitteln möglich. Zugleich haben die Mitglieder die Möglichkeit, den Anbauplan und damit auch das Angebot mitzubestimmen. Ein bewusster Kontrastpunkt zur globalisierten Welt, den Marcus Wengler und Justine Rosinski auf dem Biohof in Beddelhausen setzen wollten. Und was ist draus geworden?

Die Wintermonate sind überstanden, der Betrieb kommt auf Touren – endlich. „Wir machen weiter, die Resonanz ist gut“, erklärte Justine Rosinski. Am Mittwoch war sie mit Verkäuferin Angelika Trapp – der guten Seele des Biohofs – erstmals in diesem Jahr auf dem Wochenmarkt in Bad Berleburg wieder dabei. Immer mittwochs ist sie im Mai vor Ort, um Zuchtpflanzen zu verkaufen. „Unser Betrieb läuft zweigleisig – mit dem Verkauf auf dem Markt, aber auch direkt ab Hof“, berichtete die Mit-Initiatorin der SoLaWi in Beddelhausen. Dort verkaufen die Akteure immer werktags von 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr ihre Pflanzen und Produkte. Über 30 Sorten sind im Angebot, von Brokkoli und Tomaten, über Wirsing und Weißkohl, bis hin zu Mangold, Fenchel und Salaten. Im Verlauf des Sommers startet dann auch der direkte Obst- und Gemüseverkauf. „Wir haben täglich Kundschaft, es läuft gut“, verriet Justine Rosinski im SZ-Gespräch.

Um die SoLaWi endgültig zu etablieren, arbeiten die Verantwortlichen derzeit eine Satzung aus, auf deren Grundlage der Betrieb künftig laufen soll – und dies in basisdemokratischer Manier. „Die Mitglieder haben die Möglichkeit, die Satzung mit auszuarbeiten. Wir sind offen für konstruktive Kritik, aber auch Anregungen“, erklärte Justine Rosinski. Über 20 Interessenten und potenzielle Mitglieder haben sich für die Solidarische Landwirtschaft in Wittgenstein bereits gefunden, demnächst wollen die Initiatoren eine Informationsveranstaltung starten, um über das weitere Vorgehen aufzuklären.

„Mit der Satzung wollen wir vor allem festlegen, wie hoch der Pro-Kopf-Gegenstandswert ist. Zugleich soll damit gewährleistet sein, dass wir allen Menschen Zugang zur SoLaWi gewährleisten – wir benötigen daher sowohl solche, die uns finanziell unterstützen und im Gegenzug ihre Nahrungsmittel erhalten, als auch solche, die ihre Arbeitskraft einbringen und dafür entsprechend weniger zahlen. Grundsätzlich gilt: Für einen monatlichen Grundbeitrag erhalten die Mitglieder künftig wöchentlich ihre Waren“, erklärte die Bio-Landwirtin – der normale Verkauf ab Hof oder im Rahmen externer Märkte soll parallel dazu weiterlaufen, um die SoLaWi auf eine breitere finanzielle Basis zu stellen und den laufenden Betrieb dauerhaft sicherzustellen – weitere Informationen zu einer Mitgliedschaft unter Tel. (02755) 8460.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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