SZ-Info-Veranstaltung
Generationen „Y“ und „Z“ stark gefragt

Geschäftsführerin Cornelie Rothmaler-Schön begrüßte die zahlreichen Gäste zur Veranstaltung. Viele Unternehmer und Personalentscheider waren ins SZ-Druckhaus gekommen, um sich Infos und Impulse zu holen und um sich auszutauschen. Fotos: ch
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  • Geschäftsführerin Cornelie Rothmaler-Schön begrüßte die zahlreichen Gäste zur Veranstaltung. Viele Unternehmer und Personalentscheider waren ins SZ-Druckhaus gekommen, um sich Infos und Impulse zu holen und um sich auszutauschen. Fotos: ch
  • hochgeladen von Christian Hoffmann (Redakteur)

ch Dreis-Tiefenbach. Alternde Bevölkerung, sinkende Geburtenrate, Fachkräftemangel – der demografische Wandel wirkt sich natürlich auch bei uns massiv auf den Arbeitsmarkt aus. In Zeiten der Quasi-Vollbeschäftigung zwischen Bad Laasphe, Burbach, Betzdorf und Bamenohl haben die kleinen und großen Mittelständler immer öfter Schwierigkeiten, junge und gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden. „Da gilt es für Arbeitgeber, dass sie attraktiv bleiben und diese Attraktivität samt den Faktoren wie Gehalt, Arbeitszeiten, Unternehmenskultur und Arbeitsbedingungen im Wettbewerb um die besten Köpfe auch kommunizieren“, begrüßte am Dienstagabend SZ-Geschäftsführerin Cornelie Rothmaler-Schön die Gäste zur „Joblife“, also zur Info-Veranstaltung in Sachen Fachkräfte-Gewinnung.

Im Dreis-Tiefenbacher Druckhaus der Siegener Zeitung räumte sie gegenüber den zahlreichen Unternehmern und Personalentscheidern aus den heimischen Betrieben ein, dass es bei dem Thema „natürlich große Herausforderungen und viele offene Fragen“ gibt – „lassen Sie uns daher heute Abend gemeinsam ein paar Antworten finden“, so Rothmaler-Schön.

Es ging demzufolge im zum coolen Veranstaltungsraum „umgerüsteten“ Papierlager zwischen den meterhohen und tonnenschweren Rollen um Infos und Impulse. Neben der Agentur für Arbeit bzw. neben dem Jobcenter Siegen-Wittgenstein und der Südwestfalen-Agentur waren es vor allem der „Regionale Jobverbund“ (RJV) und die Nachwuchsunternehmensberater von „Study & Consult“, die Gewichtiges zu sagen hatten.

Mit dem Empfehlungsmarketing im Prozess der Mitarbeiterrekrutierung – neudeutsch: „Employer Branding“ – etwa beschäftigte sich Daniel Gräbener vom RJV: „Unternehmen, die sich als Marke mit bestimmten Eigenschaften etablieren und dies öffentlich sichtbar machen, kommen leichter an das begehrte Personal!“ Dabei gelte es, bei der Suche nach Mitarbeitern auf die Außenwirkung bzw. das Image zu achten. Egal, ob es um einen Azubi oder den Prokuristen gehe. „Ihr Image als Arbeitgeber darf Ihnen nicht egal sein“, mahnte Gräbener.

Mit jeder (schlecht gemachten) Absage an einen guten Bewerber, und die wird es im Auswahlverfahren immer geben, beschädige man das Außenbild bei bis zu acht weiteren Nachwuchs- bzw. Fachkräften – gerade weil die Fach- und Führungskräfte in unserer Region stark vernetzt sind und untereinander reden. Sie reden auch über die Generationen „Y“ und „Z“. Geboren zwischen den frühen 80ern und Mitte der 90er-Jahre, sind die auch „Millenials“ Genannten die große Masse auf dem Arbeitsmarkt. Diese Generation „Y“ – aus dem Englischen „why“ – hinterfragt alles, auch die Arbeit, „beäugt feste Strukturen kritisch und verlässt gerne eingetretene Pfade“, so Julian Reimann von „Study & Consult“ (Uni Siegen). „Wir haben eine hohe Erwartungshaltung an den Arbeitgeber“, so Reimann weiter.

Obwohl auch die „Ypsiloner“ eine angemessene Entlohnung für ihre Arbeit verlangen, sei Geld nicht alles. Die Gestaltung der Arbeitszeiten stehe im Fokus, die Neun-bis-Fünf-Uhr-Anwesenheitspflicht gilt zunehmend als unattraktiv. Die Arbeit passt sich dem persönlichen Lebensstil an, wird auch „nach Feierabend“, mitten in der Nacht oder am Wochenende verrichtet. Was dank Laptop, Smartphone und Internet ohne Weiteres möglich ist. Gerade für junge Eltern seien „moderne Modelle“ oft elementar, um Beruf und Familienleben miteinander vereinbaren zu können, betonte Reimann.

Anders die Generation „Z“. Ihr sei Geld nicht so wichtig, sagte „Study & Consult“-Mitarbeiter Finn Klophaus. Die Arbeit müsse vor allem Spaß machen und die unter 21-Jährigen wollten sich im Job verwirklichen. Auch sie wollen flexibel arbeiten, um Familie, Hobbys (!) und Beruf unter einen Hut zu bringen. Klophaus: „Wir wollen nicht mehr Karriere um jeden Preis machen – und wir wollen, obwohl wir ,Digital Natives’ sind und das Handy mit unseren Händen verwachsen ist, nach Feierabend keine E-Mails mehr bearbeiten!“

Zusammengefasst: Wollen die heimischen Personalentscheider künftig Fachkräfte gewinnen, müssen sie für Zufriedenheit auf allen Seiten sorgen. „Und wer könnte diese Zufriedenheit besser vermitteln als einer ihrer zufriedenen Mitarbeiter“, fragte Michael Göttert, Leiter Verkauf und Marketing bei der Vorländer-Mediengruppe, in die Runde im Rotationsgebäude. Bevor Johannes Rothmaler, ebenfalls Geschäftsführer der Siegener Zeitung, zum offenen Gedankenaustausch im Nachgang zur „Joblife“ bzw. zur Besichtigung des Druckhauses einlud, lenkte Göttert den Blick auf „diese Rekrutierungslücke“: „Wir sind als Arbeitgeber auf allen Kanälen aktiv und investieren Zeit und Geld in Kommunikation, um neue Mitarbeiter von uns zu überzeugen. Dabei kommt oft zu kurz, aus der reinen am Bedarf und den harten Fakten orientierten Arbeitsplatzausschreibung eine emotionale Sache zu machen!“

Mit anderen Worten: Warum nicht Interviews mit Mitarbeitern führen, Recruiting-Videos und Unternehmensporträts produzieren und dann für Reichweite bzw. Treffer in Print und Online, u. a. auf „57jobs.de“ oder auf der Website des RJV, sorgen? Oder noch anders formuliert: „Wir helfen Ihnen, die zahlreichen Bewerber, die über Google ihre Suche beginnen – und das sind die meisten – mit Ihren freien Stellen zu verbinden“, bot Michael Göttert die Unterstützung des Verlagshauses an.

Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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