Geplante Spontaneität

Kyrill-Holz weiterbearbeitet haben Matthias Nilges (l.) und David Heinz. Sie laden morgen Abend ins Atelier 2raum am ehemaligen Siegener Schlachthof ein. Foto: ciu
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ciu Siegen. Nicht tragbar. Also drauf mit der Axt aufs Alu-Blech. Dreingeschlagen mit Wucht und Wut und auch mit der Lust an dem, was Zerstörung schaffen kann. Etwas Durchlässiges, zum Beispiel, was einen Blick hinter das Offensichtliche erlaubt, was vielleicht Platz macht für Neues, Anderes, Fremdes.

David Heinz (geprägt unter anderem vom Siegener Künstler Ulrich Langenbach) und Matthias Nilges (Schüler von Silke Krah an der Jugendkunstschule Siegen-Wittgenstein) geben den Dingen Raum, sich zu entwickeln – und der Farbe Freiheit, so zu laufen, wie es eben passt: Das Acryl-Benzin-Gemisch schmiert auf der schiefen Ebene flächig herab, verästelt sich in feinen Linien, fließt ineinander, legt sich übereinander.

Mit geplanter Spontaneität entstehen im Atelier 2Raum im einstigen Direktorenhaus des Siegener Schlachthofs großformatige Werke (manchmal zimmerhoch), die zupackend wirken, sehr direkt und beinahe unverschämt geradeheraus. Dass der „Fluss“ der Farbe am Ende auf den Kopf gestellt wird, passt zum Konzept der Künstler, das Erwartete unerwartet zu durchbrechen.

Einsichten in ihren materialgeleiteten Schaffensprozess und Draufsichten auf ihre Arbeit erlauben David Heinz und Matthias Nilges am Samstagabend ab 20 Uhr. Unter dem Motto „Tiefer sehen“ öffnen die beiden ihr Atelier – und zwei weitere Räume: einen in Grün und einen in Gelb.

Hier haben Nilges und Heinz Baumstämme (vom Siegener Forstamt zur Verfügung gestellt) mit Axt, Machete und Kettensäge bearbeitet, haben Strukturen freigelegt, lassen das Kyrill-Holz seine ganz eigene Geschichte erzählen, haben geritzt, geschlagen und durchbohrt; dort zeigen sie ein Triptychon aus Glas und Holz, in dem sich Farben und Formeln und Skizzen zu einem eindrücklichen Ganzen verbinden. Gleichfalls im gelben Licht präsentiert wird das allererste Bild, das das Künstler-Duo gemeinsam gearbeitet hat: das Porträt eines hässlich-schönen Gesichts, das berührt.David Heinz und Matthias Nilges gehen weiter. Der Abiturient und der E-Technik-Student planen in diesem Jahr zwei Präsentationen mit dem Künstler Lutz Dransfeld (eine in Siegen, eine in Berlin); dazu versuchen sie, ihre Idee einer Begrünung der Kölner Straße umzusetzen. Vielleicht im Rahmen des Kunstsommers, vielleicht einfach so. Das Gerüst jedenfalls steht schon. Auf dem Papier!

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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