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Berufsschüler sind gefragt
Gerade Krankenhäuser haben Bedarf

Die Berufskollegs in Siegen (hier: Technik) wissen wie alle anderen Schulen noch nicht, wie es nach den Osterferien weitergeht.
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  • Foto: dima (Archiv)
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sos Siegen. Dass der Präsenzunterricht auch an den Berufskollegs in den vergangenen Wochen wegen Corona ausfallen musste, stellte die Leiter bislang offenbar vor keine sehr großen Herausforderungen. Alle hatten schon mit der Lernplattform „SiWi-Wissen“ des Kreises Erfahrung, sodass sie die Umstellung auf den digitalen Unterricht zwar plötzlich, aber nicht gänzlich unvorbereitet traf. „Seit 2002 versorgen wir unsere Schüler darüber schon mit Aufgaben“, erklärt etwa Manfred Kämpfer, Leiter des Berufskollegs Technik. Vergangene Woche sei diesbezüglich eine Erhebung durchgeführt worden mit dem Ergebnis, dass dies gut funktioniere.

sos Siegen. Dass der Präsenzunterricht auch an den Berufskollegs in den vergangenen Wochen wegen Corona ausfallen musste, stellte die Leiter bislang offenbar vor keine sehr großen Herausforderungen. Alle hatten schon mit der Lernplattform „SiWi-Wissen“ des Kreises Erfahrung, sodass sie die Umstellung auf den digitalen Unterricht zwar plötzlich, aber nicht gänzlich unvorbereitet traf. „Seit 2002 versorgen wir unsere Schüler darüber schon mit Aufgaben“, erklärt etwa Manfred Kämpfer, Leiter des Berufskollegs Technik. Vergangene Woche sei diesbezüglich eine Erhebung durchgeführt worden mit dem Ergebnis, dass dies gut funktioniere. Allerdings gebe es unter den 4500 Schülern auch solche, die nicht über die technische Ausstattung wie PC, Laptop oder Drucker verfügten, sodass die Aufgaben „mit Fingerspitzengefühl“ erstellt werden müssten. „Eine Software installieren, das geht dann eben nicht.“

Lehrer sind geschult

Die 550 Vollzeitschüler und 2400 Berufsschüler des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung hatten Glück: Ihre Lehrer seien noch im Februar in verschiedenen Lernmanagementsystemen geschult worden, berichtet Leiter Bardo Nußbickel. Zwei Drittel würden derzeit damit arbeiten, die übrigen Kollegen nutzten E-Mails oder Whatsapp-Gruppen. „Das geben wir aber nicht vor“, betont Nußbickel, schließlich sei die App in Sachen Datenschutz „fragwürdig“. Trotzdem sei er froh, dass immerhin die Kommunikation weiter stattfinde.

Feedback geben ist nicht leicht

Den Schülern die Aufgaben zukommen zu lassen, sei nicht das Problem. Schwierig werde es eher, wenn es um die Rückmeldung seitens der Lehrkräfte gehe. „Einige machen das stichprobenartig, andere überprüfen alles, wieder andere verschicken eine Musterlösung.“ Das sei schon ein sehr großer Aufwand. Besser geeignet seien da Videokonferenzen, die bisher aber nur wenige Lehrer nutzten.
Es gebe keine klare Vorgabe, dass ein Betrieb die Schüler für die Zeit des Unterrichts bzw. des Lernens freistellen müsse, erklärt der Kollegleiter. Und in den meisten Fällen sei es auch eher so, dass die Unternehmen die Arbeitskraft gut gebrauchen könnten.

Krankenhäuser haben Bedarf

Gerade im medizinischen Bereich sei im Moment jede helfende Hand gefragt, weiß Sonja Kunze, Stellvertreterin der stellv. Schulleiterin des Berufskollegs Allgemeingewerbe, Hauswirtschaft und Sozialpädagogik (AHS). Die Schule habe aber nur die Möglichkeit, die Unternehmen darum zu bitten, den über 1300 Schülern die Vorbereitung auf den Unterricht zu ermöglichen. Während Kindergärten diesbezüglich derzeit sicher eher großzügig sein könnten, hätten Krankenhäuser einen großen Bedarf an Mitarbeitern. „Einige Schüler wollen dann auch gern da bleiben.“ Den Eltern gefalle das nicht immer, aber grundsätzlich gelte: Wenn ein Praktikum stattfinden kann, sollen die Schüler dieses auch wahrnehmen.

Unterricht geht - Stand jetzt - nach den Ferien weiter

Wie es nach den Osterferien weitergeht, ist absolut unklar. Derzeit stellen sich die Kollegs darauf ein, dass der Unterricht ab 20. April in den Räumen der Kollegs weitergeht. Eine Entscheidung darüber wird jedoch erst noch getroffen. Möglicherweise kehren dann auch zunächst nur die Schüler zurück, die kurz vor ihren Prüfungen stehen. Fest steht: „Das Schuljahr bleibt restlos neu zu organisieren“, so Bardo Nußbickel.

Wiederholen reicht nicht

Werde man nach den Ferien tatsächlich zum normalen Schulbetrieb übergehen, könnten die Abschlussprüfungen durchaus drei Wochen später geschrieben werden, so Manfred Kämpfer. Sollten die Schulen jedoch noch länger geschlossen bleiben, stelle sich die Frage, wie der Unterricht fortgesetzt werde: Bloßes Wiederholen reiche auf lange Sicht nicht.
„Wir sagen den Schülern immer: Haltet durch, und verliert nicht den Mut“, sagt Sonja Kunze. Vielmehr ist aus aktueller Sicht einfach nicht zu tun.

Autor:

Sonja Schweisfurth (Redakteurin) aus Siegen

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