Gesamtschule: Gang zurück

juli Siegen. Am Thema Schulen entzünden sich leicht starke Emotionen. Hitzige Debatten führen die Fraktionen des Siegener Stadtrats zurzeit wieder einmal darüber, ob es im Stadtgebiet mehr Viertklässlern ermöglicht werden sollte, ihre Schullaufbahn auf einer Gesamtschule fortzusetzen. Das wollen SPD, UWG, Grüne und Linke. Mit ihrer Mehrheit im Schulausschuss des Siegener Stadtrats brachten sie am Montag den Antrag durch, die Verwaltung möge prüfen, wie viel die Stadt ein Zug mehr an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule am Giersberg koste.

Jedoch unterlagen die vier Fraktionen mit ihrer Minderheit im Haupt- und Finanzausschuss gestern im Siegener Ratssaal gegen CDU und FDP. Die votierten dafür, die Prüfung der Erweiterung der „Bertha“ um mindestens ein Jahr zu schieben. Vor der Abstimmung tauschten Befürworter und Gegner gestern noch einmal ihre Argumente aus. Dabei wurde zum Teil kräftig ausgeteilt.

Noch sachlich verlief die Argumentation von CDU-Sprecherin Ute Höpfner-Diezemann, die für eine Erweiterung der „Bertha“ nötigen baulichen Maßnahmen seien „finanziell schwer zu schultern“. Man solle zunächst die Landtagswahl im nächsten Jahr abwarten. Denn danach werde sich die Schullandschaft – unabhängig vom Wahlsieger – verändern.

Ihrem Argument, man müsse auch die Auswirkungen auf die Hauptschulen bedenken, hielt Grünen-Sprecher Michael Groß entgegen, der Umzug der Christlichen Hauptschule von Niederndorf nach Kaan-Marienborn werde sich sicher gravierender auf die städtischen Hauptschulen auswirken als ein Zug mehr an einer Gesamtschule. Eine eventuelle Bedrohung der Haardter-Berg-Hauptschule, in die gerade investiert wird, sieht Angelika Flohren von der SPD gelassen: Das Schulhaus könne auch anders genutzt werden – etwa als gemeinsame Schule für behinderte und nichtbehinderte Kinder. Dahin gehe der Trend ohnehin, sagte sie hinsichtlich dessen, was die Pestalozzischule plant (die SZ berichtete gestern).

Aussagen des Schulleiters der Gesamtschule Eiserfeld, der in der SPD-Fraktion, aber nicht im Hauptausschuss mitarbeitet, lösten Streit aus, bis hin zum Vorwurf des wiederholten Lügens. Letzteren richtete Michael Groß an Stadträtin Birgitta Radermacher, die die Anschuldigung vehement zurückwies. Ob Missverständnisse zu der Emotionalität führten, blieb – zumindest im öffentlichen Teil der Sitzung – offen.Groß erhob zudem den Vorwurf, im Haupt- und Finanzausschuss bestehe ungerechtfertigterweise eine schwarz-gelbe Mehrheit.Trotz der Überzahl der gegnerischen Seite im Hauptausschuss können die Gesamtschulanhänger der Ratssitzung am 16. Dezember hoffnungsvoll entgegenblicken – dort bilden sie wieder die Mehrheit.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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