Geschlossene Reihen im Bau

Die Baugewerkschaft Westfalen Mitte-Süd hält Rückschau auf ein erfolgreiches Jahr 2002

sz Siegen. Auf ein erfolgreiches Jahr 2002 blickt die IG BAU, Bezirksverband Westfalen Mitte-Süd, zurück. Unter dem Dach der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (BAU) sind zahlreiche Berufsgruppen organisiert: Maurer, Fliesenleger und Dachdecker, Gebäudereiniger und Fensterputzer, Förster, Floristinnen, Umwelttechniker sowie Garten- und Landschaftsbauer.

Das Jahr 2002 habe unter dem Thema »Streik« gestanden, heißt es in einem Rückblick. Hunderte von Beschäftigten hätten im Sieger- und Sauerland die Arbeit niedergelegt, und zwar mit Erfolg: Nach eineinhalb Wochen intensiven Arbeitskampfes sei es zur Tarifeinigung gekommen. Kernstück war eine Lohnerhöhung in zwei Schritten. Die erste kam im September des vergangenen Jahres und brachte 3,2 Prozent Lohnzuwachs. Vom April dieses Jahres an werde es in einem zweiten Schritt 2,4 Prozent mehr geben. Wichtig sei auch die Einführung einer neuen Mindestlohngruppe für angelernte Facharbeiter.

Es war der erste bundesweite Flächenstreik am Bau seit Jahrzehnten. Er habe der Solidarität auf dem Bau einen »Pusch« gegeben, erklärte IG-BAU-Bezirksgeschäftsführer Werner Kleiböhmer: »Die Reihen der Kollegen sind geschlossener denn je.«

Schon vor dem Streik hätten sich Ende Mai Dutzende von Bau-Beschäftigten aus dem Sieger- und Sauerland auf den Weg nach Berlin begeben, um dort gegen Lohndumping und illegale Beschäftigung zu demonstrieren. Gemeinsam mit der Dienstleistungsgewerkschaft »Verdi« demonstrierte man für das Tariftreuegesetz, das im Bundesrat allerdings an den Stimmen der unionsgeführten Länder gescheitert sei. Doch »die Tariftreue bleibt Thema«, versprach Kleiböhmer. Ein Tariftreuegesetz verpflichtet Bund, Länder Städte und Gemeinden, bei Vergabe öffentlicher Aufträge nur Unternehmen zu berücksichtigen, die sich an geltende Tarifverträge halten.

Verstärkt sei im Vorjahr die Möglichkeit einer Rechtsberatung bei der IG BAU wahrgenommen worden. Das spiegele, so Kleiböhmer, die Stimmung in der Branche wider. »Das Klima in den Betrieben ist rauer geworden: Unternehmen versuchen mit Hinweis auf die schlechte Wirtschaftslage, Sondervergütungen wie zum Beispiel das Weihnachtsgeld zu streichen, Lohnkürzungen durchzusetzen oder Beschäftigten sogar zu kündigen.«

Auch politisch sei die IG-BAU am Ball geblieben. So habe sich der Bezirksverband kürzlich in einem »Brandbrief« an die wohnungsbaupolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen von SPD und Grünen gegen Kürzungen der Eigenheimzulage gewandt. Eine Kürzung habe zwangsläufig einen Rückgang der Investitionen im Wohn- und Eigenheimbau zur Folge und werde damit die Krise in der Bauwirtschaft drastisch verschärfen.

Als »zukunftsgerichtet« bezeichnet Kleiböhmer auch die Schaffung neuer Umweltjobs. Seit August 2002 gebe es vier neue Ausbildungsberufe in diesem Bereich: Gewerbliche und öffentliche Unternehmen bildeten drei Jahre lang zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik, für Abwassertechnik, für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sowie zur Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice aus. Die dreijährige Ausbildung entspreche dem bewährten System mit der Kombination der Praxis in Betrieben und der Theorie in Berufsschulen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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