Geschwister zahlen künftig weniger

kk Siegen. Hauptdiskussionsgegenstand an der Universität Siegen ist die von Rektor Holger Burckhart angestoßene Strukturreform. Wie berichtet, sollen die aktuell zwölf Fachbereiche in vier Fakultäten münden. Auch bei der gestrigen Senatssitzung stand diese Thematik auf der Tagesordnung. Schnell wurde klar: Noch nicht alle Fachbereiche können sich mit der ihnen zugedachten Fakultät anfreunden. Den Fachbereich Erziehungswissenschaften/Psychologie drückt offenbar erheblich der Schuh, mit Architekten und Bauingenieuren in Fakultät II „Mensch, Bauen, Lebenswelt“ zu landen. Es gebe zu wenig Gemeinsamkeiten, lautete der Tenor. Auch die Bauingenieure scheinen sich mehrheitlich nicht mit der ihnen zugedachten Zuordnung anfreunden zu können. Wie Dekan Prof. Dr. Peter Schmidt kundtat, wäre etlichen Kollegen die Zuordnung zu Fakultät IV „Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Mathematik“ lieber. Auch die Mathematiker sind nicht zufrieden. Sie favorisieren eine „kleine Lösung“ Mathematik/Naturwissenschaften. Nicht zuletzt den Medienwissenschaften käme eine eine eigene Fakultät besser zupass. Dass die Fakultät „Mensch, Bauen, Lebenswelt“ innovativ ist, räumte auch der Rektor ein. Darin liege aber auch die große Chance. Für eine rein mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät fehlt seiner Meinung nach die Breite: „Das ist nicht wirklich einlösbar.“ Die Biologie soll allerdings aufgestockt werden. Über die Strukturreform wird abschließend am 17. Februar befunden. Die Hochschule soll zudem künftig von einem teilexternen Beirat beratend begleitet werden.

Mit Mehrheit beschloss der Senat eine Geschwisterregelung. Diese sieht vor, dass, sollten zwei Geschwisterkinder gleichzeitig an der Universität Siegen studieren, das zweite Kind nur den halben Studienbeitrag zahlt. Ein drittes, viertes und weiteres Geschwisterteil zahlt keine Studienbeiträge. Den Studierendenvertretern im Gremium wäre eine „Bochumer“ Lösung genehmer gewesen. Bei dieser wird die Reduzierung beziehungsweise Streichung der Studiengebühren nicht daran gekoppelt, dass alle Geschwister in Siegen studieren. Dem Rektorat erschien hierbei jedoch der Verwaltungsaufwand zu hoch. Burckhart: „Ich denke hier lokal.“

Der Hochschulpakt II steht vor der Tür. Dessen Zweck ist es, die Kapazitäten für die bis 2012 steigenden Studierendenzahlen zu schaffen. Die Universität Siegen erreichte in Verhandlungen Verbesserungen. Lag die Normaufnahmequote erst bei rund 2897 Studierenden, die pro Jahr neu aufgenommen werden sollten, beträgt sie nun 2347. Für die heimische Hochschule bedeutet das, dass sie für jeden Studierenden, der über die jährliche Normaufnahmequote von 2347 hinausgeht, 20 000 Euro erhält. 2898 Studierende aufnehmen zu müssen, ohne zusätzliche Mittel zu erhalten, hätte die Uni nach Ansicht des Rektors nicht stemmen können. Zur Erinnerung: Zum laufenden Wintersemester kamen rund 3000 neue Studierende. Das verursachte in manchen Bereichen nahezu chaotische Zustände. Nach der verbesserten Regelung winken der Uni Siegen auf Fünf-Jahres-Sicht zusätzliche Einnahmen in Höhe etlichen Millionen Euro. Diese sollen eingesetzt werden, um die benötigten Studienkapazitäten zu schaffen sowie um die strategische Zielsetzung der Hochschule zu fördern. In diesem Zusammenhang verwies Burckhart auf einen Besuch an der Universität Paderborn. Mitgenommen hatte er auch die Erkenntnis, dass diese Universität in weit größerem Maße von der Region und auch der Stadt gestützt und unterstützt werde.

Vorgesehen ist, die aktuell 31 Institute der Uni in vier Zentren zusammenzufassen. Unterstrukturen seien denkbar. An diesen Zentren soll vor allem geforscht werden. Gedacht ist an Medienforschung, Bildungsforschung, das ZESS sowie ein noch offen gehaltenes Zentrum für interdisziplinäre Forschung. Die Wissenschaftler gehören ihrer Fakultät an und können eine Zweit- oder Drittmitgliedschaft in diesen Zentren haben. Um intensiv forschen zu können, besteht die Möglichkeit, ihre Lehrverpflichtung zu reduzieren oder gar auf Null zu fahren. Ihr Lehrdeputat wird dann für die Dauer der Freistellung von Kollegen übernommen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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