Gespräch über Flüchtlingsarbeit

Der Betrieb in der ehemaligen Siegerland-Kaserne in Burbach hat sich nach dem Wechsel des Betreibers endlich eingespielt. Pfarrer Jochen Wahl war jetzt in Berlin zu Gast, um über das Flüchtlingsheim zu informieren. Archivfoto: Jan Schäfer
  • Der Betrieb in der ehemaligen Siegerland-Kaserne in Burbach hat sich nach dem Wechsel des Betreibers endlich eingespielt. Pfarrer Jochen Wahl war jetzt in Berlin zu Gast, um über das Flüchtlingsheim zu informieren. Archivfoto: Jan Schäfer
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sz - Pfarrer Jochen Wahl aus Burbach hat jetzt eine Einladung der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration nach Berlin in das Bundeskanzleramt wahrgenommen. Staatsministerin Aydan Özouz hatte 26 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet eingeladen, um deren Arbeit mit Flüchtlingen zu würdigen. Aber auch, um sich über die Arbeit unterschiedlicher Organisationen an den verschiedenen Standorten zu informieren. Jochen Wahl war in Vertretung des kirchengemeindlichen Koordinators für die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in der Notunterkunft Burbach, Hans-Peter Ginsberg, angereist.

Jochen Wahl sprach in Berlin an, wie wichtig es sei, dass in den Heimen gewisse Standards eingehalten würden. Und auch, dass eindeutig geregelt sei, wozu die Heimbetreiber die staatlichen Gelder zu verwenden hätten. Darüber machte er aufgrund der Erfahrungen in Burbach deutlich, dass die Aufnahmekapazitäten in den einzelnen Heimen nicht dauerhaft überschritten werden dürften. Die Probleme in der Burbacher Unterkunft seien auch durch Überbelegungen verschärft worden. Für etwa 450 Personen seien die Unterkünfte ausgelegt gewesen – bis zu 920 Personen habe man in Burbach untergebracht.

Der Runde Tisch „Notunterkunft Siegerland-Kaserne in Burbach“ sei stark angewachsen. „Viele wollen mitgestalten. Heute kann man sagen, dass von den Vorkommnissen in Burbach die Flüchtlingsarbeit in ganz Deutschland profitiert hat“, so Jochen Wahl. Die Probleme seien überall ähnlich gewesen. Nun sei bundesweit eine hohe Sensibilisierung zu verzeichnen. Die Probleme der Kommunen mit den Flüchtlingen würden ernst genommen. Die Evangelische Kirchengemeinde Burbach engagiere sich nicht nachlassend für die Flüchtlinge, auch finanziell. Die Menschen würden willkommen geheißen. Viele Weihnachtsfeiern im Flüchtlingsheim seien in Planung. Zu der Vorbereitung gehörten auch Päckchen und Geschenke. Chöre aus Burbach und der Umgebung gestalteten die Feiern mit. Über 1000 fremdsprachige Bibeln habe die Kirchengemeinde auf Nachfrage an Flüchtlinge verteilt. Und immer wieder komme es vor, dass Flüchtlinge die Kirchengemeinde ansprächen, um sich taufen zu lassen.

Auf Basis eines geringen Entgeltes habe die Kirchengemeinde einen Koordinator für die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit anstellen können. Eine Verfahrensberaterin für Flüchtlinge habe die Diakonie in Südwestfalen eingestellt. Diese Stelle sei bislang für ein Jahr finanziert. Über 50.000 Euro hätten Diakonie und Kirche für die Betreuung der Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Hinzu kämen viele Spenden von Privatpersonen und Firmen. 

Dringend benötigt werden übrigens derzeit Tische und Stühle für die Räume, in denen der Deutschunterricht stattfindet, aber auch für die Zimmer der Flüchtlinge. 15 ausrangierte Tische hat allein das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium aus Neunkirchen zur Verfügung gestellt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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