Barrierefreies Leuchtturmprojekt
Ginsburg erzählt ihre Geschichte(n)

Multimedial und interaktiv soll  die Geschichte  der Ginsburg 
 im  barrierefreien Museum vermittelt werden.
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  • Multimedial und interaktiv soll die Geschichte der Ginsburg
    im barrierefreien Museum vermittelt werden.
  • Foto: Planungsbüro Good to know
  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja/sz Grund. Die heimische Geschichte noch anschaulicher ins Bewusstsein rücken, anschaulich und unterhaltsam vermitteln – und dies nicht nur im baulichen Sinne barrierefrei: Das möchte der Verein zur Erhaltung der Ginsburg im Zuge des Projekts „Die Ginsburg – eine barrierefreie Höhenburg“ ermöglichen. 885 000 Euro stehen zu Buche – 770 000 Euro davon stellt allein das Land NRW bereit, weitere Finanzspritzen folgten (die SZ berichtete). Ein Museum soll realisiert werden, dessen Schwerpunkt auf der Baugeschichte der Burg sowie auf dem Leben und Wirken von Wilhelm von Oranien liegt: Dieser hatte schließlich anno 1568 dort oben den Befreiungsschlag der Niederländer von der spanischen Herrschaft geplant. Viele Monate der Vorplanungen liegen hinter dem Ginsburg-Verein: Nun kann bald der Startschuss der Umsetzung fallen.

Kölner Konzept überzeugt

Der Sieger des Ideenwettbewerbs zur Neukonzeption und Neugestaltung des Museumskonzeptes steht nun fest, teilte stellv. Vorsitzender Markus Völkel am Freitag mit: Hatten sich in der ersten Planungsphase 18 Interessenten gemeldet, so gingen in Phase 2 dann drei Entwürfe ein. Es siegte das Kölner Büro „Good to know“ (Kristine Fester und Patrizia Widritzki) zusammen mit der Kölner Simple GmbH, (Christoph Mäurer). Die Entscheidung sei eindeutig gewesen, teilte die Jury mit. Das Preisgeld betrug 6000 Euro. Die beiden weiteren Entwürfe landeten gemeinsam auf dem mit je 2000 Euro dotierten Rang 2: Pronatour aus Österreich und Dr. Hermanns Ausstellung Medientransfer GmbH aus Münster. Jury und Vereinsvorstand bezeichnen alle drei Beiträge als hervorragend.

Interaktiv mit modernen Medien

Was sind die Grundideen des Siegerentwurfs? Die Inszenierung stellt die Ginsburg in den Mittelpunkt und lässt sie ihre Geschichte(n) erzählen. „Durch die Begegnung mit ,Personen’, die als Silhouetten auftauchen, wird die Geschichte erzählt und persönlich greifbar“, teilte der Vereinsvorstand mit. Durch direkte Ansprache und Fragestellungen sollen die Besucher einbezogen werden. Interaktive Elemente laden zum Entdecken ein.

Turmgemäuer wird  Projektionsfläche

Was ist im Turm selbst vorgesehen: Die Wände und der Boden werden als Projektionsflächen genutzt Die archäologischen Exponate erzählen dazu ergänzend „ihre Geschichten“ als sichtbare Erinnerungen. Neu hinzu kommt u.a. eine Sonnenuhr, die Jahre lang „gut aufbewahrt“ war, wie Markus Völkel es formuliert: Wo genau sie einmal stand, „werden wir wohl nie herausbekommen – wahrscheinlich aber im Außenbereich der Ginsburg“.

Pavillon für wechselnde Ausstellungen

Im Außenbereich sollen die übergeordneten Themen inszeniert werden: Heimat, Kultur, Umwelt und die Geschichte der Ginsburg – kurz und übersichtlich. Die Besucher betreten das Gelände rund um die Ginsburg und verschaffen sich an einem Tastmodell einen Überblick. Von hier aus werden sie von Silhouetten aus Corten-Stahl zur Burg hin geleitet. Der neu geplante Pavillon (die Bodenplatte soll noch in diesem Jahr gegossen werden) wird Wechselausstellung beherbergen: Möglich sind dort auch Audiostationen mit Einhandhörern, um mehrsprachig  Erläuterungen abzuspielen zu können, oder kleine Bildschirme für Videopräsentationen. Die Möblierung soll eine hohe Flexibilität ermöglichen.

"Aura der Burg  zugänglich machen"

„Ich liebe Orte, die eine Geschichte erzählen“, sagt Wettbewerbs-Siegerin Kristine Fester: „Die Ginsburg verbindet so viel Geschichtsträchtiges und spiegelt den gesellschaftlichen Umgang mit historischen Orten durch Bürgerinitiativen, da spürt man direkt eine besondere Aura.“ Diese Aura wolle man herausarbeiten und den Besuchern zugänglich machen.

Im August soll es  losgehen

Die beiden Vorsitzenden des Ginsburgvereins, Dieter Viehöfer und Markus Völkel, freuen sich, dass nach dem arbeitsintensiven Wettbewerb nun endlich mit der Umsetzung begonnen werden kann. Im August soll es losgehen; z. B. mit einem Workshop. Bis Anfang 2021 soll die Feinplanung für das Museum stehen.  Die Arbeiten an und in der Burg selbst sollen Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein: Das schließt auch den neuen Rundweg mit ein. Nicht zu vergessen: Museum und Aussichtsplattform werden barrierefrei via Aufzug erschlossen, das Panoramadeck wird rollstuhltauglich.

Gewerkehaus: Sanierung beginnt im September

 Erteilt sind auch die Aufträge für die Sanierung der Fachwerkfassade und den Austausch der Fenster im Gewerkenhaus. Die Arbeiten am Gebäude werden voraussichtlich im September starten und noch in diesem Jahr abgeschlossen.
Nachtrag:  Stimmberechtigte Preisrichter waren Vorsitzender Dieter Viehöfer, 2. Vorsitzender Markus Völkel, Prof. Dipl.-Ing. Peter Karle (Architekt, Universität Siegen), Verena Burhenne (LWL, Wissenschaftliche Referentin für das südliche Westfalen) und Hilchenbachs Bürgermeister Holger Menzel. Ihnen – nicht stimmberechtigt – zur Seite standen Marcus Brokmann (LWL – Praktische Denkmalpflege, technische Kulturdenkmalpflege), Vereins-Schriftführer Gerd Müller, Kassenwart Uwe Schmidt, Dipl.-Ing. Architekt Eric Jepsen sowie die Beisitzer Günther Schach und Leander Kühn. Professionell betreut wurde der Wettbewerb vom Siegener   Büro Loth.
Der Verein sucht Unterstützer zur Verstärkung des ehrenamtlichen Teams: Handwerker, Landschaftsgärtner, Organisationstalente, Web-Designer, Social-Media-Experten, Übersetzer, Bäcker und fleißige Hände.
Kontakt: www.hilchenbach.de/ginsburg
vereinzurerhaltungderginsburg@gmx.de

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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